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Montag, 20.01.2020

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Zivilcourage mit Folgen: Mann will schlichten und wird selbst Opfer

24-Jähriger wurde nach Einschreiten in Streit selbst attackiert - 12.01.2020 19:16 Uhr

Faustschläge, hier ein Symbolbild. © NN-Archiv


Doch wie ist es zu dem Vorfall überhaupt gekommen? Am späten Samstagabend hatte sich um 23.10 Uhr beim Hauptbahnhof eine Gruppe von etwa zehn Personen gegenüber einer Einzelperson nach Polizeiangaben "ungebührlich" verhalten. Als ein 24-jähriger Erlanger die Personengruppe deshalb ansprach, reagierten die beteiligten jungen Erwachsenen und Jugendlichen ihm gegenüber sofort aggressiv. Schließlich schlugen zwei Heranwachsende auf den Mann ein.

Dadurch erlitt er eine blutige Nase und mehrere Hämatome am Kopf. Anschließend flüchteten die Frauen und Männer in Richtung Hugenottenplatz.

Polizei sucht nach Täter

Die alarmierte Polizei führte sofort mit mehreren Streifenwagenbesatzungen eine so genannte Nahbereichsfahndung nach den Tätern durch, das heißt, sie suchte die nähere Umgebung nach einer größeren Personengruppe ab, konnte diese jedoch nicht mehr finden. "Wir gehen davon aus, dass die Personen in eine Disco oder Kneipe gegangen sind", hieß es bei der Polizei auf Nachfrage, "denn die zehn Frauen und Männer waren wie vom Erdboden verschwunden".

Auch die Person, die ursprünglich von der Gruppe angepöbelt worden war, war bei Eintreffen der Polizei schon nicht mehr anwesend und hatte den Zwischenfall auch bis Sonntagmittag (12. Januar) bei keiner Dienststelle gemeldet.

Das macht die Tätersuche natürlich kompliziert. Zudem, so erläuterte ein Beamter den Erlanger Nachrichten, kann der Geschädigte nur sehr ungenaue Personenbeschreibungen liefern, auch waren bei Ankunft der Polizisten rund um den Hauptbahnhof keine Zeugen oder Passanten anzutreffen. Die Inspektion-Stadt bittet daher eindringlich jeden, der irgendetwas Auffälliges zum Zeitpunkt gesehen oder mitbekommen hat, sich unter der Telefonnummer (0 91 31) 76 01 14 zu melden.

Der Verletzte indes wurde vom angeforderten Rettungsdienst in eine Klinik gebracht . Die Polizei leitete bereits ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Im Notfall 110 rufen

"Der Geschädigte", so der Polizist weiter, "hat Zivilcourage gezeigt und sich eingemischt". Das habe er jedoch "leider" büßen müssen.

Ob man in einer solchen Situation eingreift oder nicht, müsse jeder selbst vor Ort entscheiden. Natürlich sei es wünschenswert, wenn Passanten versuchten, eine Straftat zu verhindern oder dazwischen zu gehen. Es sei allerdings sehr schwierig, eine allgemeine Verhaltensregel abzugeben, da jeder Fall anders geartet ist.

Zum einen hänge es davon ab, ob sich ein Passant ein Intervenieren zutraut. Zum anderen spiele auch der Zustand des Angreifers eine Rolle, etwa, ob dieser bereits alkoholisiert ist und somit besonders gewalttätig wirkt.

Eines indes sei auf jeden Fall immer richtig: Sofort unter 110 den Notruf betätigen. Denn, wie der Beamte treffend sagt: "Ein Smartphone hat heutzutage ja wirklich jeder zur Hand".


Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.


 

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