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Unter Erlangens Dächern ist noch Platz

Stadt will den Ausbau von Dachgeschossen unterstützen, um die Wohnungsnot in der Stadt zu lindern - 17.04.2015 18:29 Uhr

Die Stadt Erlangen will den Ausbau von Dachgeschossen zu Wohnraum ankurbeln. In einer Informationsveranstaltung soll auf die Möglichkeiten hingewiesen werden.

17.04.2015 © Kai Remmers/dpa


Die Stadt ist um 2,7 Prozent mehr Einwohner gewachsen, die Haushalte stiegen um 5,5 Prozent, die Zahl der Wohnungen wuchsen aber lediglich um 3,3 Prozent. Janik: „Über 1000 Familien stehen beim Wohnungsamt Schlange nach gefördertem Wohnraum“. Die neuen Mitarbeiter bei Areva werden auch Wohnungen in der Stadt suchen.

Obwohl die Stadt selbst die Initiative ergriffen und der kommunalen Gewobau pro Jahr rund 50 Millionen Euro für Neubauten und Nachverdichtungen zur Verfügung stellt, müssen die Gebäude erst noch errichtet werden.

Trotzdem ist die Nachfrage bereits enorm, berichtet Baureferent Josef Weber. „Für die Brüxer Straße gibt es schon mehr Anfragen als dort Wohnungen entstehen. Und das neue Baugebiet in Büchenbach wurde dreifach überzeichnet“. Dachgeschosse böten ein „großes Potenzial“ für günstigen Wohnraum.

Erklärtes Ziel der Stadt sei es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sagt Janik. „Die Mietpreise in Erlangen gehören nach München zu den höchsten in Bayern“. Gäbe es mehr Wohnungen als Nachfrage, würden die Mieten sinken. Der OB hat bereits zum Dachgeschossausbau etliche Gespräche etwa mit dem Haus- und Grundbesitzerverein geführt und ist auf viel Entgegenkommen gestoßen.

Baureferent Weber schätzt, dass im Stadtgebiet rund ein Drittel aller vorhandenen Dachgeschosse ausgebaut werden können. „Je älter die Häuser, umso besser könnte der Ausbau funktionieren“. In älteren Häusern führe nämlich meistens eine richtige Treppe in das überwiegend als Trockenraum genutzte Dach.

60 000 Pendler täglich

Um den neuen Mosaikstein der Öffentlichkeit vorzustellen, hat die Stadt einen Informations-Flyer aufgelegt, der im Rathaus und beim Haus- und Grundbesitzerverein ausliegt. Zusätzlich gibt es am Dienstag, 19. Mai, um 19.30 Uhr im Ratssaal eine Info-Veranstaltung, bei der über den Ausbau der Dachgeschosse umfassend aufgeklärt wird.

Für den Oberbürgermeister ist der Ausbau der Dachgeschosse „wieder ein Schritt, die große Notlage bei Wohnungen zu reduzieren“. Die Stadt will im Endeffekt auch die Zahl der rund 60 000 Einpendler, die zur Arbeit nach Erlangen fahren, reduzieren. „Wer in Erlangen bezahlbaren Wohnraum findet, muss nicht mehr mit dem Auto, Bus oder Bahn in die Stadt kommen und wieder wegfahren.“

Um das Dachgeschoss ausbauen zu können, muss es unter gewissen Umständen nicht einmal eine Baugenehmigung geben. Es darf sich zum Beispiel bei dem Gebäude um kein Denkmal handeln, der Ausbau darf die Dachkonstruktion und die äußere Gestalt des Hauses nicht verändern.

Baureferent Weber weist aber vorsorglich darauf hin, dass immer Gesetze eingehalten werden müssen. So müssen auch Dachgeschoss-Wohnungen über Fluchtwege ins Freie verfügen, aber auch die Energieeffizienz muss beachtet werden. Ungedämmte Dachwohnungen könnten nämlich im Sommer sonst unerträglich warm werden.

Unter www.erlangen.de/bauaufsichtsamt kann der Flyer heruntergeladen werden. Unter der Rufnummer (0 91 31) 86 10 02 können sich Bauherren beim Bauaufsichtsamt informieren.

EGBERT M. REINHOLD

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