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Uttenreuth: Geht es ohne Männer wirklich nicht?

Unternehmensberaterin Isabelle Kürschner beo emier CSU-Reihe - 30.01.2017 12:00 Uhr

Isabelle Kürschner. © privat


„Ohne Männer geht es nicht“, hieß der erste Abend aus der neuen Veranstaltungsreihe „Da schau her!“ von Frauenunion und Junger Union des CSU-Kreisverbands Erlangen-Höchstadt. Zielgruppe sollen vor allem junge Menschen und Frauen sein. Die Damen waren unter den etwa 20 Zuhörern zwar in der Überzahl, junge Menschen bildeten aber die Ausnahme. Viele der Anwesenden waren außerdem selbst CSU-Mitglieder, unter ihnen war auch der Erlanger Bundestagsabgeordnete Stefan Müller.

An diesem Abend sollte es um das Problem der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in der Arbeitswelt gehen. Isabelle Kürschner, Politik- und Unternehmensberaterin wählte hier allerdings einen neuen Ansatz: Wie Männer Frauen dabei unterstützen können, die Situation zu verbessern. Der Trend komme aus den USA, so die Referentin.

Sie verteilte zunächst kleine runde Zettel im Publikum, auf die jeder anhand einer Skala notieren sollte, ob er in seinem Leben – sei es privat oder beruflich – mehr von Männern oder mehr von Frauen unterstützt wurde. Es stellte sich heraus: Bei den meisten Anwesenden waren die Unterstützer männlich, ganz im Sinne der Botschaft des Abends.

Im Folgenden erzählte Isabelle Kürschner, wie sie zu ihrem Thema kam. Nämlich anhand des deutlichen Männerüberschusses in der CSU, der sie auch persönlich verbunden ist. Sie erklärte, dass die Frauenquote nur auf den oberen Hierarchieebenen greife, weshalb in der Parteispitze der Männerüberschuss nicht mehr so stark sei wie auf kommunaler Ebene. In den Vorständen der Unternehmen ginge es noch langsamer voran.

Dabei legen verschiedenste Studien nahe, dass ein erhöhter Frauenanteil in Unternehmen positive Effekte mit sich bringt: Die Insolvenzgefahr sinke, es gebe weniger Korruptionsfälle und die weiblichen Kollegen seien häufig besser vorbereitet. Trotzdem würden Männer die Karriereleiter schneller erklimmen, weil ihnen mehr zugetraut werde. Gleichzeitig fehle Frauen oft das Vertrauen in sich selbst.

Bei gezielter Förderung sei ebenfalls ein Unterschied festzustellen: Frauen hätten „Mentoren“, die ihnen theoretische Tipps geben und mit ihnen reden. Männer hätten „Sponsoren“, die ihren Schützlingen Türen öffnen und eine Gelegenheit verschaffen, sich zu beweisen.

Die Lösungsvorschläge fielen im Vergleich zur Darlegung des Problems recht knapp aus: Die Referentin empfahl, Wissen über das Thema zu vermitteln, Ängste zu nehmen und Chancen aufzuzeigen.

Sie appellierte zum Schluss an das Publikum: Bei den Geschlechtern brauche man ein Miteinander und kein Gegeneinander.

Dazu fiel einer Zuhörerin eine Anekdote ein: Als sich die Frauenunion in Uttenreuth vor 30 Jahren gründete, habe es Proteste von Männern vor dem Versammlungsraum gegeben. Sie seien dagegen gewesen, dass die Frauen in die Politik gingen. Das Ganze sei so bedrohlich geworden, dass die Frauen die Polizei riefen. Ein Miteinander sieht anders aus. 

GISA BODENSTEIN

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