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Busfahrten werden eingestellt: Hortkinder müssen laufen

Mehrheitlicher Beschluss des SchwarzenbruckerGemeinderats - 16.04.2021 13:05 Uhr

Kann man Kindern zumuten, von der Schwarzenbrucker Schule zur Kita in Gsteinach zu Fuß zu gehen? Eine Mehrheit des Gemeinderats sagt: „Ja, durchaus“, und stellt deshalb die Busfahrten ein.

15.04.2021 © Foto: Christian Geist/Archiv


Die Gemeinde wird zum nächsten Schuljahr keinen Bus mehr für Fahrten zwischen der Grundschule und dem Hort im neuen ASB Kindergarten in Gsteinach zur Verfügung stellen. Mehrheitlich hat der Gemeinderat die Einstellung der Fahrten beschlossen. Verpflichtet ist die Kommune nicht, die Schulkinder von der Schule in den Hort zu bringen, weil die Entfernung 1,8 Kilometer beträgt und damit unter der Distanz liegt, die den Einsatz eines Busses erforderlich macht.

Bürgermeister Markus Holzammer weist darauf hin, dass die Fahrten für einen Kleinbus täglich 60 Euro kosten. Sollte ein größeres Fahrzeug eingesetzt werden, würden bis zu 150 Euro fällig. Das Angebot will die Gemeinde auch deshalb jetzt einstellen, weil mit den Fahrten einseitig Hortkinder begünstigt werden. Eigentlich müssten bei einem Transport alle Kinder, die in Gsteinach wohnen und in Schwarzenbruck zur Schule gehen, den Bus nutzen können. Holzammer berichtet im Gemeinderat auch von Eltern, die ausdrücklich wünschen, dass ihre Kinder die Strecke von der Schule zum Hort zu Fuß gehen.

Eltern wünschen sich eine Fortsetzung

Es gibt aber auch viele Eltern, die sich dringend die Fortführung der Buslinie wünschen, weil der Weg von der Schule zum Hort aus ihrer Sicht zahlreiche Gefahren birgt. Auf dem Gehsteig stehende Mülltonnen werden erwähnt, denen die Kinder auf die Fahrbahn ausweichen müssen. Und es kommt zur Sprache, dass Unbekannte auf dem Schulweg auf Kinder zugegangen sein sollen. Im Rahmen der Bürgersprechstunde vor der jüngsten Gemeinderatssitzung äußern mehrere Mütter ihre Sorgen. Tanja Holl (parteilos) kann diese nachvollziehen: „60 Euro am Tag, das sollten uns die Kinder wert sein.“ Michaela Stolba (Grüne) schließt sich dem an, aus ihrer Sicht ist der Weg sehr unsicher, sie schlägt deshalb eine Begleitung für die Kinder vor. Den Transport mit dem Bus sehen die Grünen nicht als „bevorzugte Variante“. Für das „begleitete Gehen“, sagt Solga, müssten noch Details geklärt werden.

Kann man Kindern zumuten, in einem kleineren Ort wie Schwarzenbruck von der Schule zum Hort zu gehen? Absolut, sagt SPD-Fraktionssprecher Martin Glienke. Die SPD im Gemeinderat trägt die Entscheidung zur Einstellung der Buslinie deshalb mit. Glienke schlägt aber vor, dass ehrenamtliche Schulweghelfer möglicherweise die Kinder begleiten könnten. Einen Bus alleine in Schwarzenbruck und Gsteinach fahren zu lassen, ist für die SPD eine Benachteiligung anderer Ortsteile.

"Kinder bewegen sich ohnehin zu wenig"

Stichwort Gehen: Für Jörg Arnold (SPD) steht fest, dass Eltern die Kinder ja auch von der Schule zum Hort begleiten und sich dafür absprechen könnten. Außerdem, betont er, bewegen sich viele Kinder ohnehin zu wenig. Da ist der Spaziergang von der Schule zum Hort nicht verkehrt, meint auch Erwin Haubner und verweist darauf, dass es zur Aufgabe des ASB als Träger des Horts gehört, sich um begleitetes Gehen zu kümmern.

Bevor sich die Mehrheit des Gemeinderats für die Einstellung der Buslinie ausspricht, mahnt Tim Schenk (Bunte Liste) eine bessere Kommunikation zwischen Gemeinde und Eltern an. Dass der Bus zum Ende dieses Schuljahrs eingestellt werden sollte, hatte Holzammer bereits im September kommuniziert.

Alex Blinten

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