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Dienstag, 21.01.2020

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Abfall-Deponie Gosberg dient als Schafsweide

Blühende Landschaften, wo einst der Zivilisationsmüll des Landkreises in ein Loch geschüttet wurde - 21.11.2019 17:57 Uhr

Idyllisch: Ziegen und Schafe aus Hundshaupten grasen auf einem bewachsenen Abfallhügel. Der Weidezaun soll verhindern, dass die Tiere in andere Teile der Deponie gehen. Er wird immer mal wieder versetzt, damit die Vegetation nachwachsen kann. © Foto: Ralf Rödel


Seit Mai halten zwei Zwergziegen und drei Heidschnucken den Bewuchs des ältesten Deponiehügels kurz. Brombeeren wachsen hier, ideal für den Neuntöter, einen Raubvogel, der seine Beute (vom Insekt bis zur Maus) gerne mal als Vorrat auf Dornen spießt. Betriebsleiter Gerhard Raab hat den Vogel hier schon abgelichtet.

Raab setzte, nach Versuchen mit Kamerunschafen vor einigen Jahren, zusammen mit dem Leiter des Tierparks Hundshaupten, Daniel Scheffer, die Idee "Schafe auf Deponie" um. Die Leih-Tiere bleiben so lange, wie sie Futter finden. Spätestens im Frühjahr, zum Beginn der nächsten Vegetationszeit, kehren sie auf die Deponie zurück. Der älteste Teil der Kreisdeponie, 1977 als Abfall-Loch in Betrieb gegangen, ist längst endgültig verfüllt, nach allen Regeln der Technik abgedeckt, überwacht und bepflanzt.

Gerhard Raab, nebenbei ehrenamtlich als Naturschützer aktiv, ist es nach eigenen Angaben ein Anliegen, die zwei nur scheinbar gegensätzlichen Welten zusammenzubringen: Abfallentsorgung und Artenschutz.

Früher gab es da, auch im Landkreis Forchheim, viel Streit und Misstrauen. Nun hofft er, die Vierbeiner können auf dem Abfallhügel zu mehr Artenvielfalt und Blühflächen beitragen. Einfach, indem sie grasen.

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