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Montag, 06.07.2020

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Wasserschöpfräder in Möhrendorf werden aufwändig saniert

Das Vierzigmannrad wurde nun aufwendig von vier kräftigen Helfern zurück in die Regnitz gesetzt - 27.05.2020 19:30 Uhr

Alles andere als einfach ist das Einsetzen in die Fluten der Regnitz. Auch unter der Wasseroberfläche muss alles stimmen – hier führen eingearbeitete Grundbäume die Strömung auch zum Schöpfrad.


Das Vierzigmannrad ist eines von zehn Wasserschöpfrädern in Möhrendorf – und dort das einzige, das mit 18 Schöpfeimern auf jeder Seite bestückt ist. Alle übrigen Wasserschöpfräder haben 24 Kümpfe, aber nur auf einer Seite. Das hat mit den Wasserrechten zu tun, erklärt Bürgermeister Thomas Fischer, gleichzeitig Vorsitzender der Wasserradgemeinschaft des Ortes.

Das Vierzigmannrad wurde nun, wie jedes Jahr, saniert und aufwendig von vier kräftigen Helfern zurück in die Regnitz gesetzt. Dabei gibt Zimmermann Horst Gegner den Ton an beim Zusammenbau mit den Gemeindearbeitern Matthias Geier und Christoph Kautzner. Erwin Kohlmann, dem das Vierzigmannrad einst gehörte, gibt Tipps, damit alles reibungslos funktioniert. Er konnte den Zusammenbau nicht mehr alleine bewerkstelligen, daher hatte er das Rad der Gemeinde überlassen.

Um die Strömung der Regnitz zum Schöpfrad zu leiten, sind in den Grund des Flusses dicke Kiefernstämme mit Löchern eingelassen – sogenannte Grundbäume. In diese Löcher werden alljährlich Pfähle eingeschlagen, "Doggen", wie Fischer es nennt. Das machen Horst Gegner und Erwin Kohlmann von einem Boot aus. Anschließend legen sie sieben Meter lange Bretter davor. Um diese Arbeit ausführen zu können, ist nicht nur große Erfahrung notwendig, sondern auch Geschick.

"Ohne die gute Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt und den bayerischen Staatsforsten könnten wir das alles gar nicht bewerkstelligen", sagt Bürgermeister Fischer. So stellt der Forst das Holz zur Verfügung, das jedes Jahr aufs Neue zur Instandhaltung des Rades benötigt wird. Besonders begehrt sind dabei die sogenannten Krümmlinge, aus denen die Rahmen des Rades gebaut werden. Dafür benötigt man derart krumm gewachsene Kiefern, dass sie dem Radius des Rades entsprechen. Davon gibt es nur sehr wenige in den Wäldern.

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Die Wasserräder von Möhrendorf

Die Regnitz hat ihr Vierzigmann-Wasserschöpfrad bei Möhrendorf wieder. Zuletzt gehörte es Erwin Kohlmann. Weil der alljährliche Zusammenbau alles andere als einfach ist und er ihn allein nicht mehr bewältigen konnte, kümmert sich nun die Gemeinde darum. Und dafür braucht es viel Erfahrung und Geschick.


Das Wasserwirtschaftsamt muss letztendlich die Genehmigung geben für die Einbauten in den Fluss. Das Vierzigmannschöpfrad, das mit dem geschöpften Wasser ein Feuchtbiotop speist, ist auch für Menschen mit Behinderung vom Parkplatz aus, der unterhalb der Regnitzbrücke an der Kreisstraße liegt, gut erreichbar. Dort ist eine Informationstafel über das "Freilandmuseum Möhrendorfer Wasserschöpfräder" angebracht. Im Oktober wird das Rad abgebaut.

KLAUS–DIETER SCHREITER

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