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Vorsicht: Unseriöse Dachdecker sind in Erlangen unterwegs

Hausierende Vertreter locken mit scheinbar günstigen Angeboten - 21.05.2019 14:00 Uhr

Nicht allen Dachdecker-Firmen kann man vertrauen. © Patrick Pleul/Archiv (dpa)


Warum warnen sie vor den Angeboten der Dachdecker?

Es geht um diejenigen Dachdecker, die vor allem in Altbestandssiedlungen Vertreter herumschicken, die dann vornehmlich ältere Menschen ansprechen, dass sie Fehler oder undichte Stellen auf ihrem Dach entdeckt hätten und es dringend neu gedeckt werden müsse. Sie kommen mit vorgefertigten Verträgen und überreden die Bewohner zum Unterzeichnen. In der Regel beinhalten solche Leistungen jedoch lediglich eine Neudeckung, das heißt es werden die Dachziegel abgenommen und neue Ziegel gelegt. Das Ganze kostet dann zwischen 7000 und 12 000 Euro.

Eine regelgerechte Dachsanierung hingegen kann 30 000 bis 40 000 Euro kosten. Doch die reine Dachdeckung wäre bei einem seriösen Anbieter wesentlich billiger, zwischen 4000 und 5000 Euro. Die Angebote wirken also im ersten Moment faszinierend billig, sind aber weit überteuert und halten sich im Vergleich zu seriösen Betrieben nicht an die Mindeststandards zur Wärmedämmung nach der Energieeinsparverordnung.

Konrad Wölfel © Foto: Sabine Ismaier


Was unterscheidet seriös arbeitende Dachdecker von diesen unseriösen Angeboten?

Ein Unterschied ist, dass seriöse Dachdeckerbetriebe in der Regel mit Aufträgen ausgelastet sind und nicht auf die Idee kämen, Leute herumzuschicken und an Wohnungstüren zu klingeln. Dazu kommt, dass die Leistungen der unseriösen Betriebe absolut minderwertige Arbeit sind, die den gesetzlichen Vorgaben eindeutig nicht entspricht und letztendlich auch mit Bußgeldern für die Bewohner enden kann: Der Gesetzgeber gibt über die Energieeinsparverordnung vor, dass wenn die Dachhaut erneuert wird, ein Mindeststandard an Wärmedämmung eingehalten werden muss. Diesen halten diese Betriebe im Gegensatz zu seriösen Dachdeckern jedoch nicht ein, was auch das Thema Energieeinsparung und Klimaschutz betrifft.

Was kann man dagegen unternehmen? Sollte man die Polizei verständigen?

Ich weiß nicht, ob die Polizei da einschreiten kann. Der dringende Rat ist, keine Unterschrift an der Haustür leisten, sondern sich im Vorfeld Angebote von mindestens drei Dachdeckern aus der Region einzuholen und sich beraten zu lassen.  

TIM KÖNIG

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