Trotz Corona: Erlanger Figurentheater-Festival soll stattfinden

29.3.2021, 12:30 Uhr
Da war nicht nur die Kultur-Welt noch in Ordnung: Hoch hinaus ging es beim Figurentheater-Festival 2019 auf dem Parkdeck des Parkhauses auf dem Großparkplatz bei „La Spire“ von Chloe Moglia von der Compagnie Rhizome (Frankreich).

Da war nicht nur die Kultur-Welt noch in Ordnung: Hoch hinaus ging es beim Figurentheater-Festival 2019 auf dem Parkdeck des Parkhauses auf dem Großparkplatz bei „La Spire“ von Chloe Moglia von der Compagnie Rhizome (Frankreich). © Ralf Rödel

Zwischen Gesundheit und Kunst: Wie mehrfach berichtet, ist das städtische Kulturamt nach wie vor in sehr hohem Maße in den Betrieb des Impfzentrums in der Sedanstraße involviert. Anfänglich glaubte man noch, über den Jahreswechsel ein Impfzentrum aufzubauen und zu etablieren, das dann in einen Regelbetrieb übergeht.

Doch nun wisse man, erklärte Bodo Birk, Leiter der Abteilung Festivals und Programme im Kulturamt in der Sitzung des Kulturausschusses, "dass wir uns mit dem Impfzentrum solange werden befassen müssen, wie es Impfzentren geben wird." Gerade baue man zudem neue Impfzentren in Herzogenaurach, Höchstadt und Eckental auf.

Doch die eigentlichen Aufgaben dieser Kulturamts-Abteilung, die Planung, Organisation und Durchführung von Festivals, dürfen trotzdem nicht hintanstehen. Derzeit wird daran gearbeitet, eine unter Pandemie-Bedingungen mögliche Sonderausgabe des Figurentheater-Festivals, das für den Zeitraum vom 7. bis 16. Mai anberaumt ist, zu organisieren. Birk: "Es geht dabei natürlich darum, wieder kulturelles Leben in die Stadt zurückkehren zu lassen. Vor allem aber auch um Perspektiven für freie Künstlerinnen und Künstler."

Nach Verordnung möglich

Laut Kulturamts-Mitarbeiterin Eva-Maria Hugo, die den Kulturausschuss über den derzeitigen Sachstand informierte, plane man ein Programm, das ausschließlich Projekte und Formate beinhalte, von denen man ausgehe, dass sie auch nach den Vorgaben der Infektionsschutzverordnung möglich wären. Sollte sich die Situation verschlechtern, müssten etwaige Projekte abgesagt oder verschoben werden.

Drei Säulen hat man sich einfallen lassen: Zum einen Installationen, die einzeln oder in Kleingruppen zugänglich sind. Dazu kommen performative Eins-zu-Eins-Begegnungen, die im Sinne von "click and meet" einzelnen Personen zugänglich gemacht werden können. Beispiele dafür wären Philippe Quesnes "Microcosm", eine animierte Installation ohne Darsteller für einzelne Personen im Markgrafentheater, oder die Aktion des Kunstduos Böhler & Orendt, "The Carrion Cheer", eine animierte Rauminstallation im Redoutensaal. Beide Installationen werden jeweils mit Zeitfenstern zu 15 oder 30 Minuten Einzelpersonen oder Kleingruppen zugänglich gemacht.

Im Vorbeigehen

Darüber hinaus werden weitere zahlreiche Eins-zu-Eins-Begegnungen in Erlanger Leerständen oder in Schaufenstern geplant, die allesamt nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren oder aber auch frei zugänglich im Vorbeigehen wahrgenommen werden können.

Zum anderen soll es ganz verschiedene Aktionen im öffentlichen Raum, von kleinen Mini-Pop-Up-Formaten bis zu aufwendigeren termingebundenen Performances, geben. So zum Beispiel die Stuttgarterin Sarah Chaudon mit "Heikel", die an wechselnden Orten individuelle Freiräume mit einer Leiter erkunden wird. Oder Ariel Doron, der als Walk-Act das Verhältnis von Mensch und Tier auslotet.

Letztere als "Pop-Up-mini"- Performances im öffentlichen Raum, die, kaum sind sie aufgetaucht, auch schon wieder verschwinden. Hinzu kommen auch etwas aufwendigere Formate wie die Trapezkünstlerin Chloé Moglia, das Stuttgarter O-Team oder die französische Companie des Künstlers Yoann Bourgeois, "CCN2". Immer vorausgesetzt natürlich, ausländische Gruppen dürfen überhaupt reisen.

Digitale Natur

Die dritte geplante Säule wird, kaum verwunderlich in dieser Zeit, digitaler Natur sein. Hierbei wird eine Online-Programmreihe angeboten, die die innovativen Entwicklungen im Bereich des digitalen beziehungsweise des virtuellen Theaters aufgreift und darstellt.

Das Programmheft, das sich bereits in Arbeit befindet, wird für viele weiterführende Informationen verstärkt auf die Website verweisen (müssen). Denn die Veranstalter, immerhin ja auch die Städte Nürnberg und Fürth, sind coronabedingt gezwungen, flexibel reagieren zu müssen, im wahrsten Sinne "von Spiel zu Spiel" zu denken.

Ein Versprechen werde aber gegeben, so Eva-Maria Hugo: "Alle Aktionen, die Anfang Mai nicht stattfinden können, sollen als Einzelprojekte nachgeholt werden."

2 Kommentare