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Tägliche Staus: Ampeln sorgen in Erlangen für Ärger

Die CSU hat einen Antrag zur Ampel in der Straße Sankt Johann gestellt - 13.07.2019 06:00 Uhr

Durch die jetzt eingerichtete Busspur kommt es vor der Kreuzung St. Johann/Möhrendorfer Straße vor allem während des Berufverkehrs immer wieder zu Staus.


Die Ampelanlage an der Kreuzung St. Johann/Möhrendorfer Straße ist im Frühjahr runderneuert worden. Gleichzeitig bekam die Fahrbahn eine neue Asphaltdecke. Im Zuge dessen wurde auch gleich die längst beschlossene Busspur eingerichtet. Das hat seither Folgen für den Verkehr — vor allem den morgendlichen. Längere Rückstaus sind gleichsam die Regel. Grund für die CSU, von der Verwaltung zu erfahren, was genau Sache ist, und zudem eine Überprüfung der Ampelschaltung zu fordern.


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"Die neue Busspur sollte die Verkehrssituation verbessern, und jetzt stehen die Pkw-Fahrer morgens im Stau", monierte CSU-Fraktionschef Jörg Volleth unlängst im Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss. Er plädierte dafür, eine Situation zu schaffen, dass der Verkehr "flüssig abläuft". Eine verbesserte Ampelschaltung wäre wohl die einfachste Lösung. Deshalb plädierte Volleth dafür, eine längere Grünphase einzurichten und das Ganze über ein halbes Jahr zu beobachten.

Dass der Rückstau in den vormittäglichen Spitzenstunden sich nun "etwas länger" zieht, räumte die Verwaltung ein. Durch die Busspur bleibt den Autofahrern eben nur noch eine Fahrspur. Und auf der stehen jetzt auch die Rechtsabbieger. Außerdem gab es vorher etliche Pkw-Lenker, die sich ganz dreist und widerrechtlich in die Rechtsabbiegespur eingeordnet haben, um schließlich geradeaus weiter zu fahren. Auch diese "Falschfahrer" stehen jetzt in der Schlange.

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Dazu kommt, dass durch die Großbaustelle am Autobahnkreuz "eine zusätzliche Verkehrsbelastung durch Ausweichverkehre" spürbar sei. Aber ansonsten hätten sich die Wartezeiten für den Verkehr in Richtung Innenstadt "kaum verändert". "Das ,Nadelöhr‘ war und bleibt der Dechsendorfer Damm. Die Einspurigkeit beginnt nun lediglich früher", stellten die Stadtplaner fest.

Eigentlich ging es darum, den Busverkehr zu verbessern

Genauer gesagt, beginnt sie etwa ab der Bushaltestelle Heiligenlohstraße. Gerade diese Straße haben die Autofahrer längst als Schleichweg entdeckt. Während der damaligen Bauphase und der nötigen Sperrung wurde dieser Schleichverkehr durch die Heiligenlohstraße und das dortige Wohngebiet weitgehend "toleriert", wie es hieß. Doch: "Leider hat sich dieser nach Ende der Baumaßnahmen nicht wie erwartet zurückgebildet", so die Verwaltung. Nach wie vor wird "abgekürzt" und durchs Viertel gefahren, obschon es nur für den Anliegerverkehrs frei ist. Ein Überwachung durch die Polizei sei auch nur schwer möglich, da der "zur Einfahrt berechtigte Personenkreis so groß ist, dass wirksame Kontrollen praktisch nicht stattfinden können", hieß es.

Kein leichtes Unterfangen, einen Weg aus dem Dilemma zu finden. Eigentlich ging es darum, den Busverkehr zu verbessern. Mit Blick auf die Verwaltung meinte SPD-Rätin Felizitas Traub-Eichhorn unter anderem, dass man vielleicht doch etwas an jener Ampelschaltung ändern könnte, aber "nicht auf Kosten des Busverkehrs". Etwas beschönigend fand ÖDP-Rat Frank Höppel die Bezeichnung "Schleichverkehr". Denn dort findet "ein Rasen" statt. Und wenn nichts anderes gefunden werde, sollte man die Einfahrt in die Heiligenlohstraße "mit baulichen Mitteln unterbinden". Denn der Zustand sei "nicht länger tragbar", so Höppel.

Antrag der CSU bekam keine Mehrheit

Abgesehen von diesen unzulässigen Verkehrsströmen findet es Bau- und Planungsreferent Josef Weber durchaus "gelungen, den öffentlichen Nahverkehr mit dieser Busspur attraktiver" gemacht zu haben. Mit Blick auf die Autofahrer meinte er, dass man die Straße Am Europakanal wohl "mehr ins Bewusstsein rücken" müsste.

Die Busspur, die überwiegend von Landkreisbussen genutzt wird, kommt jedenfalls gut an. Die Verwaltung hat bei den Busunternehmen nachgefragt und offenbar nur positive Stimmen zu hören bekommen: "Das Beste was dem ÖPNV in Erlangen seit langem passiert ist", hieß es unter anderem. Dem Antrag der CSU-Fraktion auf eine längere Ampelgrünphase blieb am Ende jedenfalls die nötige Mehrheit versagt. 

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