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Wer wird in Neunkirchen Richters Nachfolger?

Die Bürgermeisterwahl war selten so spannend wie diesmal. Noch werden Kandidaten gesucht. - 11.10.2019 15:00 Uhr

Martin Walz zeigt sich zugkräftig — doch wer tritt gegen ihn bei der Bürgermeisterwahl an? © Petra Malbrich


Offiziell nominiert ist bislang nur Gemeinderat Martin Walz. Doch "in einer Demokratie sollte es mehrere Kandidaten für ein Wahlamt geben", meint Karl Germeroth, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler in Neunkirchen. Die FW stellen den momentanen Bürgermeister Richter, der nicht noch einmal bei der Wahl antreten möchte (wir berichteten).

Wer wird Favorit der FW?

Ein Kandidat oder eine Kandidatin aus den Reihen der Freien Wähler soll auf jeden Fall zur Wahl stehen. Und eines sei bereits sicher: "Er kommt nicht aus dem Gemeinderat", so Germeroth. Denn fast alle derzeitigen FW-Gemeinderäte – Karl Germeroth, Sandra Richter und Ines Barrabas – hören mit Ende dieser Legislaturperiode auf. Christian Boeckmann kandidiert wieder als Gemeinderat.

Der Fraktionsvorsitzende verspricht: "Die FW Neunkirchen haben neue gute Leute auf der Liste. Die Liste ist fast gefüllt." Mit einer jüngeren Mannschaft wolle die Partei in die nächste Wahlperiode gehen.

Auch die Grünen wollen einen Kandidaten ins Rennen schicken. Namen können noch nicht genannt werden, die Bewerbungen laufen gerade. Eines sei sicher: "Ein Weiter-so darf es in Neunkirchen nicht geben", sagt Holger Kotouc, der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Gemeinderat. Es stünden viele Herausforderungen an: Neben der Schule, dem Hemmerleingelände und Wohnen in Neunkirchen müsste mehr in Bezug auf den Klimawandel geschehen. Bei den Themen erneuerbare Energien, Mobilität, Innerortgestaltung mit Grün- und Freiflächen und beim Naturschutz seien wichtige Entscheidungen zu treffen, sagt Kotouc.

Martin Walz von der CSU freut sich auf ein mögliches Bürgermeisteramt: "Die Kommunalpolitik hat den Charme, dass man die Lösungen und Ergebnisse vor Ort erleben kann. Das beginnt bei den Finanzen und endet bei der Frage, wie wir unseren Ort langfristig gestalten wollen", betont er.

Das Interesse an der Kommunalpolitik begann bei Martin Walz schon in jungen Jahren. "Da hatte ich mich auf einer Bürgerversammlung für den Bolzplatz am Schellenberger Weg eingesetzt", erinnert er sich. Danach sei er angesprochen worden, ob er sich nicht engagieren will. "2002 habe ich dann erstmalig auf der Liste der Jungen Bürger für den Gemeinderat kandidiert. Damals zwar ohne in den Gemeinderat zu kommen, aber dafür mit der Bestellung als kommunaler Jugendbeauftragter", erzählt Martin Walz, der damals gerade 20 Jahre alt gewesen ist.

Bei der Gemeinderatswahl 2008 stand er dann erstmals auf der Liste der CSU und hat es mit gerade 26 Jahren in den Gemeinderat geschafft. Das jüngste Gemeinderatsmitglied war er trotzdem nicht; das war Bürgermeister Richters Tochter Sandra.

Walz ist der einzige in Neunkirchen, der seine Kandidatur bereits zu Jahresbeginn öffentlich machte. "So frühzeitig finde ich das gar nicht. Es war ja kein Schnellschuss, sondern ein Thema, mit dem wir uns in der Familie und in der Partei schon länger auseinandergesetzt haben", sagt der 38-Jährige und fügt an, es verwundere ihn eher, dass andere eine so wichtige Entscheidung kurzfristig treffen.

Walz ist sei fast zwölf Jahren Mitglied im Marktgemeinderat, seit fast sechs Jahren ist er Sprecher seiner Fraktion. Darüber hinaus ist der Vater dreier Kinder ehrenamtlich engagiert, beispielsweise als Fotograf, als Betreuer der Gemeindehomepage, in der Jugendarbeit oder bei verschiedenen Vereinen. "Kombiniert mit inzwischen über zehn Jahren als Führungskraft bei der Sparkasse, sollte das eine recht gute Befähigung für das Amt des Bürgermeisters der zweitgrößten Gemeinde im Landkreis ergeben", findet er.

Pfister winkt ab

Bleibt die SPD. Entgegen eventueller Vermutungen wird der derzeitige Dritte Bürgermeister Andreas Pfister nicht für das Bürgermeisteramt kandidieren. Er wolle sich aber auf jeden Fall erneut für den Gemeinderat aufstellen lassen. So wie die anderen amtierenden Gemeinderäte aus der SPD Fraktion auch.

Lange überlegt hatte Benjamin Hoell, der Vorsitzende des SPD-Ortsverbands. Er ist 35 Jahre alt und hat zwei kleine Kinder. Da die Kinder noch klein seien, habe er sich gegen eine Kandidatur für das Bürgermeisteramt entschieden. Allerdings werde auch er sich für den Gemeinderat aufstellen lassen, kündigt er an.

PETRA MALBRICH

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