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Südumgehung: Weniger Lärm und Dreck für Neuses?

Die Südumgehung soll dafür sorgen, dass der Erlanger Stadtteil vom Verkehr deutlich entlastet wird. - 05.04.2021 15:28 Uhr

Die Prognose sieht voraus, dass Neuses ohne Umgehung in Zukunft noch deutlich mehr Verkehrslast tragen müsste als bisher schon.

01.04.2021 © Klaus-Dieter Schreiter


Der Ortsbeirat für Frauenaurach und Neuses hatte Silke Stadter in die Online-Sitzung eingeladen, um über den Stand der Südumgehung der Schusterstadt zu berichten. Denn der östliche Teil dieser Umgehungsstraße führt über Erlanger Gebiet und knapp an Neuses vorbei. Darum wird befürchtet, dass der Ortsteil dann noch mehr von Lärm geplagt wird. Das aber scheint nicht der Fall zu sein.

2015 täglich 14 300 Autos

Denn Stadter berichtete auch aus einem Verkehrsgutachten aus dem Jahre 2015. Demnach sind seinerzeit täglich 14 300 Autos auf der Staatsstraße 2263 durch den westlichen Stadtteil gefahren. Die Prognose sagt, dass es im Jahre 2035 sogar noch 2000 Autos mehr würden, wenn die Umgehungsstraße nicht kommt. Wenn die aber gebaut wird, dann sollen nur noch 1900 Fahrzeuge durch Neuses rollen.

Die jetzige Staatsstraße wird dann heruntergestuft und der Verkehr wird über die neue Staatsstraße 2244 östlich und südlich an Neuses vorbeifahren.

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Um die Querung der Aurach südwestlich von Neuses zu bewältigen, ist eine langgezogene Brücke geplant. Zwar seien die prognostizierten Lärmwerte so niedrig, dass ein Lärmschutz nicht notwendig sei – der Immissionsgrenzwert für Wohngebiete von 49 dB (A) wird laut einem Lärmgutachten für Neuses nicht erreicht – jedoch will Herzogenaurach trotzdem Schallschutzwände auf der Brücke installieren. Sie sollen transparent sein, um den freien Blick in die Natur nicht zu beeinträchtigen. Entsprechend leiser soll es in dem kleinen Ort dann auch werden.

In weitem Bogen um Herzogenaurach

Bis das so weit ist, kann es aber noch lange dauern. Denn nachdem die Vorzugsvariante festgelegt worden ist – sie führt in weitem Bogen südlich um Herzogenaurach herum und mündet in etwa dort in die Niederndorfer Straße, wo sich jetzt die Abzweigung nach Neuses befindet – läuft derzeit erst das Planfeststellungsverfahren. Die Unterlagen – laut Stadter sind es sieben dicke Leitz-Ordner – sind noch bis zum 7. April öffentlich unter anderem auch im Rathaus (Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung, Gebbertstraße 1, Zimmer 306) ausgelegt.

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Auch im Internet kann man sie sich anschauen. Die Stadt Herzogenaurach hat auf ihrer Homepage auch die am häufigsten gestellten Fragen aufgelistet und beantwortet. Den Planfeststellungsbeschluss erwartet die Bauamtschefin in etwa zwei Jahren – sofern es nicht zu viele Einsprüche gibt.

Kritik von Zuhörern

Die Ortsbeiräte nahmen die Ausführungen der obersten Herzogenauracher Stadtplanerin zufrieden auf, einige Zuhörer am Internet aber hatten dann doch kritische Anmerkungen. So glaubt ein Bürger aus Hüttendorf den Lärmwerten nicht.

Ein weiterer Zuhörer monierte den großen Flächenverbrauch. Stadter bestätigte, dass etwa acht Hektar versiegelt werden, jedoch würden Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen, sodass nachher mehr Grün- und Blühflächen vorhanden seien, als es sie derzeit gebe.

Auch auf die vorgeschlagene Möglichkeit eines Park-&-Ride-Systems ging Stadter ein. Ein Verzicht auf die Umgehungsstraße und dafür ein Parkhaus am Ortsrand sei unrealistisch, weil es 13 000 Stellplätze bieten müsste, erläuterte sie. Zum Vergleich nannte sie die Zahl von insgesamt 9000 Stellplätzen am Nürnberger Flughafen. Stadter wusste auch: Die Neuseser und Niederndorfer Bürger wünschen sich sehnlichst weniger Verkehr in ihrem Ort.

kds

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