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Studentinnen der FAU bringen Elefanten auf die Bühne

Figurentheaterfestival: "Projekt 1719" ist ein Beitrag zu "300 Jahre Theater in Erlangen" - 28.05.2019 14:00 Uhr

Studentinnen des Instituts für Theater- und Medienwissenschaften der FAU bei den Proben mit Lindy Annis im Experimentiertheater.

24.05.2019 © Foto: Stefan Mößler-Rademacher


"Take your Rüssel. Wir machen es noch einmal. Das dauert einfach alles noch zu lange." Im Experimentiertheater der Friedrich-Alexander-Universität sitzt Lindy Annis auf den Zuschauer-Stufen und blickt auf die Bühne.  Neben ihr wird die Zeit für die Szene, die ihr gerade noch etwas Kopfzerbrechen bereitet, gestoppt. "Fast zwei Minuten!" Die Regisseurin weiß: Dafür, dass gerade einmal drei Schauspielerinnen die Szenerie betreten haben und ein paar Handgriffe an den beiden Pappmaché-Elefanten erledigt haben, ist alles zu langsam.

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Schließlich werden mehrere Schritte nötig sein, um das angestrebte Tableau vivant für die Inszenierung "Projekt 1719. Elefanten in Erlangen — Eine Spurensuche" am kommenden Donnerstag entstehen zu lassen. "Tableaus vivants" sind Darstellungen von Werken der Malerei und Plastik durch lebende Personen.

Für das "Projekt 1719" beschäftigt sich Annis mit dem Stich von Johann Baptist Homann aus dem Jahr 1721, auf dem unter der Überschrift "Carnevals Lustbarkeiten im Opern und Comödie-Hauß" ein Triumphzug mit Elefanten zu sehen ist. "Bettina Brandl-Risi und Clemens Risi haben mich eingeladen, bei diesem Projekt mitzumachen", berichtet Annis und ergänzt: "Und dann haben sie mir das Bild gezeigt — und das ist groß und erschreckend auf den ersten Blick."

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Es folgte ein mehrmonatiger Entwicklungsprozess mit vielen Workshops am Institut für Theater- und Medienwissenschaften der FAU. Dabei war Annis stets der geschichtliche Kontext wichtig. Denn in ihren Werken arbeitet die in Berlin lebende Amerikanerin häufig intensiv mit historischen Quellen. Sie nutzt Recherchen zu historischen Ereignissen als künstlerische Ressource.

Für die Arbeit in Erlangen bedeutet dies: "Mir ist der Bühnenaffekt total wichtig: die barocke Bühnenmaschinerie und die Magie der barocken Zeit einzusetzen, um die Sichtweise der Betrachter zu verlangsamen und emotional eine Verwandtschaft mit dieser anderen Zeit zu erzielen."

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Neben Annis wurden mit Isi Kunath, Sandra Leupold und Eva Meyer-Keller noch drei weitere Künstlerinnen aus den Bereichen der Musik, der Objekt-Animation, des Bildertheaters, der neuen Medien und der Kulinarik eingeladen, sich gemeinsam mit Lehrenden und Studenten der FAU auf eine Spurensuche in die Geschichte des Barocktheaters zu begeben. Daraus wurde "ein vielschichtiges Gewebe aus Klang, Text und Bild gesponnen". Man darf gespannt sein.

Info: "Projekt 1719" am 30. Mai ab 17 und 20.30 Uhr im Markgrafentheater.

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