Corona-Tests für Friseur, Innengastro & Co.

3G-Regel im Kreis Forchheim: So wird sie angenommen

2.9.2021, 05:56 Uhr
Warten auf den Corona-Test am Testzentrum in der Ruhalmstraße: Aktuell ist das Aufkommen laut ASB rund um die Wochenenden besonders hoch.

Warten auf den Corona-Test am Testzentrum in der Ruhalmstraße: Aktuell ist das Aufkommen laut ASB rund um die Wochenenden besonders hoch. © Berny Meyer, NN

NN-Leser Peter Eiselt aus Forchheim hat sich an die Redaktion gewandt: "Trifft die neue 3G-Regel denn auch für alle Mitarbeiter zu?" Seit Dienstag gilt die Regel im Landkreis für Kunden, die zum Beispiel Innengastronomie nutzen oder körpernahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen. "Was ist, wenn ich zum Beispiel zum Friseur gehen will, aber wüsste, dass er ein Impfgegner ist?", fragt er sich.

Holger Strehl, Pressesprecher des Landratsamts, erklärt: "Die 3G-Regel gilt für Kundinnen und Kunden. So steht es in der aktuellen Corona-Verordnung." Jedoch müssten Friseursalons Schutz- und Hygienekonzepte vorweisen können und hätten eine Pflicht, Kunden und Mitarbeiter zu schützen, damit sich keiner ansteckt. Sicher sei: Das Personal in Friseursalons muss eine medizinische Maske tragen. "Alles weitere fällt in den Bereich Arbeitsschutz. Dazu gibt es die bisherigen Schutzstandards der Handwerkskammern", so Strehl.

Gilt die 3G-Regel auch für Mitarbeiter, zum Beispiel beim Frisör?

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat Ende Juni mitgeteilt: "Nach der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen verpflichtet, Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten, mindestens zweimal pro Woche ein Schnelltest-Angebot zu machen. Aber auch: "Testangebote sind nicht erforderlich, soweit der Arbeitgeber durch andere geeignete Schutzmaßnahmen einen gleichwertigen Schutz der Beschäftigten sicherstellt oder einen bestehenden gleichwertigen Schutz nachweisen kann."

Was heißt das konkret? Obermeisterin Claudia Gottstein aus Forchheim, Inhaberin des Friseur Weber und Vorstand der Friseurinnung Forchheim, sagt: "Bei mir sind alle geimpft. Ich habe darauf bestanden. Es geht einfach darum, sich selbst, aber auch alle seine Mitmenschen zu schützen", sagt sie. Sie habe selbst einige Corona-Todesfälle mitbekommen und kennt "ganz viele schlimme Verläufe". Schutz und Vorsicht seien enorm wichtig, betont sie.

Verschiedene Meinungen unter den Frisörsalon-Inhabern

Ein paar Diskussionen habe es gegeben, bis alle überzeugt waren. "Wir haben dann länger darüber geredet." Inzwischen seien alle geimpft. "Wir arbeiten auch mit Perücken und vom Perückenverband gab es da klare Ansagen. Schließlich kommen da Chemo-Patienten zu uns."

Innerhalb der Friseur-Innung seien die Meinungen verschieden: "Es gibt auch Ungeimpfte." Sie glaubt aber, dass die meisten schon geimpft seien. Persönlich empfindet sie 3G auch für Mitarbeiter als Pflicht: "Wir erwarten schließlich auch von unseren Kunden, die 3G-Regel zu erfüllen. Ich finde, das geht sonst gar nicht."

Eine Änderung könnte kommen: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kann sich vorstellen, dass Arbeitgeber Mitarbeiter nach ihrem Impfstatus fragen dürfen, sagte er jüngst in der ARD-Sendung Hart aber fair. "Ich tendiere zunehmend zu ja." So werde es ja im Restaurant auch gemacht. Er argumentierte: "Wenn alle im Großraumbüro geimpft sind, kann ich damit anders umgehen, als wenn da 50 Prozent nicht geimpft sind." Einer Impfpflicht auch für bestimmte Berufsgruppen wie den Pflegeberufen erteilte Spahn erneut eine Absage.

Nachfrage nach Tests rund um die Wochenenden: Für Urlaube und private Feiern

Hat die 3G-Regel etwas am Testaufkommen verändert? "PCR- und Schnelltests halten sich die Waage", teilt Lukas Hänsch mit, beim ASB Forchheim zuständig für Pressearbeit. PCR-Tests werden in der Ruhalmstraße durchgeführt: "Da sind aktuell noch viele Urlauber dabei und Geschäftsreisende." Die Schnelltests seien besonders für kulturelle Aktivitäten, Gastronomie und Friseur gefragt. Auch einige Geimpfte würden sich weiterhin zur Sicherheit testen.

Generell sei zum Wochenende hin und am Wochenanfang das Testaufkommen hoch. "Bei Urlaubern sind die An- und Abreisetage am Wochenende. Zudem merken wir immer wieder, dass sich viele, geimpft oder ungeimpft, zum Wochenende hin für größere Feiern oder Hochzeiten testen lassen wollen", erklärt Hänsch.

Was ist, wenn die Tests ab Oktober nicht mehr kostenlos sind?

Aktuell würden einige nachfragen, was sich ändert, wenn die Tests ab Oktober nicht mehr kostenlos sind - und welcher Preis dann fällig würde. "Da können wir noch nichts sagen, da wir noch keine Informationen bekommen haben. Ich vermute, dass der Freistaat Bayern gerade noch Details klärt." Hänsch betont: "Wir vom ASB wollen daran nichts verdienen. Wir haben da auch keinen Einfluss. Wir betreiben das Testzentrum in der Ruhalmstraße für den Landkreis. Die Tests beschaffen wir nicht selbst, sondern erhalten sie vom Landratsamt."

Einige junge Forchheimer hätten sich schon erkundigt, was das künftig für Disco-Besuche bedeuten würde, bei denen PCR-Tests notwendig seien. "Am Flughafen Nürnberg kostet ein PCR-Test ungefähr 60 bis 70 Euro", weiß Hänsch. Aber Preismodalitäten stünden insgesamt noch nicht fest.

Bürger wünschen sich klarere Corona-Richtlinien

Bürger, die sich über die 3G-Regel beschweren, hätten die Testzentren derzeit nicht erlebt. "Eher, dass manche sich klarere Richtlinien wünschen würden oder frustriert sind, weil alles immer so kurzfristig verkündet wird", sagt er. Auch er selbst findet: "Die Regeln sind inzwischen wahnsinnig vielschichtig." Einige Bürger würden bezüglich Richtlinien bei Reisen in bestimmte Länder nachfragen. Solche Auskünfte können die Testzentren nicht erteilen.

Bislang wurden im Landkreis (Stand 30. August) 76.361 Menschen im Forchheim Impfzentrum geimpft und 61.997 in Hausarztpraxen. "Die Impfzahlen sind zuletzt wieder ein wenig gestiegen, aber sie waren nicht deutlich höher", sagt Lukas Hänsch. Er erklärt: Weiterhin können sich Menschen bei Hausärzten oder ohne Termin im Impfzentrum impfen lassen.

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