Fokus auf Gesundheitsthemen

Wahlkampf-Endspurt der CSU in Erlangen mit Jens Spahn

Stefan Mößler-Rademacher, Leiter der Lokalredaktionen Erlangen und Herzogenaurach
Stefan Mößler-Rademacher

Erlanger Nachrichten, Leiter der Lokalredaktionen Erlangen und Herzogenaurach

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21.9.2021, 10:30 Uhr
CSU-Wahlkampf in Erlangen mit Stefan Müller (links) und Jens Spahn.

CSU-Wahlkampf in Erlangen mit Stefan Müller (links) und Jens Spahn. © Klaus-Dieter Schreiter, NN

Jens Spahn lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Schon gar nicht, wenn er zum Start in einen Tag zu einem ""Politischen Frühschoppen" ins Cafe Sax eilt, um dort vor seiner Rede beim Erlanger "Weltmarktführer Innovation Day" den Erlanger CSU-Direktkandidaten Stefan Müller beim Bundestagswahlkampf-Endspurt zu unterstützen - und dort regelmäßig die Kaffeemaschine hinterm Tresen Zisch-Laute von sich gibt. "Es wäre doch was, wenn am Medizintechnik-Standort Erlangen eine Kaffeemaschine ohne Geräusche erfunden wird. Aber ich muss ja regelmäßig mit ganz anderen Geräuschkulissen klarkommen."

Eine kleine Anspielung auf die Proteste, die es am Rande von Veranstaltungen geben kann, wenn der Bundesgesundheitsminister unterwegs ist. Schließlich ist er gerade für Menschen aus dem "Querdenker"-Lager ein Feindbild. Die Sicherheitsmaßnahmen sind deshalb bei seinen Auftritten eindrucksvoll. Fünf Mannschaftswagen der Polizei parken in Erlangen auf dem Schlossplatz. Aber gerade einmal eine Handvoll Demonstranten hat sich für den Protest eingefunden.

Großes Polizeiaufgebot am Schlossplatz beim Besuch von Jens Spahn in Erlangen.

Großes Polizeiaufgebot am Schlossplatz beim Besuch von Jens Spahn in Erlangen. © Klaus-Dieter Schreiter, NN

Im Cafe ging es schwerpunktmäßig - wenngleich mit einer ganz anderen Haltung - ums Thema Gesundheit und Corona. Spahn warb eindringlich fürs Impfen. Für Spahn der "Ausweg aus der Pandemie". Spahn: "Impfen ist einer der großen Errungenschaften der Menschheit."

Laut Spahn - und in dieser Einschätzung bekommt er Unterstützung von Stefan Müller - habe Deutschland die Corona-Krise gut gemeistert. Das stellt der stellvertretende Parteivorsitzende der CDU mit Blick auf die Fall-Zahlen im Gesundheitswesen und die Leistungsfähigkeit der Intensivstationen fest. Zudem verweist er auf die staatlichen Hilfen und Unterstützungen für die Branchen, die durch die Corona-Regeln besonders betroffen waren. Möglich sei dies gewesen, da die Union stets die "schwarze Null" verteidigt habe - und auch weiterhin auf Anreize für Investitionen setzen möchte, anstelle Steuern und die Staatsausgaben zu erhöhen.

Aber Spahn betont bei seinem über einstündigen Abstecher zur CSU-Basis samt Frage-Runden auch, wie wichtig der Dialog, der Austausch von konträren Meinungen und die Suche nach Kompromissen seien: "Aus Spannungen in der Gesellschaft darf keine Spaltung entstehen." Die Möglichkeit, der Kritik an seiner Politik zu lauschen, bot sich für Spahn im Anschluss an die harmonische CSU-Veranstaltung. Vor der Ladeshalle, in der der "Innovation Day" stattfand, hatte die Gewerkschaft "Verdi" zur Demonstration aufgerufen. Einige der Forderungen mit Blick aufs Gesundheitswesen: "Verbindliche Vorgaben für genug Personal" oder "Gesundheit vor Profit".

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