"Too Good To Go" in Erlangen: Per App günstig Bier retten

13.9.2019, 06:00 Uhr

© Foto: Tim König

Es gehört leider zum Standard unserer Zeit, dass Geschäfte unverkaufte Produkte, die noch zweifelsfrei genießbar sind, aber ihr Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten haben, in den Müll werfen müssen.

Ändern möchte den Status Quo ein dänisches Startup mit seiner App "Too Good To Go", mit der man diese überbleibenden Produkte stark reduziert kaufen und so vor dem Kompost retten kann. In Erlangen jedoch ist die Zahl der teilnehmenden Geschäfte an einer halben Hand abzuzählen.

In Nürnberg sind 40 Geschäfte dabei

Dabei ist das Prinzip der App ganz einfach: Produkte, die von Geschäften nicht mehr verkauft werden können – entweder weil sie am Ende des Arbeitstages noch die Verkaufstheke schmücken oder weil das Mindesthaltbarkeitsdatum einfach abgelaufen ist – können per Handy zu einem außerordentlich günstigen Preis reserviert und bezahlt werden, müssen dann nur noch vor Ort abgeholt werden.

Während in Nürnberg um die 40 Geschäfte teilnehmen, bieten in Erlangen bloß drei Geschäfte ihre Produkte auf der Plattform an: Der Lorlebäck an der Luitpoldstraße, die Bierothek im Untergeschoss der Arcaden und das Novotel. Alle drei sind sehr zufrieden mit ihren Erfahrungen und geben an, dass der zusätzliche Arbeitsaufwand quasi gegen Null gehe. Auch Interessierte gibt es hier genug: Die Geschäftsführer der drei teilnehmenden Geschäfte geben alle an, dass die Pakete beziehungsweise Portionen, die sie per App anbieten, nahezu ausnahmslos Kunden finden, was natürlich die Lebensmittelverschwendung drastisch reduziert.

Noch trinkbare Biere musste man wegschütten

Während die Bierothek beispielsweise früher noch trinkbare Biere wegschütten musste, weil sie aufgrund des abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr verkauft werden durften, finden diese übrigen Flaschen heute per App günstig ihre Käufer. Auf die Idee der Teilnahme ist Peter Schwachhofer, Geschäftsinhaber der Erlanger Bierothek, gekommen, weil er direkt vom "Too Good To Go" Team angeschrieben wurde. Aus Überzeugung war er ganz von selbst recht schnell mit an Bord.

Für Iris Dosch-Weidinger vom Lorlebäck geht es bei der Teilnahme gar nicht unbedingt darum, übrig gebliebene Lebensmittel verlustfrei loszuwerden. Da in ihrer Bäckerei ohnehin darauf geachtet wird, am Ende des Tages möglichst wenig Überreste zu haben, nimmt der Laden eher zur Unterstützung des Projekts teil, so die Inhaberin.

Jeden Tag sieben Portionen vom Frühstücksbuffet

Anders als bei den beiden kleineren Geschäften, kam es für das Novotel durch die Muttergesellschaft Accor zur Teilnahme an der App. Das Hotel bietet nun jeden Tag sieben Portionen vom Frühstücksbuffet zum Mitnehmen an. Seit Beginn der Teilnahme im April 2019 wurden so schon etwa 525 Portionen verkauft, so Stephan Radtke, Leiter des Erlanger Novotels.

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