Leinburg: Das Wasser ist wieder sauber

7.11.2020, 21:21 Uhr
Die Moritzberggruppe versorgt das Leinburger Gemeindegebiet und Teile Röthenbachs mit Trinkwasser; ihre Brunnen liegen am Moritzberg und im Tal zwischen Diepersdorf und Rockenbrunn. Oberhalb von Haimendorf befindet sich der Hochbehälter des Wasserversorgers.

Die Moritzberggruppe versorgt das Leinburger Gemeindegebiet und Teile Röthenbachs mit Trinkwasser; ihre Brunnen liegen am Moritzberg und im Tal zwischen Diepersdorf und Rockenbrunn. Oberhalb von Haimendorf befindet sich der Hochbehälter des Wasserversorgers.

Bis dahin kann das Wasser noch nach Chlor schmecken, so Kraußer. Mittlerweile seien alle Leitungen der Moritzberggruppe gechlort, das Wasser soll zum Trinken also unbedenklich sein.


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Vermutlich ist eine „größere Baumaßnahme im Ortsteil Diepersdorf“ für die Verunreinigung des Trinkwassers des Wasserzweckverbands Moritzberggruppe mit einem E.-coli-Bakterium verantwortlich, so Kraußer (CSU) im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung. „Eventuell wissen wir am Montag oder Dienstag mehr.“

Gülle ist ausgeschlossen

Er könne die Landwirtschaft, also etwa Gülle, die ins Wasser gelangt ist, „zu 100 Prozent ausschließen“, sagt der Bürgermeister, der auch Vorsitzender der Moritzberggruppe ist. „Eine Verunreinigung durch landwirtschaftliche Betriebe ist eine von vielen theoretischen Möglichkeiten“, hatte das Landratsamt hingegen noch am Donnerstag auf PZ-Anfrage geantwortet. In der Bevölkerung, unter anderem auf Facebook, war da­rüber spekuliert worden. Auch Firmen kämen nicht infrage, so Kraußer. Und die Arbeiten am Radweg in Richtung Lauf hätten ebenfalls nichts mit der Sache zu tun.

Das Landratsamt teilte mit, eventuell sei der Austausch eines Schiebers an der Anlage ursächlich für die Verschmutzung. Zum Gebiet der Moritzberggruppe gehören neben ganz Leinburg auch die Röthenbacher Ortsteile Haimendorf, Renzenhof, Grüne Au und Rockenbrunn.

Vergangene Woche wollte der Bürgermeister selbst auf Nachfrage nicht mitteilen, wo das Kolibakterium festgestellt worden war. Gestern gab er bekannt, dass es sich um einen Messstelle in Diepersdorf handelte. Man habe keinen Ortsteil in falscher Sicherheit wiegen wollen, so Kraußer, „es hilft nicht, wenn ich die Warnung nur in Diepersdorf rausgebe“. Das Bakterium könne „auch wandern“ und dann andere Gemeindeteile betreffen, wiederholte er seine Aussagen von Freitag vergangener Woche.

Nicht für das Aquarium geeignet

Daher sei es notwendig gewesen, alle Leitungen der Moritzberggruppe mit Chlor zu spülen. Vorher wurde die Bevölkerung dazu aufgefordert, Trinkwasser sicherheitshalber abzukochen, sonst könne es wegen des Kolibakteriums zu Magenproblemen oder Durchfall kommen.


Der geringe Chloranteil im Trinkwasser sei hingegen unbedenklich. Kraußer, der in Oberhaidelbach wohnt, putzt sich damit die Zähne, wie er sagt. In anderen Ländern, etwa in Italien, sei ein geringer Chloranteil im Trinkwasser normal. Nur Besitzer von Aquarien sollten auf anderes Wasser zurückgreifen.

Am Dienstag, 27. Oktober, hatte eine Messung vom Vortag die Verschmutzung angezeigt, Kraußer hatte sich daraufhin mit dem Gesundheitsamt besprochen. Nach einer Kontrollmessung, deren Ergebnis am Donnerstag vorlag, ging die Gemeinde an die Öffentlichkeit. Nachdem es sich um eine minimale Verschmutzung gehandelt habe, Kraußer vergleicht sie mit einer Stecknadel im Gemeindegebiet, und E. coli „nicht lebensgefährlich“ sei, wurde die Öffentlichkeit erst dann informiert. Das sei in der Trinkwasserverordnung so vorgesehen.

Indessen hat die Leinburger Brauerei Bub eine Sudpause eingelegt. „Wir haben die Produktion eingestellt“, so Unternehmerin Cornelia Bub. Dort wird das Wasser zwar abgekocht, Bakterien sterben also ab, das Chlor aber verfälscht den Biergeschmack. Eine kurze Pause sei kein Problem, man habe große Lagerkapazitäten und genug Bier auf Vorrat.

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