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Ewige Finsternis: Diese Höhlen in Franken und der Oberpfalz sollten Sie gesehen haben

3600 Höhlen gibt es in der Region, fast 2000 in der Fränkischen Schweiz - 16.09.2020 13:09 Uhr

Eine der eindrucksvollsten Höhlen in der Region ist die bis zu 70 Meter hohe Maximiliansgrotte bei Neuhaus an der Pegnitz. 

© Frank Boxler


Dunkelheit ruft seit jeher ein Gefühl der Beklemmung oder gar der Angst hervor, bei manchen Menschen aber auch ein Gefühl der Faszination. Und Höhlen sind seit vorgeschichtlichen Zeiten Orte der immerwährenden Finsternis - mit teils magischer Bannkraft.

Auch wenn heutzutage bei Erkundungstouren in frei zugänglichen Felsspalten und -löchern die sportliche Herausforderung und das Abenteuer gesucht wird: Tief ins Gestein reichende, mehrstöckige Höhlen sind und bleiben seit jeher eine menschenfeindliche Umgebung. Dunkle Abgründe, Engstellen und verwirrende Labyrinthe machen eine Begehung ohne fachkundige Leitung und ohne spezielle Ausrüstung zu einem waghalsigen Unternehmen. Naturschutzbehörden und Umweltschutzverbände sehen es nicht gerne, wenn Massentourismus und kommerzielle Tourenanbieter von den Höhlen Besitz ergreifen. Und dann, wie etwa in der Vergangenheit in der Schönsteinhöhle bei Streitberg, in der Wunderwelt unter Tage ihre Spuren hinterlassen.

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Orte ewiger Finsternis: Höhlen in Franken und der Oberpfalz

Über 3600 Höhlen listet das Kataster Frankenjura auf, viele davon sind nicht öffentlich zugänglich. Manche aber schon: Hier finden Sie einen Streifzug durch die schönsten und spannendsten Höhlen in Franken und der Oberpfalz. Schauen Sie doch mal rein!


Denn Höhlen sind nicht nur „Superlative der Natur“, sondern als äußerst empfindliche Biotope auch sehr verletzlich. Darauf weisen nicht nur Fachleute vom Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst und von der Forschungsgruppe "Höhle und Karst Franken" immer wieder hin.

Der von der Gegend um Lichtenfels bis in die Oberpfalz reichende Frankenjura ist als Karstgebiet reich an Höhlen. Über 3600 listet das Höhlenkataster für diese Region auf. Fast 2000 größere und kleinere Höhlen kennt man allein aus der Fränkischen Schweiz. Die sprichwörtliche Dunkelziffer ist aber hoch: Viele Hohlräume im Kalk- oder Dolomitgestein sind bisher unentdeckt geblieben, noch nicht erfasst oder noch unerforscht. Erst im Juni 2020 stieß ein Baggerfahrer bei Bauarbeiten in der Oberpfalz auf eine noch unbekannte 76 Meter lange Tropfsteinhöhle, die nach ihrem Entdecker flugs "Zwicknagelschacht" benannt wurde.

Die Höhlen in der Region dienen aber auch ganz anderen Zwecken: Als Filmkulisse wie etwa die Ludwigshöhle im Ailsbachtal, sie sind Konzertbühne wie die Sophienhöhle bei Burg Rabenstein und Therapieort bei Atemwegserkrankungen wie die Teufelshöhle. Sie sind aber auch Winterquartier für Fledermäuse und Heimat seltener Tierarten, Fenster in die Vergangenheit und Archive längst vergangener Zeiten.

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Horst Auer / Achim Bergmann

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