Dienstag, 10.12.2019

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2020 gibt es in Forchheim wieder vier verkaufsoffenene Sonntage

Stadtrat war sich uneins und debattierte über den Sinn der Sonntagsbummel - 16.11.2019 07:54 Uhr

Auch im nächsten Jahr wird es wieder vier verkaufsoffene Sonntage geben. Die Termine sind jeweils an die Jahrmarktsonntage gekoppelt. Gerade um den letzten Termin, den verkaufsoffenen Sonntag am ersten Advent, diskutierten die Stadträte intensiv. © Foto: Athina Tsimplostefanaki


Auch im kommenden Jahr wird es wieder vier verkaufsoffene Sonntage geben. Das beschloss der Haupt-, Personal- und Kulturausschuss des Stadtrates in seiner jüngsten Sitzung. Einstimmig fiel der Beschluss allerdings nicht, zehn Ratsmitglieder stimmten dafür, vier dagegen.

Damit man sich terminmäßig nicht in die Quere kommt, hatte Elena Büttner, Forchheims Citymanagerin, bereits im Vorfeld bei den Nachbarstädten und Nachbargemeinden Ebermannstadt, Erlangen, Bamberg und Fürth deren Termine der verkaufsoffenen Sonntage und Events abgefragt.

Lange Einkaufsnacht

Auch mit der Händlervereinigung HeimFOrteil seien die Termine abgesprochen, so Büttner in der Sitzung. Die verkaufsoffenen Sonntage finden im nächsten Jahr jeweils an den Jahrmarktsonntagen, am 1. März, 5. April, 4. Oktober und am 29. November statt. Am "Afrika-Wochenende" wird es im Rahmen der Kulturtage wieder eine lange Einkaufsnacht am Samstag, 4. Juli, geben. Der verkaufsoffene Sonntag im Rahmen des erstmals ausgerichteten Stadtfestes hingegen sei heuer "nicht unbedingt geeignet" gewesen, so Büttner.

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Ute Samel plädierte dafür, zumindest "einen Sonntag weniger zu machen", den 4. Oktober hielt die SPD-Rätin für passend, "dann hätten die Verkäuferinnen ein langes Wochenende". Oberbürgermeister-Kandidatin Annette Prechtel (FGL) hält den verkaufsoffenen Sonntag für "eine Werteentscheidung" und erinnerte an die Arbeitsruhe an Sonn- und Feiertagen. Besonders der verkaufsoffene Sonntag am letzten November-Wochenende ist für Prechtel ein Dorn im Auge: "Gegen den 29. November sträub’ ich mich", sagte Prechtel, die dafür plädierte "die Adventssonntage freizuhalten".

Vier Gegenstimmen

Udo Schönfelder (CSU), ebenfalls Oberbürgermeisterkandidat, widersprach Prechtel: "Wenn di eHändlervereinigung HeimFOrteil sich auf vier verkaufsoffene Sonntage verständigt, dann muss der Stadtrat nicht bevormunden. Wir wollen eine lebendige Innenstadt." Außerdem, so Schönfelder, "muss ja niemand öffnen". Man müsse "alles unternehmen, dass die Innenstadt gestärkt wird". "Das alleinige Mittel, das über die verkaufsoffenen Sonntage zu regeln, sehe ich nicht", gab wiederum Annette Prechtel zurück.

Manfred Hümmer (FW) war die Diskussion leid: "Es ist lästig, wenn wir uns jedes Jahr mit den gleichen Argumenten duellieren", schimpfte er. Der verkaufsoffene Sonntag Ende November sei "ein Frequenzbringer", der Advent "die umsatzstärksten Wochen im Jahr", außerdem werde die Sonntagsarbeit "auch anders vergütet". Dem pflichtete Karl-Heinz Fleckenstein (CSU) bei: "Wir schaffen die Möglichkeiten, es wird ja keiner gezwungen aufzumachen."

Kurz vor Diskussionsende verhehlte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) nicht: "Ich bin kein Fan der verkaufsoffenen Sonntage". Bei der Abstimmung stimmte das Stadtoberhaupt, zusammen mit seiner Partei-Kollegin Ute Samel sowie Annette Prechtel und Sabine Dittrich (beide FGL) gegen vier verkaufsoffene Sonntage.

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