Werner Bätzing mit Deutschem Alpenpreis ausgezeichnet

5.2.2015, 07:00 Uhr
Der emeritierte Professor und Alpenpapst Werner Bätzing wird am Mittwochabend für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Der emeritierte Professor und Alpenpapst Werner Bätzing wird am Mittwochabend für sein Lebenswerk ausgezeichnet. © dpa

Werner Bätzing übt scharfe Kritik an Alpen-Attraktionen wie den

Werner Bätzing übt scharfe Kritik an Alpen-Attraktionen wie den "Alpspix", einegläserne Plattform auf dem Osterfelderkopf bei Garmisch-Partenkirchen. © dpa

Die letzten 15 Jahre haben die Alpen stärker verändert als die vergangenen 8000 Jahre, lautet eine zentrale These des Regionalforschers. Zwei Entwicklungen macht er dafür verantwortlich: die Verstädterung der Alpentäler und Tourismuszentren einerseits und die Entvölkerung vieler Gebirgsräume andererseits. Die Alpen verlieren, so seine Mahnung, ihren Stellnwert als eigenständiger Lebens- und Wirtschaftsraum. Der Fokus liege allein auf den zehn alpennahen Metropolen wie zum Beispiel München.

Der Professor hatte bis 2014 seinen Lehrstuhl am Institut für Georgraphie der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg. "Seit Mitte der 1980er Jahre prägt Werner Bätzing als einer der bedeutendsten Alpenforscher die Diskussion um die Entwicklung und den Schutz der Alpen", heißt es in einer Erklärung der europäischen Alpenschutzkommission CIPRA, die den Erlanger heute Abend in München mit dem Deutschen Alpenpreis für sein Lebenswerk auszeichnet.



Um den Rückgang der Sommertouristen aufzufangen, versuchten immer mehr Regionen durch "Aufrüstung der Gipfel" etwa mit spektakulären Aussichtsplattformen und Hängebrücken oder Megaevents diesem Trend entgegen zu wirken, kritisiert er. Bätzing: "Da sich solche Effekte aber schnell abnutzen, müssen sie durch noch spektakulärere Angebote ersetzt werden." Und im Winter herrsche in den Alpen ein sehr heftiger Verdrängungswettbewerb, weil die Skigebiete stetig ausgebaut würden, obwohl die Zahl der Skifahrer seit 30 Jahren stagniere.

Bätzing hat aber mit seinen Studenten auch vor der Haustür geforscht. So entwickelte er ein Konzept für die Vermarktung der regionalen Spezialität Karpfen im Aischgrund (Landkreis Erlangen-Höchstadt) und befasste sich mit den Veränderungen in der Fränkischen Schweiz.


 

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