Exklusive Einblicke: Der Atombunker unter dem Nürnberger Hauptbahnhof

18.9.2019, 17:25 Uhr
Im Falle einer Nuklearkatastrophe hätte er eine Schlüsselrolle gespielt: Im Bunker unter dem heutigen DB-Museum in Tafelhof hätte der Zug-Betrieb in Bayern sichergestellt werden können. Heute mutet die unterirdische Anlage gespenstisch an - wir haben uns umgesehen!
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Im Falle einer Nuklearkatastrophe hätte er eine Schlüsselrolle gespielt: Im Bunker unter dem heutigen DB-Museum in Tafelhof hätte der Zug-Betrieb in Bayern sichergestellt werden können. Heute mutet die unterirdische Anlage gespenstisch an - wir haben uns umgesehen! © Stefan Hippel

Nürnbergs größte Bunkeranlage ist ein Überbleibsel aus der Zeit des Kalten Kriegs - sie war nie in Betrieb. Sie wurde zwischen 1973 und 1977 erbaut, um die Menschen vor atomaren Angriffen zu schützen, die damals eine allgegenwärtige Gefahr darstellten.
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Nürnbergs größte Bunkeranlage ist ein Überbleibsel aus der Zeit des Kalten Kriegs - sie war nie in Betrieb. Sie wurde zwischen 1973 und 1977 erbaut, um die Menschen vor atomaren Angriffen zu schützen, die damals eine allgegenwärtige Gefahr darstellten. © Stefan Hippel

Gedacht war der Bunker vor allem für Reisende. Für die damaligen Verhältnisse ist er recht modern ausgestattet.
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Gedacht war der Bunker vor allem für Reisende. Für die damaligen Verhältnisse ist er recht modern ausgestattet. © Roland Fengler

Eingerichtet ist er mit Sanitäranlagen und Schlafpritschen.
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Eingerichtet ist er mit Sanitäranlagen und Schlafpritschen. © Roland Fengler

Schlafplätze hätte es im Ernstfall für insgesamt 2450 Menschen gegeben.
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Schlafplätze hätte es im Ernstfall für insgesamt 2450 Menschen gegeben. © Stefan Hippel

Ganz nach dem Motto
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Ganz nach dem Motto "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" wären die Plätze verteilt worden. © Roland Fengler

Lange hätten die 2450 Menschen in dem Bunker allerdings nicht überlebt, denn das Notstromaggregat in Form eines Dieselmotors hätte nur 14 Tage lang die Stromversorgung aufrecht erhalten können.
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Lange hätten die 2450 Menschen in dem Bunker allerdings nicht überlebt, denn das Notstromaggregat in Form eines Dieselmotors hätte nur 14 Tage lang die Stromversorgung aufrecht erhalten können. © Michael Matejka

Die Atmosphäre in den Räumen ist beklemmend. Abgeschnitten von der Außenwelt ist es schwer, sich die Zeit zu vertreiben.
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Die Atmosphäre in den Räumen ist beklemmend. Abgeschnitten von der Außenwelt ist es schwer, sich die Zeit zu vertreiben. © Roland Fengler

Bei Panikattacken wären die entsprechenden Personen isoliert worden. Dafür war der Fürsorge-Raum gedacht.
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Bei Panikattacken wären die entsprechenden Personen isoliert worden. Dafür war der Fürsorge-Raum gedacht. © Michael Matejka

Der allgemeine Tagesablauf war streng vorgegeben: 16 Stunden liegen und 8 Stunden sitzen.
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Der allgemeine Tagesablauf war streng vorgegeben: 16 Stunden liegen und 8 Stunden sitzen. © Michael Matejka

Geheimnisvolle Katakomben: Anfang des Jahres 2013 gewährten Führungen einen Blick in die größte Bunkeranlage der Frankenmetropole.
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Geheimnisvolle Katakomben: Anfang des Jahres 2013 gewährten Führungen einen Blick in die größte Bunkeranlage der Frankenmetropole. © Michael Matejka

Im Ernstfall wären die Menschen mit Tee und Suppe verpflegt worden.
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Im Ernstfall wären die Menschen mit Tee und Suppe verpflegt worden. © Michael Matejka

Man kann noch Suppenschüsseln aus Plastik, aber auch Strampelanzüge, Damenbinden und große Mengen Klopapier und Babywindeln begutachten. Jogginganzüge zum Tausch der kontanimierten Kleidung und Leichensäcke gehörten zum Inventar des Bunkers - für alles war gesorgt.
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Man kann noch Suppenschüsseln aus Plastik, aber auch Strampelanzüge, Damenbinden und große Mengen Klopapier und Babywindeln begutachten. Jogginganzüge zum Tausch der kontanimierten Kleidung und Leichensäcke gehörten zum Inventar des Bunkers - für alles war gesorgt. © Michael Matejka

Die Einrichtung des Bunkers ist aus den siebziger Jahren und vollständig erhalten.
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Die Einrichtung des Bunkers ist aus den siebziger Jahren und vollständig erhalten. © Stefan Hippel

Fluoreszierende Farbstriche an den Wänden waren dazu gedacht, auch im Dunkeln Orientierung zu bieten.
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Fluoreszierende Farbstriche an den Wänden waren dazu gedacht, auch im Dunkeln Orientierung zu bieten. © Michael Matejka

Durch die gut erhaltene Einrichtung ist der Bunker so anschaulich. Deshalb setzt sich der Förderverein Nürnberger Felsengänge für die Erhaltung des Schutzraums ein.
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Durch die gut erhaltene Einrichtung ist der Bunker so anschaulich. Deshalb setzt sich der Förderverein Nürnberger Felsengänge für die Erhaltung des Schutzraums ein. © Michael Matejka

Im Labyrinth unter der Stadt kennt der Förderverein jeden Winkel und jedes Schlupfloch. 2019 feiert er sein 25-jähriges Bestehen.
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Im Labyrinth unter der Stadt kennt der Förderverein jeden Winkel und jedes Schlupfloch. 2019 feiert er sein 25-jähriges Bestehen. © Michael Matejka

Immer wieder einmal dürfen Gästeführer mit Besuchergruppen hier hinunter. Der Förderverein Felsengänge setzt sich dafür ein, den Bunker unter dem Nürnberger Hauptbahnhof für die Bevölkerung auf Dauer zu öffnen.
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Immer wieder einmal dürfen Gästeführer mit Besuchergruppen hier hinunter. Der Förderverein Felsengänge setzt sich dafür ein, den Bunker unter dem Nürnberger Hauptbahnhof für die Bevölkerung auf Dauer zu öffnen. © Michael Matejka

Bisher scheut die Stadt jedoch die Kosten, die zum Beispiel für den Brandschutz anfallen.
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Bisher scheut die Stadt jedoch die Kosten, die zum Beispiel für den Brandschutz anfallen. © Stefan Hippel

Doch genau da setzt der Förderverein Felsengänge nun an.
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Doch genau da setzt der Förderverein Felsengänge nun an. "Wir lassen von einem Prüfsachverständigen gerade ein Brandschutzkonzept aufsetzen", sagt der Vorsitzende Ralf Arnold. © Michael Matejka

Ein Konzept, das eine dauerhafte Öffnung ermöglichen würde. Bezahlen will das der Verein, der laut Arnold Rücklagen gebildet hat, zum Teil aus eigener Tasche; man hofft aber auf finanzielle Hilfen durch Spenden oder über Crowdfunding.
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Ein Konzept, das eine dauerhafte Öffnung ermöglichen würde. Bezahlen will das der Verein, der laut Arnold Rücklagen gebildet hat, zum Teil aus eigener Tasche; man hofft aber auf finanzielle Hilfen durch Spenden oder über Crowdfunding. © Michael Matejka

Fest steht: Die Stadt will man nicht belasten. Was die dazu sagt?
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Fest steht: Die Stadt will man nicht belasten. Was die dazu sagt? "Wenn der Verein mehr machen will als die gelegentlichen Führungen, müssten wir reden und das prüfen", sagt Baureferent Daniel Ulrich. Grundsätzlich findet er aber "den Ansatz, diesen Bunker zu zeigen, sehr gut". © Michael Matejka

RESSORT: Lokales ..DATUM: 08.11.17..FOTO: Michael Matejka ..MOTIV: Presserundgang durch den Bunker des DB Museums..ANZAHL: 1 von 20..
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© Michael Matejka

Motiv: Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V. lädt ein zur Presseführung in den Bahnhofsbunker .. .... Im Bunker muss immer Überdruck herrschen. Datum: 28.12.2017.. ..Fotograf: Roland Fengler....Ressort: Lokales ... Bunker; Atombunker; Druckmessgerät; Manometer; Messgerät;
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Motiv: Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V. lädt ein zur Presseführung in den Bahnhofsbunker Der kluge Mann baut tief – mit solcher Werbung wurde die Bevölkerung dazu aufgefordert, sich selbst Bunker zu bauen. Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen heute: haltbare Lebensmittel und Wasser. Datum: 28.12.2017.. ..Fotograf: Roland Fengler....Ressort: Lokales .... Bunker; Atombunker; Plakat; Werbung;
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RESSORT: Lokales ..DATUM: 08.11.17..FOTO: Michael Matejka ..MOTIV: Presserundgang durch den Bunker des DB Museums..ANZAHL: 1 von 20..
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