Von Käswasser bis Ochsenschenkel: 10 sprechende Ortsnamen in Erlangen-Höchstadt

Claudia Freilinger
Claudia Freilinger

Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt

E-Mail zur Autorenseite

11.7.2022, 13:31 Uhr

© Montage: nordbayern.de

1. Zweifelsheim

"Ach, ich weiß nicht - vielleicht lassen wir das lieber sein? Sind in Zweifelsheim alle hin- und hergerissen und wissen nicht, was sie wollen? Nein, denn vielleicht sind die rund 150 Einwohner in dem Gemeindeteil von Herzogenaurach auch mal zweigespalten, ihr Ortsname geht aber zurück auf dem Personennamen Zwival, der die Siedung wahrscheinlich vor 1348 gegründet hat.

2. Klebheim

Der Ort Klebheim, der zur Gemeinde Heßdorf gehört, ist zwar sehr anziehend - lässt einen aber auch wieder los. Sein Name weist auf einen schweren, klebenden Boden hin. Im Würzburger Lehenbuch von 1303 wurde der Ort als „Klebehain“ erstmals urkundlich erwähnt.

3. Käswasser

Wer das Ortsschild dieses Gemeindeteils von Kalchreuth sieht, denkt vielleicht an stinkige Füße. Tatsächlich bezieht sich der Name Käswasser aber wahrscheinlich auf den Bach, der wohl so bezeichnet wurde, weil er immer trüb war.

4. Schneckenhof

Die Einzelsiedlung, die zu Marloffstein gehört, ist von beiden Arten bewohnt: Schnecken und Menschen. Entweder der Name geht zurück auf das Tier, dann deutet er auf einen feuchten Boden hin. Oder er orientiert sich am Familiennamen Schneck, einem Hofbesitzer.

5. Wunderburg

Wunder gibt es immer wieder in dieser zweiten Einzelsiedlung im Gebiet Marloffstein? Vielleicht, aber mit dem Namen hat das nichts zu tun. Der Ort wurde 1420 als „Wunderpurg“ erstmals urkundlich erwähnt und sein Name leitet sich wahrscheinlich ab von "wunne, wund(e)" (mittelhochdeutsch für Wonne und im übertragenen Sinne Weideplatz).

6. Spardorf

In Spardorf stemmt der Landkreis mit dem Neubau des Gymnasium die bei weitem teuerste Baumaßnahme, die er je tragen musste. Passt das zusammen, wenn dort alle immer aufs Geld schauen? Tun sie gar nicht. Denn der Ortsname leitet sich wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen Wort "spar(we)", also Spatz oder Sperling, ab.

7. Ochsenschenkel

Der kleine Weiler mit rund 50 Einwohnern, der zu Vestenbergsgreuth gehört, hat wie Schneckenhof einen tierischen Namen. Vermutlich leitet er sich ab von einer Flur, also einem Landschaftsteil, der wegen seiner Form Ochsenschenkel genannt wurde.

8. Poppenwind

Nein, mit Sex hat die Sache nichts zu tun. Das stille Örtchen Poppenwind, das zur Gemeinde Gremsdorf gehört, hatte einst einen Dorfherren namens Poppo. Vermutlich wegen diesem fränkischen Adeligen hieß die Siedlung bei ihrer ersten Erwähnung im Jahr 1303 „Boppenwinden“.

9. Großgeschaidt und Kleingeschaidt

Tja, wo sind sie wohl schlauer? In Großgescheit oder in Kleingescheit? Um Cleverness geht es gar nicht bei den beiden Gemeindeteilen von Heroldsberg. 1302 wurde der Ort als „Gescheyth“ erstmals urkundlich erwähnt, der Name orientiert sich am Wort "gescheide". mittelhochdeutsch für Grenze. Als politische Grenze käme da die Fraischgrenze zwischen den Ämtern Heroldsberg und Eschenau in Betracht. Und es gibt laut Wikipedia noch eine andere Theorie, nämlich die Ableitung von Geschaide, das in der Fachsprache der Imker einen leeren Bienenbehälter bezeichnet. Demnach wäre also dort eine Bienenzucht anzunehmen.

10. Hundsmühle

Zum Abschluss wird es nochmal tierisch - oder auch nicht. Die Einzelsiedlung "Hundsmühle" gehört zu Heroldsberg, erstmals urkundlich erwähnt als „Heylosmüle“, später auch als „Hersperger mul“. Der Name ist also als verschliffene Form von Heroldsberger Mühle zu deuten. Hunde gab es dort vielleicht auch, vor allem aber Pferde, denn 1982 verlegte der Reitclub Nürnberg seinen Sitz auf die Hundsmühle.

Keine Kommentare