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Rummelsberger Drehleiter jetzt in Schwarzenbruck

Dünne Personaldecke bei Ortsteilfeuerwehr zwang Kreisbrandrat zum Handeln - 14.02.2013 11:32 Uhr

Hat hier einen neuen Garagenstellplatz gefunden: das Drehleiter-Fahrzeug der Rummelsberger Wehr, das neuerdings in Schwarzenbruck stationiert ist und hier in der Fahrzeughalle steht. © Blinten


Die übt zwischenzeitlich intensiv mit dem sogenannten Hubrettungsfahrzeug. Anlass für den Drehleiter-Umzug war ein Schreiben von Kreisbrand-rat Norbert Thiel, das Bürgermeister Bernd Ernstberger auf der jüngsten Gemeinderatssitzung auch mit den Bürgervertretern besprach, weil die Gemeinderäte der Neu-Stationierung des Feuerwehrgeräts ihre Zustimmung geben mussten. Die war dann einstimmig.

Thiel zieht die Drehleiter in Rummelsberg ab, weil bei der dortigen Feuerwehr die Personaldecke ausgesprochen dünn geworden ist. Bereits im vergangenen August musste das Gerät zeitweise nach Schwarzenbruck umziehen, weil in Rummelsberg Feuerwehrkameraden in Urlaub gingen und nicht gewährleistet war, dass im Alarmfall entsprechend Fahrer und Maschinisten zur Verfügung standen.

„Nach dem mir zur Verfügung stehenden Personalstand ist heute in Rummelsberg kein gesicherter Einsatz für die Drehleiter bei einem Brandereignis gewährleistet“, schreibt Thiel der Gemeinde Schwarzenbruck. Tatsächlich gibt es derzeit bei der Rummelsberger Wehr lediglich drei Kameraden mit dem entsprechenden Führerschein für das Drehleiterfahrzeug und nur noch zwei ausgebildete Drehleitermaschinisten, nachdem drei weitere Maschinisten vor geraumer Zeit von der Rummelsberger zur Schwarzenbrucker Wehr wechselten.

Ganz anders die Situation bei der Schwarzenbrucker Feuerwehr: Hier gibt es 22 Kameraden mit dem Führerschein für den Drehleiter-Lkw und die drei ausgebildeten Drehleiter-Maschinisten, die aus Rummelsberg kamen. Thiel sieht die Rummelsberger Wehr durch den Abzug der Drehleiter keineswegs geschwächt.

Vielmehr stärke die Neu-Stationierung die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren insgesamt, weil die Schwarzenbrucker und Rummelsberger Wehr ohnehin gemeinsam alarmiert werden und die Ortsteilfeuerwehren im Einsatz eine Einheit bilden.

„Ich will keinen Feuerwehrstreit wegen der Drehleiter“

Rummelsberg kann die Drehleiter auch wieder zurück bekommen. Dazu muss aber das Personal der Wehr deutlich aufgestockt werden. Thiel fordert für das Rummelsberger Löschfahrzeug und für die Drehleiter eine Dreifach-Besetzung mit ausgebildeten Fahrern und Drehleitermaschinisten. Dazu müssen die Rummelsberger ihre Feuerwehrleute ausbilden lassen.

In diesem Jahr, so die Forderung des Kreisbrandrats, sollen mindestens neun Kameraden den entsprechenden Maschinisten-Lehrgang machen. Der Rummelsberger Kommandant Jürgen Hopf verspricht, seine Leute so schnell wie möglich schulen zu lassen. „Wir kriegen das hin, ich denke, dass wir die Drehleiter bis Oktober wieder zurück bekommen.“

Und Bürgermeister Bernd Ernstberger sieht die Neustationierung des Geräts ebenfalls als Übergangslösung, bis die Rummelsberger Wehr ihre Leute entsprechend ausgebildet hat. Er macht sich für ein gutes Miteinander der Feuerwehren in seiner Gemeinde stark:

„Ich will keinen Feuerwehrstreit wegen der Drehleiter.“ Wie brisant die ganze Angelegenheit allerdings intern ist, zeigt die Reaktion des Schwarzenbrucker Kommandanten Christian Eckstein auf die Nachfrage des Boten nach der Neustationierung: Dazu sage er lieber nichts, so Eckstein, da könne man in ein Wespennest stoßen. 

Alex Blinten

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