Wohin reisen die Erlanger?

9.12.2016, 18:00 Uhr

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„Feiertagsstress ade beim Weihnachtsurlaub am Strand oder im Schnee“ – Werbesprüche wie dieser Slogan eines deutschen Touristikunternehmens locken mit Rhythmus, Reim und Reiseerholung. Auch viele Erlanger wollen den weihnachtlichen Stress gegen Strand oder Schnee tauschen und kehren deshalb den heimischen Gefilden den Rücken.

Ferne und Wärme

„Es geht vor allem in die Ferne“, weiß der Leiter des Tui-Reisecenters Andreas Beyer. Dabei schlägt man besonders die Richtung Asiens oder der Dominikanischen Republik ein. Auch Thailand sei ein starkes Thema.

Daneben sind die Kanarischen Inseln als klassisches Mittelstreckenziel alle Jahre wieder gefragt. „Sie sind für viele das perfekte Überwinterziel“, erzählt Magdalena Mikulaschek.

Daneben fiel der Auszubildenden im Reisezentrum Dr. Krugmann außerdem die Malediven als beliebtes Buchungsziel auf. Wer in den Weihnachtsurlaub fliegt, weiß sie genau: „An Weihnachten reisen vor allen Dingen Familien und Pärchen. Single-Reisen sind sehr ungewöhnlich. Für die älteren Paare darf es auch gerne mal Wellness im Bayerischen Wald sein.“

Während Mikulaschek von innereuropäischen Reisezielen spricht, geht es für Kunden des Thomas Cook Reisebüros offenbar an exotische Fleckchen. „Unheimlich gefragt sind Karibik-Kreuzfahrten“, verrät Mitarbeiterin Heike Siegmann. Der Grund für die südlichen Sehnsüchte der Erlanger sei die Wettergarantie dort. So sei es auf den Kanarischen Inseln zwar mild und sonnig. Wer aber baden will, muss auf Destinationen im Fernbereich setzen, so Siegmann.

Anders verhält es sich mit Ski- und Schneeurlauben. Hier kommt es weniger auf die Distanz als vielmehr den Gletscher an. Denn dieser sorgt für garantiert weiße Pisten. Aus diesem Grund erfreuen sich alpine Gletschergebiete, wie das Stubaital oder das Ötztal, großer Beliebtheit unter Erlanger Wintersportlern und Après-Ski-Fans. Die Hochsaison für die schneeweißen Urlaube sei aber dann doch weniger Weihnachten als vielmehr Fasching, verrät Mikulaschek.

Früh bucht, wer sparen will

Unabhängig vom Reiseziel gilt aber: Wer Franken über die Feiertage verlassen will, sollte früh buchen. „Die Weihnachtszeit ist eine sehr teure Reisezeit. Last-Minute-Angebote sind zwar vorhanden, aber die horrenden Preise schrecken ab“, erklärt Siegmann. Während der Trend weg von Spontanreisen geht, entwickelt er sich hin zu Kurzreisen von örtlichen Busunternehmen. Den Anreiz dabei schaffen laut Siegmann dabei die Event-Dinners, Weihnachtsmenüs oder Stadtrundfahrten, die bereits im Preis inbegriffen sind.

Auch Mikulaschek konnte vermehrt Busreisen verbuchen: „Besonders Passau ist dabei ein gefragtes Ziel.“ Daneben brechen die Busse drei bis einen Tag vor Heiligabend auf ins Allgäu, den Wienerwald oder gar zur Insel Usedom — das Angebot ist breitgefächert und wird von den Erlangern offensichtlich angenommen.

Im Gegensatz dazu haben bestimmte Mittelstreckenziele, allen voran die Türkei, angesichts der politischen Umstände vor Ort an touristischer Relevanz verloren. Schlussendlich geht der Erlanger Trend also in die Ferne. Am beliebtesten sind dabei Flug- und Hotelreisen mit All-Inclusive-Verpflegung oder Halbpension. Der Weihnachtsbaum wird also am liebsten gegen Palmen auf Pauschalreisen getauscht.

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