Uniklinik: Zwei Pflegeschülerinnen im Einsatz

10.3.2021, 12:30 Uhr
Marie Baumüller (l.) und Mareike Häckel zeigen an einer Simulationspuppe, wie sie den Kopfumfang bei Säuglingen messen.

Marie Baumüller (l.) und Mareike Häckel zeigen an einer Simulationspuppe, wie sie den Kopfumfang bei Säuglingen messen.

Vorsichtig nimmt Mareike Häckel den Säugling aus dem Wärmebett und achtet darauf, dass die am Kind angebrachten Ableitungen und Infusionen nicht verrutschen. Die 21-jährige Examensschülerin legt den frühgeborenen Jungen auf die Wickelablage, um seine Größe und den Kopfumfang zu ermitteln. Unterstützung erhält sie dabei von ihrer Kurskollegin Marie Baumüller.

Im Hintergrund hat Praxisanleiterin Carmen Stöcker jeden Handgriff der beiden angehenden Pflegefachkräfte im Blick. Die beiden Auszubildenden sind zwei der 20 Teilnehmer des diesjährigen Examenskurses für Gesundheits- und Kinderkrankenpflege am Uni-Klinikum Erlangen.

Mit besonderem Hygienekonzept

Dass das regelmäßige Projekt "Schüler leiten eine Station" dieses Jahr trotz der Corona-Pandemie umgesetzt werden konnte, sei eine Herausforderung gewesen, berichtet die Praxisanleiterin. "Wir haben sehr sorgfältig geplant, damit es stattfinden konnte. Die praktische Erfahrung des selbstständigen Arbeitens auf einer Station ist ein unschätzbar wichtiger Bestandteil der Ausbildung." Vor Beginn erhielten alle Projektteilnehmer eine intensive Schulung in den Vorgaben des besonderen Hygienekonzepts der Kinderklinik des Uni-Klinikums Erlangen.

Wiedersehen mit den Kollegen

Für die beiden Examensschülerinnen bedeutete das Projekt ein Wiedersehen mit ihren Ausbildungskollegen, mit denen sie sich seit Wochen nur digital austauschen konnten. "Unsere Zeit hier zusammen auf der Station ist eine Entschädigung für alle gemeinsamen Aktionen, die coronabedingt leider ausfallen mussten", sagt Marie Baumüller. Und Mareike Häckel ergänzt: "Wir sind in unserem Kurs eng miteinander verbunden und motivieren uns auch immer wieder gegenseitig. Es ist so schön, sich einmal wieder richtig zu sehen."

Aufgrund der Corona-Bestimmungen wurden den Examensschülern alle Theorieblöcke im digitalen Distanzunterricht vermittelt – die Anwendung in der Lernwerkstatt der Ausbildungsstation des Uni-Klinikums war ebenso wenig möglich wie ein direkter Austausch miteinander. Marie Baumüller: "Es war ein deutlich höherer Lernaufwand, weil wir uns viele Inhalte selbstständig erarbeiten mussten."

Ersatzlos ausgefallen

Auch auf die praktische Ausbildung haben sich die Corona-Beschränkungen ausgewirkt, wie die beiden Auszubildenden bestätigen. "Diverse Einsätze sind ersatzlos ausgefallen. Außerdem fehlen uns viele wichtige Stationserfahrungen, zum Beispiel zum Ablauf der Übergaben, weil wir daran aus Infektionsschutzgründen nicht mehr teilnehmen dürfen", berichtet Häckel.

Umso mehr schätzen die beiden die Praxis, die das zweiwöchige Projekt ihnen geboten hat. "Dadurch erhielt ich täglich ein konkretes Feedback, was meine Stärken sind und in welchen Bereichen ich noch mehr Übung brauche", erklärt Baumüller. Auch die Ärzte der Station begleiteten die Nachwuchspflegekräfte etwa bei der Visite.

Der richtige Beruf

Marie Baumüller hatte sich nach ihrem Abitur in der Kinderklinik des Uni-Klinikums Erlangen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert und sich währenddessen auf einen Ausbildungsplatz als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin beworben. Auch die frühere Gymnasiastin Mareike Häckel nutzte das FSJ für erste Erfahrungen in der Kinderkrankenpflege im Uni-Klinikum Erlangen und ist kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung überzeugt, sich für den richtigen Beruf entschieden zu haben.

Keine Kommentare