Dienstag, 26.01.2021

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Distanzunterricht: Vorbereitungen an Feuchter Schulen laufen

So sind die Bildungseinrichtungen im Nürnberger Land gerüstet - 07.01.2021 17:46 Uhr

Leere Klassenzimmer, hochgestellte Stühle: So sieht das wohl auch noch eine ganze Weile nach Ferienende aus.

07.01.2021 © Corri Seizinger - stock.adobe.com


Die Inzidenz-Zahlen sind noch zu hoch, die Schulen sind vom normalen Präsenz-Unterricht weit entfernt. Seit der Ministerpräsidenten-Konferenz vergangenen Mittwoch ist klar: Die Schulen bleiben geschlossen, bis 31. Januar wird es bayernweit keinen Präsenzunterricht geben, stattdessen wird Distanzunterricht in allen Schulen und Jahrgangsstufen eingerichtet. Eine Notbetreuung wird für Kinder der Jahrgangsstufen eins bis sechs sowie für Schüler der Förderschulen und Kinder mit Behinderungen angeboten. Angestrebt wird eine Rückkehr zum Präsenzunterricht nach Jahrgangsstufen gestaffelt, sobald es das Infektionsgeschehen nach dem 31. Januar zulässt. Darüber hinaus werden die Weihnachtsferien nicht verlängert, dafür jedoch die Faschingsferien gestrichen, um ausgefallenen Unterricht wieder aufzuholen.

Doch wie hatten sich die Schulleitungen und ihre Corona-Task-Forces auf die Situation eingestellt, welche Vorbereitungen haben sie im Vorfeld zum fraglichen Präsenz-, Wechsel- und Distanzunterricht getroffen? Wir haben uns umgehört und zunächst mit Schulamtsdirektor Joachim Schnabel, dem fachlichen Leiter des Schulamts Nürnberger Land, gesprochen. Vor der Ministerkonferenz hatte er mit Wechselunterricht für die Grundschulen gerechnet, wobei er für die ersten Klassen auf Präsenzunterricht hoffte. Für Schulanfänger sei es noch zu schwierig, die digitalen Tools zu bedienen, vor allem aber sei für einen Erstklässler "der Lehrer als Vorbild" wichtig, wie man ihn nur im Klassenzimmer erleben kann.


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Noch bevor bekannt wurde, dass es im Freistaat mindestens Ende Januar keinen Präsenzunterricht geben wird, sah er die Schulen gut vorbereitet auf das, was kommt. Schließlich hätten alle mehrere Varianten in der Schublade und aufgrund der bisherigen monatelangen Erfahrung seien keine großen Umstellungsschwierigkeiten zu erwarten. Auch mit Hilfe der Gemeinden sei man gut aufgestellt, und mittlerweile gebe es auch Leihgeräte für Schüler, die nicht über eine funktionsfähige Internet-Ausstattung zu Hause verfügten. Stolz ist er auf Nextcloud, eine digitale Austauschplattform, die das Schulamt für die Einrichtungen im gesamten Nürnberger Land eingerichtet hat: ein Distanzunterrichts-Tool, das Datenschutz gewährleiste, auf allen digitalen Endgeräten laufe, intuitiv zu bedienen sei und auf das auch die Eltern Zugriff haben. Daneben begrüßt es der Schulamtschef, dass Microsoft Teams weiterhin nutzbar sein wird. "Es wäre eine Katastrophe, das jetzt wieder abzuschaffen", urteilt er mit Blick auf die jüngsten Schwierigkeiten mit den Lizenzen.

Leibniz-Gymnasium in Altdorf steht in den "Startlöchern"

Mit Gelassenheit und Zuversicht hat man am Leibniz-Gymnasium das neue Jahr begonnen. "Wir sind ja schon vorbereitet", kontert Schulleiterin Dr. Konstanze Seutter die Frage, ob es derzeit viel zu tun gibt im Direktorat. Auch sie beruft sich auf die Erfahrungen, die man seit Beginn der Pandemie mit den unterschiedlichen Unterrichts-Varianten gesammelt hat. "Wir sitzen eher in den Startlöchern und haben alle Szenarien gut durchdacht", fasst sie zusammen. Besonders aus der Woche vor Weihnachten, als nach der damaligen Infektionsschutzverordnung der Distanzunterricht für die kompletten Klassenstufen 8 bis 11 für die letzte Woche vor den Ferien kam, habe man gelernt.

"Lehrer bereiten doppelt und dreifach vor"

Ganz klar stellt sie allerdings fest, dass die größere Herausforderung, mit der Situation umzugehen, nicht die Schulleitung, sondern die Lehrkräfte und die Schüler betrifft. "Unsere Lehrer bereiten alles doppelt und dreifach vor", bezog sie sich noch Anfang der Woche auf die Zeit der Ungewissheit vor dem Unterrichtsstart nach den Ferien. Dass das viel Arbeit bedeutet, Unterrichtsvorbereitung, die nicht selten wieder verworfen werden muss, weil es eben anders kommt als man dachte, weiß die Schulleiterin und ist froh, dass sie sich auf viele "sehr engagierte Kollegen" verlassen kann. Sie wünscht sich, dass für die Abiturklassen bald wieder Präsenzunterricht möglich ist, denn "bis zum Abitur muss noch viel Leistung erbracht werden". Grundsätzlich findet sie nicht nur Lob für die Lehrkräfte, sondern auch für die Schüler ("die sind sehr gelassen") und die Eltern ("wir sind in einem guten Austausch").

Mittelschule in Feucht "gerüstet"

Martina Mönius-Toro, Schulleiterin der Mittelschule Feucht, beruft sich ebenfalls auf die Erfahrungen, die man bereits seit Beginn der Pandemie gemacht hat. "Wir sind schon gerüstet", hält die Rektorin fest. Dabei hilft derzeit auch das Corona-Team, das sich um verschiedene Punkte kümmert, zum Beispiel um kurzfristige Änderungen, wenn eine Lehrkraft selbst positiv getestet wurde oder wenn man dafür sorgen muss, dass Schüler pünktlich zum Unterrichtstermin bereit sind.

Schwerfälligkeit der Politik

Aber natürlich kommen auch die jüngsten Bestimmungen wieder viel zu kurzfristig, wenn man auch Verständnis für das Vorgehen hat. "Es ist ja für alle Seiten extrem belastend, auch für die Eltern, auch für die Politik", weiß sie, kann aber dennoch den Vorwurf nicht ganz entkräften, den Lehrer- und Elternverbände erheben, die Politiker hätten in manchen Punkten zu schwerfällig reagiert. Etwa wenn dort, wo man die Lern-Plattform Mebis nutzt, diese immer noch nicht funktioniert. In Feucht allerdings hat man an der Mittelschule bisher auf Zoom, Online-Meetings, E-Mail und eben Nextcloud gesetzt. Weiterhin hofft man auf die kostenpflichtige Variante von Microsoft Teams.

Ihre Kollegin Sabine Gauer von der Burgthanner Mittelschule betont ebenfalls die besonderen Belastungen, die die Taktik der politischen Entscheider für die Schulleitungen bedeute. Ihr Wunsch für die kommende Woche, nämlich täglicher Wechselunterricht, ging nicht in Erfüllung. Dabei hätte sich nach Meinung von Sabine Gauer der tageweise Wechsel zwischen Präsenz- und Heimunterricht bei geteilten Klassen bereits im November bewährt, als man wegen einer Quarantänewelle in der Lehrerschaft nur noch fünf Kollegen hatte, die regulär unterrichten durften. "Mit einem Notfall-Stundenplan hat das gut funktioniert", resümiert Gauer. Was am Vortag als Input erfahren wurde, konnte am nächsten Tag zu Hause geübt, und am folgenden Tag in der Schule noch einmal wiederholt werden.


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Bereits erarbeitete Konzepte sind oft umsonst

Rektorin Sabine Dannich von der Schwarzenbrucker Grundschule spricht von einer "logistischen Rechnerei". Warten auf weitere Vorgaben von der Politik habe auch hier schon häufig dazu geführt, dass man fertige Konzepte in die Tonne treten musste, weil sich die Voraussetzungen geändert haben. Insofern könne man nicht für alle Fälle einen fertigen Plan parat haben. Sie hoffte vergeblich, dass es nicht zu einem uneingeschränkten Distanzunterricht kommt. Dass Grundschüler allein mit Hard- und Software zurecht kommen, sei illusorisch. Hier seien dann doch wieder die Eltern gefragt, was aber unter Umständen auf Kosten des Datenschutzes gehe. Dazu komme, dass nicht alle Familien zu Hause über Internet verfügen, führt sie an und denkt dabei an die Flüchtlingsfamilien in Rummelsberg, deren Kinder in Schwarzenbruck beschult werden.

"Dann kann ich gleich Präsenzunterricht machen"

Eine weitere Unwägbarkeit sei die Notbetreuung. Hier hofft sie darauf, dass die Gemeinde wieder die Bürgerhalle zur Verfügung stellt. Aber: Wenn zu viele in die Notbetreuung kommen, "dann kann ich ja gleich regulären Präsenzunterricht machen", gibt sie zu bedenken. Außerdem bindet diese Beaufsichtigung ja ebenfalls Lehrkräfte, die dann fürs Unterrichten ausfallen. Sie wundert sich, dass man nicht wie in anderen Ländern für die jüngeren Schüler Schulfernsehsendungen in das Unterrichtsgeschehen einbezieht. Bestimmte Lerninhalte lassen sich professionell aufbereiten, "und einen Fernseher hat ja wirklich jeder".

Gisa Spandler

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