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Samstag, 28.11.2020

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Leuchtendes Beispiel für Trassenprotest im Nürnberger Land

Aufsehenerregender Aktion gegen geplante Stromautobahnen - 09.11.2020 18:44 Uhr

Die Botschaft ist klar: Das Nein zu den Stromtrassen wird auf eindrucksvolle Weise demonstriert und ist aus der Luft klar als überdimensionierter Leitungsmast zu erkennen.

09.11.2020 © Foto: www.wrightflight.de/Alan Wright


Wo sonst der Ball rollt, trafen sich am Freitag Abend Erwachsene und Kinder am Moosbacher Sportplatz, um nach Sonnenuntergang ein leuchtendes Zeichen gegen die geplante Juratrasse zu setzen. Corona-konform trugen alle Beteiligten während der gesamten Veranstaltung Masken und hielten den nötigen Abstand.

Initiiert von Bürgerinitiative

Initiiert wurde die Aktion durch die Bürgerinitiative "JA! Zum Reichswald – NEIN! Zur Juratrasse" und in enger Zusammenarbeit mit dem SV Moosbach und unterstützt von zahlreichen Mitgliedern der zweiten Feuchter BI "Rettet den Reichswald – Stoppt die Stromtrasse" durchgeführt.

"Komplett auf Trassen verzichten"

Vor dem anstehenden Raumordnungsverfahren machten sich die Menschen aus Moosbach, Feucht und umliegenden Ortschaften dafür stark, dass die geplanten Stromtrassen nicht realisiert werden. Eine Trassenvariante soll direkt in der Nähe des Sportplatzes verlaufen. Allerdings ging es den Initiatoren nicht darum, eine spezielle Trassenvariante zu favorisieren, sondern komplett auf die neuen, sogenannten Stromautobahnen zu verzichten.

Reichswald müsste gerodet werden

Denn bis zu 240 Hektar Reichswald sollen für den Trassenbau gerodet werden. Zudem wäre eine massive Gesundheitsschädigung vor allem bei Nichteinhaltung der 400 Meter Abstandsregelung – die an vielen Orten nicht gewährleistet werden kann – zu erwarten, so die Initiatoren. Matthias Hausner: "Wir halten es nicht für bewiesen, dass diese Trassen für die Stromversorgung der Zukunft notwendig sind. Sie dienen durch ihre Überdimensionierung eher dem europäischen Stromhandel und verhindern damit eine echte Energiewende mit dezentralen, nachhaltigen Strukturen."

Drohnen am Himmel

Den ganzen Freitag waren die Aktiven mit Vorbereitungen beschäftigt. Nach Sonnenuntergang filmten dann drei Drohnen die Aktion und hielten das Ganze in bewegten Bildern fest. Ein Video von Alan Wright gibt es hier.

"Wir senden mit den brennenden Fackeln ein leuchtendes Signal an die Politiker, dass wir diese Trasse nicht wollen und auch nicht brauchen", so Mit-Initiatorin Helga Beier, die die ganze Aktion per Megaphon leitete. Dies ist in bemerkenswerter Weise gelungen.

Bilderstrecke zum Thema

Alles, was Sie über die Stromtrasse wissen müssen

Der Netzbetreiber Amprion plant eine rund 450 Kilometer lange Hochspannungsleitung von Sachsen-Anhalt bis ins schwäbische Meitingen. Ursprünglich verlief der bevorzugte Trassenkorridor quer durch Ober- und Mittelfranken sowie durch die Oberpfalz. Im Juni 2015 präsentierte Wirtschaftsminister Gabriel einen neuen Verlauf.


Herbert Bauer

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