11°

Freitag, 20.09.2019

|

Gefragte Führungen auf dem Drei-Schlösser-Rundweg

Daniela Semann begeistert Einheimische wie Auswärtige - 02.03.2011 19:53 Uhr

Das Programmheft des Kulturkreises war noch nicht einmal vor einer Woche erschienen, da war die abendliche Führung „Feucht im Laternenschein“ schon ausgebucht. „Wir hatten eine ewig lange Warteliste“, erzählt Judith Grieß vom Veranstaltungsbüro der Gemeinde. Ab dem Rathaus ging es zu den drei ehemaligen Herrensitzen, den Kirchen und weiteren prägenden Gebäuden. Daniela Semann zeigte Fotos und erzählte Anekdoten, die dazu beitrugen „Altes“ wieder neu und „Neues“ in Verbindung mit Historischem zu entdecken.

Gelungenes Pilotprojekt: Gästeführerin Daniela Semann (vorne links) bei der Führung „Feucht im Laternenschein“, die nach kürzester Zeit ausgebucht war. © Grieß


 

Ab der Hälfte des Weges beleuchteten die 27 Teilnehmer mit Laternen und Kerzen den Weg, was für eine besondere Stimmung sorgte. Letzte Station war das Tucherschloss, wo die Wissensdurstigen sich beim Schlosswirt mit Kulinarischem aus Franken stärkten. Die Kombination von Führung und Essen war ein Pilotprojekt, das bestens funktionierte. „Die Teilnehmer fanden es schön, noch zusammenzusitzen und sich die Räume des Schlosses von innen ansehen zu können. Offensichtlich bestand großer Bedarf, sich über das soeben Erlebte auszutauschen“, schildert Andrea Pickel vom Veranstaltungsbüro ihre Eindrücke. Lob zollt sie den Wirtsleuten Simone und Arno Otto, die sich mit ihrer Speisenauswahl auf das Thema der Veranstaltung eingelassen hatten. So stellte der Honigkrustenbraten gleich noch die Verbindung zur Zeidlergeschichte des Ortes her.

Vereinzelt hatte es im Vorfeld Kritik an der Auswahl des Lokals gegeben, in dem auch eine große Partei ihre regelmäßigen Stammtische veranstaltet. Da das Tucherschloss fester Bestandteil des Rundwegs ist und bei Veranstaltungen im angrenzenden Barockgarten aus den Reihen der Besucher auch die Anregung kam, beim Schlosswirt als Abschluss einzukehren, brauchte das Organisationsteam jedoch nicht lange nach Alternativen zu suchen. Die positiven Reaktionen nach der abendlichen Führung am 26. Februar geben ihm Recht.

Wiederholung geplant

Eine Wiederholung dieser Veranstaltung ist fast schon beschlossene Sache – vermutlich schon im zweiten Halbjahr 2011, „weil viele Interessierte dieses Mal nicht zu Zug kamen“, sagt Pickel.Neben den „Regelführungen“ im Auftrag des Marktes Feucht, die samstags oder sonntags stattfinden, übernimmt Daniela Semann auch Touren für Gruppen, die sich im Bürgerbüro dafür angemeldet haben. Da wurden zum Beispiel Geburtstagsfeiern mit einer Führung verbunden: Nach dem Mittagessen geht es auf den Drei-Schlösser-Rundweg, anschließend ins Hermann-Oberth-Raumfahrt- oder ins Zeidel-Museum, ehe man das Programm beim Kaffeetrinken ausklingen lässt, schildert die Gästeführerin einen üblichen Ablauf. „Die Leute wollen einen schönen Tag in Feucht verbringen.“ Auch Vereine, Frauenkreise oder eine Gruppe des Berufsbildungswerks Nürnberg haben sich für eine Tour durch die Zeidlergemeinde schon vormerken lassen.

Neben der Gastronomie profitieren auch die örtlichen Geschäfte von den Besuchern, die unterwegs in die Schaufenster blicken und sich so zu späteren Einkäufen animieren lassen, weiß sie. Sind es bei den „Regelführungen“ vor allem die Feuchter, die sich über ihren Wohnort informieren lassen, so kommen zu extra gebuchten Rundgängen zumeist Auswärtige. „Sie sind begeistert, was Feucht alles zu bieten hat“, schildert Semann die Reaktionen und gerät gleich selbst ins Schwärmen. Neben dem Zeidelwesen und den drei Herrensitzen hat die Gemeinde auch einige Kunstschätze zu bieten, was viele gar nicht wissen. Durch den Umbau der Hauptstraße habe Feucht sehr gewonnen, findet die ausgebildete Gästeführerin. „Ich genieße hier eine so hohe Lebensqualität, davon möchte ich ein Stück wieder zurückgeben und den Leuten den Ort zeigen“, begründet Semann, die eigentlich als Steuerberaterin arbeitet, ihr Engagement in ihrem Wohnort.

Stammgäste gewonnen

Dafür lässt sie sich auch immer wieder Neues für ihre Touren einfallen und hat damit schon Stammgäste gewonnen. „Ich versuche jede Führung anders zu gestalten, denn es gibt noch so viel Neues zu erzählen.“ So lädt sie am Samstag, 23. April, ab 14 Uhr dazu ein, Österliches entlang des Drei-Schlösser-Rundwegs zu entdecken. „Genau hingeschaut“ heißt es am Sonntag, 22. Mai, ab 14 Uhr: Im Schatten der drei imposanten Feuchter Schlösser bleiben viele sehenswerte Schmuckstücke unentdeckt oder werden erst auf den zweiten Blick wahrgenommen. Daniela Semann möchte bei diesem Spaziergang den Blick der Teilnehmer auf diese unbeachteten Schätze lenken.

Eine weitere Führung plant sie zur Einweihung des Rundlaufs vom Reichswaldplatz in die südliche Hauptstraße. Nach dem Erfolg in der vergangenen Adventszeit wird sie auch wieder weihnachtliche Touren anbieten.Nicht nur in Feucht begleitet sie Gruppen, sondern auch in der großen Nachbarstadt, wo sie für den Verein der Gästeführer Nürnbergs „Die Stadtführer“ viel im Einsatz ist. Dennoch hat sie für ihren Heimatort noch Kapazitäten frei. Interessenten können sich im Bürgerbüro im Rathaus, Telefon 9167-0, melden.  

MARTINA RÜSING

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Feucht