Montag, 19.04.2021

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Zuschuss für Winkelhaider Dreieinigkeitskirche

20.000 Euro stellt die Gemeinde zur Verfügung - 30.11.2020 10:14 Uhr

Die Dreieinigkeitskirche in Winkelhaid ist für über 400 000 Euro saniert worden. 60 Prozent der Kosten übernimmt die Landeskirche, den Rest muss die örtliche Kirchengemeinde schultern, die deshalb einen Zuschuss der Gemeinde beantragt hat.

27.11.2020 © Alex Blinten


Über 400 000 Euro kostet die Sanierung der Dreieinigkeitskirche in Winkelhaid. Zehn Prozent davon, 40 000 Euro, hätte die evangelische Kirchengemeinde gerne von der Gemeinde als Zuschuss gehabt. Gegen eine Stimme hat sich der Winkelhaider Gemeinderat nach ausführlicher Aussprache auf eine Zuschusszahlung von 20 000 Euro geeinigt.

Wie berichtet, musste die evangelische Dreieinigkeitskirche dringend saniert werden. Dafür stellt auch die Landeskirche Mittel zur Verfügung, allerdings lediglich 60 Prozent der 406 129 Euro, die für die inzwischen abgeschlossenen Arbeiten fällig wurden.

Den Rest muss die Winkelhaider Kirchengemeinde selbst aufbringen. Bürgermeister Michael Schmidt (CSU) bedauert, dass die Landeskirche nur 60 Prozent der Sanierungskosten übernimmt: "Immerhin wird die Kirche ja durch die Kirchensteuer finanziert." Deshalb kommen für Schmidt auch 40 000 Euro als gemeindlicher Zuschuss nicht in Frage.

Mit 20 000 Euro Zuschuss allerdings könne die Gemeinde leben, auch weil die evangelische Kirchengemeinde den Friedhof in eigener Trägerschaft betreibt und damit der Kommune eine eigentlich gemeindliche Aufgabe abnimmt. "Geben wir uns also einen Ruck und beschließen den 20 000 Euro Zuschuss", appelliert Schmidt an die Mitglieder des Gemeinderats.

Ganz so trostlos, wie noch im März, sieht es mit den Gemeindefinanzen ohnehin nicht aus. "Alles in allem haben wir kein schlechtes Jahr", betont der Bürgermeister. "Es ist besser gelaufen, als ich gedacht habe." Das Geld für den Kirchenzuschuss ist also da, 20 000 Euro sind im Haushalt eingestellt.

Zuschuss auch für Moschee?

Einen so hohen Zuschuss für eine Kirchengemeinde gab es in Winkelhaid bislang noch nie, sagt Schmidt auf Nachfrage von Gemeinderätin Petra Lorenz (CSU), die am Ende wie ihre Kollegen mit der Unterstützung der Kirchengemeinde in dieser Höhe einverstanden ist. Allein Ulrich Kretschmer (FWG) verweigert seine Zustimmung. "Wie verhalten wir uns, wenn beispielsweise ein Antrag kommt, einen Moscheebau zu unterstützen?" gibt er zu bedenken. Eine Moschee in Winkelhaid? Der Vergleich mit dem Zuschussantrag der evangelischen Kirche ist vielen im Gemeinderat dann doch zu weit hergeholt, so dass Kretschmer am Ende mit seiner Gegenstimme allein steht.

Alex Blinten

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