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Freitag, 18.10.2019

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68-Jähriger soll im Rollstuhl sitzende Ehefrau getötet haben

Danach verletzte der Mann sich selbst schwer und kam ins Krankenhaus - 27.09.2019 11:35 Uhr

Eine Mitarbeiterin des Pflegedienst fand am Mittwochabend gegen 18 Uhr zwei schwerverletzte Personen in einem Reihenhaus im Heroldsbacher Ortsteil Oesdorf (Lkr. Forchheim). Es handelte sich um ein Ehepaar, die 68-jährige Frau saß in ihrem Rollstuhl, der auf einen Rollator angewiesene Mann befand sich ebenfalls in dem Haus. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen, ihr Ehemann kam ins Krankenhaus, wo er zunächst in Lebensgefahr schwebte.

"Den genauen Tathergang gilt es jetzt zu klären", sagt ein Sprecher der Kriminalpolizei Bamberg. "Das heißt, bevor wir verlässliche Aussagen treffen können, müssen wir erst einmal die Spuren auswerten und die Vernehmung des Beschuldigten abwarten." Inzwischen bestehe laut Polizei keine Lebensgefahr mehr, der 68-Jährige lag zuletzt auf der Intensivstation.

Am Tatort übernahmen Kripo-Beamte und die Staatsanwaltschaft Bamberg die weiteren Ermittlungen. Die Rechtsmedizin Erlangen sicherte die Spuren am Tatort. Ein Staatsanwalt befand sich ebenfalls vor Ort.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hat der 68-Jährige seine Frau gewaltsam getötet und sich anschließend selbst verletzt. Ob es sich um den Versuch eines sogenannten erweiterten Suizids gehandelt hat – also Suizid in Tateinheit mit der einvernehmlichen oder auch nicht-einvernehmlichen Tötung einer weiteren Person – ist noch unklar.

Haftbefehl erlassen

Keine Angaben möchte der Kripo-Sprecher dazu machen, ob es bei dem Oesdorfer Ehepaar schon in der Vergangenheit polizeibekannte Auffälligkeiten oder Konflikte gab.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg erließ das zuständige Amtsgericht am Donnerstag einen Untersuchungshaftbefehl gegen den Tatverdächtigen.

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Der Artikel wurde zuletzt am Freitag um 11.35 Uhr aktualisiert.

Anmerkung der Redaktion: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen und Suizidversuche, außer sie erfahren durch die gegebenen Umstände besondere Aufmerksamkeit. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie 24 Stunden am Tag Hilfe und Beratung.

mch

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