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Dienstag, 29.09.2020

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Theater Erlangen und Universität mit einer Odyssee

Am Samstag hat eine zweigeteilte Reise durch die Zeit Premiere. - 05.07.2016 15:00 Uhr

Nach einer schwerwiegenden Explosion findet Tal sich im Jahr 2016 wieder, fast 1000 Jahre in der Vergangenheit: Die Zeitreisende Tal.

© privat


„Kronos 3000 bittet um Komplikationsbericht!“. Die Forscherin Tal vom „Time Institute Middle Europe“ reist aus dem Jahr 3000 durch die Zeit und landet in der Gegenwart. Nach einer Panne schaltet sich ihr Computer ab.

Ihre Odysee durch eine Welt voller Überraschungen ist im Internet zu bestaunen. Die Youtube-Filme sind Resultat einer studentischen Arbeitsgruppe rund um die „Odyssee“-Kooperation des Theaters Erlangen und der Universität.

Zwischen Gegenwart und Vergangenheit springen die zahlreichen Mitwirkenden in diesem Gemeinschaftsprojekt, das seit einem Jahr die Verbindung von Wissenschaft und Theater forciert: Am Samstag ist zunächst ab 18 Uhr im Experimentiertheater „Odyssee — eine Spurensuche“ zu sehen. Studenten der Theater- und Medienwissenschaft haben sich mit den Figuren und Themen der Odyssee beschäftigt und bieten dem Publikum in Performances, Installationen, Ton- und Videoarbeiten außergewöhnliche Ein- und Ausblicke.

Da gibt es dann ein Bildermemory, „Blackout Poetry“ oder eine interaktive Lesung. Herausgekommen ist ein „interaktiver Erfahrungs- und Wahrnehmungsparcours“, der als Einstimmung auf die Inszenierung im Markgrafentheater dienen soll — aber nicht muss. Beide Komponenten der Kooperation können durchaus getrennt voneinander (oder an verschiedenen Abenden) betrachtet werden. Ohnehin geht es auch darum, sogleich „Reduktion und Komplementarität“ bei diesem komplexen Themenkomplex sichtbar zu machen.

Bei der „Spurensuche“ im und ums Experimentiertheater werden die Besucher in verschiedenen Gruppen animiert, sich mit einigen der unzähligen Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit den vom griechischen Dichter Homer besungenen Abenteuern des Königs Odysseus und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg zu befassen.

Anschließend warten auf dem gemeinsamen Weg von den „Philosophen-Türmen“ zum Markgrafentheater noch mehr Überraschungen.

Apropos Überraschungen: Auf der Theater-Homepage ist in der Rubrik „Besetzung“ nur ein Name zu lesen. Tatsächlich: „Odysseee — eine Heimsuchung“ in der Inszenierung von Juliane Kann ist trotz großer Bühne ein Ein-Personen-Stück.

„Bilder entstehen, wenn man sie gut erzählt“, erklärt Dramaturgin Karoline Felsmann und ist fest davon überzeugt, dass das Theater mit Martin Maecker einen Schauspieler gefunden hat, der in der Lage ist, die Gesänge Homers zum Leben zu erwecken. Dabei geht es auch hier wieder um Reduktion. Beim Probenprozess wurde verdichtet und viel vom Text gestrichen. Nicht verändert wurde das Versmaß. Die Erlanger Inszenierung setzt auf die Übersetzung von Kurt Steinmann, der modernes Deutsch und Hexameter zusammenbringt.

Die Premiere der Erlanger „Odyssee“ startet am 9. Juli mit der studentischen „Spurensuche“ um 18 Uhr am „Ex“ (Bismarckstr. 1, die Teilnehmerzahl ist auf ca. 100 begrenzt). Weiter geht es mit der „Heimsuchung“ ab 19.30 Uhr im Markgrafentheater.

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