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Tiefgaragenmord: Verfahren wird neu aufgerollt

Staatsanwaltschaft konnte drittes Gutachten nicht bis zum Prozesstermin vorlegen - 01.12.2011 10:28 Uhr

Bereits im November war das Verfahren unterbrochen worden, weil womöglich der falsche Mann auf der Anklagebank sitzt.   Gerichtsmediziner hatten an der Kleidung der getöteten Arzthelferin DNA-Spuren gefunden, die eindeutig nicht von dem angeklagten 46-jährigen Landschaftsgärtner stammen.

Daraufhin wurden neue Ermittlungen aufgenommen. Zwei Gutachten zu DNA-Spuren am Tatort liegen  vor. Sie weisen nicht auf den Angeklagten hin. Ein drittes Gutachten steht noch aus. Aufgrund dieser veränderten Beweislage wird das Verfahren ausgesetzt und im kommenden Jahr neu aufgerollt. 

Laut Anklage soll der Mann die junge Arzthelferin umgebracht haben, weil sie ihn wegen des sexuellen Missbrauchs seiner Tochter anzeigen wollte. Die 27-Jährige war die Patin des Kindes. Der Mann bestreitet den Mord. Für den Missbrauch seiner Tochter wurde er allerdings zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, die er im Januar 2012 verbüßt haben wird.



Wird der Mann erneut vom Mordvorwurf freigesprochen, wird er im Januar definitiv frei kommen – und zwar als untherapierter Sexualstraftäter. Laut seinem Verteidiger Peter Doll wurde dem Mann während seiner vierjährigen Haft in der Justizvollzugsanstalt Bayreuth keine Sexualtherapie angeboten.

Ulrike Löw

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