Vierter Zeidlermarkt versprüht mittelalterliches Flair

19.5.2014, 16:50 Uhr
Die Kosaken demonstrierten den Besuchern, wie man Schwerter schleift.

Die Kosaken demonstrierten den Besuchern, wie man Schwerter schleift. © Luisa Degenhardt

Zwei Kosaken sitzen auf einer mit weißem Leinen behängten Bierbank und schärfen mit gleichmäßigen Bewegungen ihre Schwerter. Nach und nach werden die stumpfen Ausstellungsstücke zu gefährlichen Waffen. Der Verein Weltenpforte ist schon zum vierten Mal und damit genauso lange dabei, wie es den Zeidlermarkt gibt.

"Wir zeigen den Leuten Waffen und Rüstungen", erzählt Sebastian Schröter, der zweite Vorsitzende. Und damit die Besucher diese nicht nur in der Theorie bewundern konnten, führten die Rollenspieler zum Abschluss des mittelalterlichen Spektakels einen Schwertkampf auf. Doch das war nur eine von vielen Attraktionen.

Um 12.30 Uhr eröffnete Organisator Alexander Hommel den Markt offiziell. "Begonnen hat das als spontane Schnapsidee. Es war die richtige Idee", sagte er und kündigte an, auch einen fünften Zeidlermarkt im kommenden Jahr auf die Beine stellen zu wollen. Ehrengast war Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Die Böllerschützen machten dann noch lautstark auf die Veranstaltung aufmerksam.

Katharina von Kleinsorgen wurde in Schandeisen gelegt und durch den Ort getrieben.

Katharina von Kleinsorgen wurde in Schandeisen gelegt und durch den Ort getrieben. © Luisa Degenhardt

Politikerin gefangen

Große Aufregung herrschte am Nachmittag, als die zweite Bürgermeisterin Katharina von Kleinsorgen (CSU) - im Vorjahr traf es den Europaabgeordneten Martin Kastler - an den Pranger gestellt wurde. Die Landsknechte "Zeh" aus Altdorf bezichtigten von Kleinsorgen der Hexerei. Sie warfen ihr vor, den Posten der zweiten Bürgermeisterin mithilfe von schwarzer Magie bekommen zu haben.

Die Politikerin spielte bei dem Spaß bereitwillig mit. "Helft mir, helft mir", rief sie, als die Knechte sie in hölzernen Schandeisen abführten, um sie im Gauchsbach zu ertränken. Nachdem sie zwei Becher Gauchsbachwasser getrunken und einen Kuchen angeschnitten hatte, gaben die Landsknechte sie frei. Bürgermeister Konrad Rupprecht befreite sie im Anschluss aus den Schandeisen.

 Ein Rollenspieler der Mittelalterfreunde Neumarkt zeigte, wie eine altertümliche Feldschmiede funktioniert.

Ein Rollenspieler der Mittelalterfreunde Neumarkt zeigte, wie eine altertümliche Feldschmiede funktioniert. © Luisa Degenhardt

Diejenigen, die das Spektakel nicht verfolgten, konnten in den geöffneten Geschäften stöbern oder sich bei den Ständen umsehen. Honigbonbons, -seife, -creme oder Kittharz konnte man beim Stand des Zeidlervereins kaufen. Ein historischer Fallhammer prägte Münzen mit einem Zeidlermotiv. Die Einnahmen gingen an die Bürgerstiftung Feucht. Nebenan präsentierte das Ortsmarketing sein neues Malbuch mit Bildern rund um die Feuchter Biene.

Schmieden und Spinnen

Gleich ums Eck zeigten die Mittelalterfreunde Neumarkt, wie man einst mithilfe einer transportablen Feldschmiede kaputte Schwerter unterwegs wieder auf Vordermann brachte. Ingeburg Lindenthal-Harnisch, die bereits zum dritten Mal dabei war, demonstrierte den Besuchern, wie zeitaufwendig es früher war, Wolle zu spinnen. Und wem es draußen zu kalt war, der konnte sich in der Reichswaldhalle die scheinbar dreidimensionalen Holzarbeiten von Dieter Winge oder Filme über Feucht
ansehen.

Die Meinungen der Besucher zum Zeidlermarkt waren größtenteils positiv. "Ich würde mir mehr Animation wünschen", sagte ein Nürnberger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Deutlich positiver fiel das Fazit von Christian Angerstein aus: "Ich bin das erste Mal hier und mir gefällt es sehr gut". "Es ist übersichtlich, interessant, gemütlich und vielseitig", fügte seine Frau Carolin hinzu.

Auch Matthias Leischner und seine Freundin Carina Fischer aus Moorenbrunn waren gekommen und fanden positive Worte: "Es ist eine super Stimmung hier. Besonders gut gefallen mir die Aufführungen, das sieht man nicht so oft", so Leischner.

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