Voller Adrenalin: Bruck gewinnt endlich ein Spiel

Erlangen: Redakteurin der Erlanger Nachrichten: Katharina Tontsch. 02.07.2015. Foto: Harald Sippel
Katharina Tontsch

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30.10.2018, 11:00 Uhr
Kein Würge-Angriff, sonder einfach nur pure Freude: Mirko Scholten (rechts) und Philipp Hirning freuen sich gemeinsam über den Sieg.

© Harald Sippel Kein Würge-Angriff, sonder einfach nur pure Freude: Mirko Scholten (rechts) und Philipp Hirning freuen sich gemeinsam über den Sieg.

Erinnern kann sich Mirko Scholten an diese Szene nicht. Trotzdem kann er versichern, dass er seinem Teamkollegen nicht wirklich gefährlich werden wollte. "Da ist man voller Adrenalin", sagt der Kapitän später, mit weit weniger Adrenalin. Trotzdem schwingt die Stimme aufgeregt mit, wenn er erzählen soll, wie das so war am Samstagabend.

Die Brucker Handballer haben endlich wieder ein Spiel gewonnen. In der dritten Liga war es erst der zweite Sieg überhaupt. Vor diesem Wochenende war der Drittliga-Aufsteiger Tabellenletzter. "Wir standen mit dem Rücken zur Wand", sagt Scholten. Der Kreisläufer, der zu Saisonbeginn im Urlaub war, hatte den ersten und einzigen Sieg im ersten Spiel verpasst, er hatte in der dritten Liga noch überhaupt nie gewonnen. Nun, gegen den TV Gelnhausen, gelang es ihm endlich. "Sunshine (Mitspieler Marius Hümpfer, d. Red.) ist nach dem Spiel auch zu mir gekommen und meinte: Willkommen in der ditten Liga", sagt Scholten. "Das ist einfach geil."

Davor hatte es für TV 1861 fünf Niederlagen in Folge gegeben. "Wir hatten nichts mehr zu verlieren, konnten befreit aufspielen", sagt Scholten. "Bis in die Haarspitzen motiviert" war das Team. Dafür hatte auch der Trainer gesorgt. "Wir haben uns an das Unentschieden im Derby erinnert, da haben wir auch ohne Rücksicht auf Verluste gespielt", verrät der Kapitän. Vor dem Spiel saßen die Handballer in der Kabine, Coach Ben Ljevar bat sie, ihre Augen zu schließen. "Wir sollten an das Derby denken, 30 Sekunden war es still, dann haben wir uns wie immer angeschrien."

Die Besinnung auf die eigenen Stärken zeigte Wirkung. Zwar lagen die Brucker gegen Gelnhausen, eine Woche zuvor noch Sieger gegen die U23 des HC Erlangen, zunächst mit zwei Toren zurück. "Doch das hat uns nicht gestört, wir waren dauerhaft im Angriffsmodus", sagt Scholten. Er selbst hatte am Kreis begonnen, "wir dachten, es ist unser Spiel. Wir haben uns nicht verunsichern lassen." Eigene Fehler bemerkten die Handballer so gar nicht. "Ich habe die erst in der Videoanalyse gesehen."

Eine verbesserte Deckung und ein überragender Lars Goebel im Tor machten es den Gegnern schwer, auf der anderen Seite brachten die Hausherren ihr Tempospiel durch. "Wir haben endlich unser Schlüsselelement abgerufen und vorne fast alles getroffen."

"Wir haben gesehen, dass wir es noch können"

Auch Steffan Meyer, mit zehn Toren erfolgreichster Werfer, fand wieder zu alter Form. "Er war letztes Jahr eine wichtige Stütze, ist nun nach einer Schwächephase wieder da", sagt Mirko Scholten. Mit 15:12 gingen die Brucker in die Pause, am Ende lagen sie mit neun Toren vorne. Die Erleichterung ist groß. "Wir haben gesehen, dass wir es noch können."

Zwischenzeitlich, das gibt der Kapitän zu, sei der Zweifel gewachsen, ob das Team stark genug ist für die dritte Liga. "Jeder Spieler hat sich hinterfragt. Wir wissen, dass es nicht gegen jeden in dieser Liga reicht. Es muss Vieles klappen." Dann gelingt auch ein Sieg wie gegen Gelnhausen. Wie wichtig das war, zeigt die Tabelle. Auch Mitkonkurrent Coburg hat gepunktet.

"Wir müssen nun mühsam weiter machen", sagt Scholten. "Die Situation ist so, dass wir jedes Spiel für sich nehmen müssen. Wer auch immer kommt, wir brauchen zwei Punkte." Das gilt vor allem für den kommenden Sonntag. Dann treten die Brucker bei der SG Bruchköbel an. "Ein Pflichtsieg, wenn wir drin bleiben wollen", sagt Scholten. Das Adrenalin steigt.

TV 1861 Bruck: Goebel, Naglik; Meyer 10/5, Mangen 6, Krämer 5, Hirning 4, Mücke 3, Duscher 3, Hümpfer 2, Eichhorn 1, Scholten 1, Kohler, Völcker, Härtl, Schneck, Ochs.

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