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Rollstuhlfahrerin wünscht sich mehr Busse in Schwarzenbruck

Umleitungsstrecke sorgt für Probleme - 07.05.2021 14:39 Uhr

Für Manuela Schaller ist in der Hauptstraße seit Beginn der Bauarbeiten kein Durchkommen mehr. Die Umleitung ist beschwerlich und gefährlich. Mit dem Einsatz zusätzlicher Busse wäre ihr ebenso geholfen wie Müttern mit Kinderwagen.

06.05.2021 © Alex Blinten


Seit zehn Jahren ist Manuela Schaller auf den Rollstuhl angewiesen, zeitweise mehr, manchmal weniger, in der jüngeren Vergangenheit viel häufiger als früher. Die Schwarzenbruckerin lebt mit ihrem Mann Hans in der Meraner Straße in Gsteinach. Als die Schallers erfuhren, dass die Hauptstraße wegen der Umbauarbeiten gesperrt und eine Umleitung eingerichtet werden sollte, schwante ihnen nichts Gutes. Jetzt zeigt sich, dass sie ihre Ahnung nicht trog.

Für Rollstuhlfahrer ist die Umleitungsstrecke ebenso beschwerlich wie gefährlich. In den teilweise als Spielstraßen ausgebauten Strecken gibt es keine Gehwege, so dass sich die Rolli-Fahrer die Fahrbahn mit den passierenden Pkw teilen müssen. Eng wird es, wenn Lieferfahrzeuge hier unterwegs sind. Und wenn der Müll in Schwarzenbruck abgefahren wird, ist teilweise kein Durchkommen mehr, weil sich die Autos hinter den Müll-Lastern stauen und für die Rollstuhlfahrer kein Platz mehr bleibt.

Täglich drei Kilometer im Rollstuhl

Manuela Schaller muss täglich die 2,8 Kilometer von Gsteinach Richtung B8 rollen – zum Arzt, zur Reha und zur Apotheke. Und die Einkaufsmöglichkeiten sind ja auch alle in den Supermärkten in Ochenbruck. Wenn das Wetter einmal ganz schlecht ist, mit Regen, Wind und Kälte, dann nimmt Manuela Schaller den Bus, der zwar eine Umleitung über die Aldi-Kreuzung in Feucht fährt, aber komfortabel und sicher ist. Allerdings fährt die Linie 502 mit Startpunkt Bahnhof Ochenbruck nur zweimal täglich: morgens und mittags.

Manuela Schaller wünscht sich in der aktuellen Situation deshalb mehr Busse. Perfekt wäre aus ihrer Sicht ein Stundentakt, der aber, da ist sie realistisch, wohl nicht eingerichtet werden kann. "Aber wenigstens ein oder zwei Busse mehr am Tag, das wäre schon sehr hilfreich", sagt sie. Ihr Mann Hans hat sich in der Angelegenheit bereits ans Landratsamt gewandt, weil die Behörde in Lauf an der Pegnitz für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis zuständig ist. Die mit der Sache befasste Mitarbeiterin weist darauf hin, dass der aktuelle Busfahrplan mit der Gemeinde abgestimmt wurde, dass es aber bereits eine Reihe von Anfragen aus der Bevölkerung nach einem verbesserten ÖPNV-Angebot während der Bauphase in der Hauptstraße gibt.

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Kontaktaufnahme mit Merz

Jetzt wollen sich Landratsamt und Gemeinde absprechen und kurzfristig Kontakt aufnehmen mit dem Verkehrsunternehmen Merz, das die Buslinie 502 betreibt. Ziel ist eine Verbesserung des Bus-Angebots.

Die ist nach Hans Schallers Überzeugung dringend nötig. Nicht nur Rollstuhlfahrer wie seine Frau seien ja auf den Bus angewiesen. Auch Mütter mit kleinen Kindern, die beim Kinderwagenschieben in den engen Umleitungsstraßen ihre liebe Not haben, müssten auf diesen zurückgreifen.

"Was sollen denn behinderte Menschen und junge Mütter machen? Sollen die während der gesamten Bauphase etwa zu Hause bleiben?" fragt er die Verantwortlichen im Landratsamt sowie im Rathaus und appelliert dringend, zusätzliche Busse fahren zu lassen.

Alex Blinten

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