Leiter der Autobahnpolizei Feucht berichtet

Gaffer in Bayern: Rettungsgasse klappt immer noch nicht richtig

27.7.2021, 13:31 Uhr
Das Bilden von Rettungsgassen funktioniert nach Einschätzung des Leiters der Autobahnpolizei Feucht noch immer nicht.

Das Bilden von Rettungsgassen funktioniert nach Einschätzung des Leiters der Autobahnpolizei Feucht noch immer nicht. © Soeren Stache, dpa

Pfeiffer war bekannt geworden, als er vor laufender Fernsehkamera einem "Gaffer" zurechtwies. Die Probleme mit der Rettungsgasse seien vielfach durch ausländische Autofahrer verursacht, die über die deutsche Regelung (bei Stau muss auf der linken Fahrspur nach links und auf den anderen Fahrspuren nach rechts ausgewichen werden) nicht vertraut seien.

In einem der Herkunftsländer von Auto-Touristen gebe es sogar eine konträre Regelung, so der langjährige Autobahnpolizist. Ein weiteres Problem seien Lkw und Busse, die auf der mittleren oder linken Fahrspur zum Halten kommen und nicht hinreichend Platz machen könnten. Der Verordnungsgeber sei dringend gefordert, für dieses Problem eine Lösung zu schaffen.

Kampagnen gegen das "Gaffen" haben nach Angaben Pfeiffers ebenfalls noch nicht zum erwünschten Erfolg geführt. Das Fotografieren und Filmen an Unfallorten in den Griff zu bekommen, sei "ganz, ganz schwierig", weil die Polizei in der Regel mit anderen Dingen beschäftigt sei und keine Zeit habe, solches Verhalten zu sanktionieren.

Die Aktion, mit der er bekannt wurde, stehe in keinem Lehrbuch für Polizeibeamte und er empfehle so etwas seinen Kollegen auch nicht zur Nachahmung, sagte Pfeiffer. Derzeit läuft die Aktion "Gaffen geht gar nicht", die vom bayerischen Rundfunk, dem ADAC, Polizeigewerkschaften und Feuerwehrverbänden getragen wird.

Der ADAC Südbayern erwartet mit dem Beginn der Schulferien in Bayern und Baden-Württemberg zum kommenden Wochenende eine besonders angespannte Situation auf den Fernverkehrsrouten im Freistaat. Wegen der Corona bedingten Probleme bei Flugreisen nutzten mehr Menschen das eigene Auto für die Urlaubsfahrt, sagte der ADAC Südbayern-Verkehrsexperte Alexander Kreipl.

Nicht nur verschiedene Großbaustellen gerade auf den viel befahren Autobahnen A3 und A9, sondern auch Kontrollen bei der Einreise nach Österreich dürfen für Verkehrsprobleme sorgen. Schon vor Ferienbeginn in Bayern habe es beim bayerischen-österreichischen Grenzübergang Passau-Suben Wartezeiten von bis zu zwei Stunden gegeben.


Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.


Der ADAC wies darauf hin, dass Voraussetzung für die Einreise nach Österreich der Nachweis ist, dass der jeweilige Reisende entweder genesen, negativ getestet oder geimpft ist. Bis zum 15. August genügt den österreichischen Behörden der Nachweis einer Impfung gegen Covid-19, danach will man im Nachbarland man auf vollständige Immunisierung bestehen.

Auch im österreichischen Bundesland Tirol rüstet man sich mit den schon bekannten Einschränkungen auf die Reisewelle aus Deutschland. Durchreisende würden an den Wochenenden vom kommenden Samstag bis einschließlich 12. September die Fernpassroute nicht verlassen, teilte die Tiroler Landesregierung in Innsbruck mit.