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Fernfahrer vor Gericht: Prozess um getötete Sophia L. beginnt

Junge Frau wollte von Leipzig nach Franken trampen, doch kam nie an - 23.07.2019 07:57 Uhr

Die Leiche der jungen Frau wurde in der Nähe einer Raststätte im Baskenland gefunden. © Jesus Andrade/El Correo/dpa


"Sitze bei Marokkaner Bob im Lkw." Diese Handy-Kurznachricht ist das letzte Lebenszeichen, das Freunde von der 28-jährigen Studentin Sophia L. erhalten haben. Am 14. Juni 2018 ist die junge Frau an ihrem Studienort Leipzig aufgebrochen, um per Anhalter in ihre Heimatstadt Amberg zu fahren. Dann ist das Handy aus – laut ihrer Angehörigen ganz untypisch für die sehr kommunikative Frau. Als Sophia L. am nächsten Morgen noch nicht angekommen ist, wendet sich der besorgte Vater an die Polizei in Amberg. Die nimmt zunächst eine Vermisstenanzeige auf.


Plakat mit Sophia L. bei rechter Demo: Familie wehrt sich


Nach Einschätzung des Bruders von Sophia L., der in mehreren Interviews die Polizeiarbeit scharf kritisiert hat, nehmen die Behörden die Befürchtungen der Familie, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handeln muss, zunächst nicht ernst. Freunde und Angehörige recherchieren selbst über soziale Netzwerke. Laut dem Bruder des Opfers können so wichtige Hinweise an die Ermittler weitergeben werden, die letztendlich zum Tatverdächtigen führen.

Mutmaßlicher Täter sitzt in Untersuchungshaft

Am 19. Juni 2018 nimmt die spanische Polizei den marokkanischen Fernfahrer Boujemaa L. fest. Sein Lkw steht in Flammen. Kurz darauf wird weiter nördlich in Spanien an einer Autobahn die Leiche der Studentin Sophia L. gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie bereits in Deutschland getötet wurde. Im September 2018 wird sie in ihrer Heimatstadt Amberg bestattet. Über 200 Trauergäste kommen zu der Abschiedsfeier.

Der 41 Jahre alte Tatverdächtige wird an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in Oberfranken in Untersuchungshaft. Er muss sich nun wegen Mordes verantworten. Im Ermittlungsverfahren bestritt der Fernfahrer diesen Vorwurf: Er habe Sophia L. nicht mit Mordvorsatz sondern im Streit getötet.

Am Dienstag, 23. Juli, beginnt nun der Prozess vor dem Landgericht Bayreuth. Es sind zwölf Verhandlungstage bis zum 18. September anberaumt. 17 Zeugen und drei Sachverständige werden vom Gericht gehört.


Der Fall Sophia - eine Chronologie der Ereignisse:

(Sollten Sie die Grafik nicht sehen, dann klicken Sie bitte hier) 

Clara Grau

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