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Sonntag, 26.05.2019

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Affalterthal: Kerwaburschen und Senioren teilen Ämter auf

Vorstandsexperiment im Heimatverein - Wenig Engagement von Jungen - 26.02.2019 08:00 Uhr

Auf drei Jahre ist der Vorstand des Heimatvereins gewählt. Erstmals mit dabei: Mitglieder der Kerwaburschen © Reinhardt Löwisch


In der Gerüchteküche brodelte es schon länger, weil die beiden bisherigen Vorsitzenden unmissverständlich klar gemacht hatten, nicht mehr zur Wiederwahl antreten zu wollen. Wie üblich in solchen Situationen, wird anhand der Mitgliederliste versucht, geeignete Nachfolger zu finden.

Das ist nicht leicht in einem Dorf, das wie andere auch von Überalterung geprägt ist. Der Verein soll weiter bestehen, deshalb der nachvollziehbare Wunsch, dass der Nachwuchs, sprich die jungen Leute sich engagieren. Einfach umzusetzen scheint das Anliegen nicht.

Es gibt im Dorf die Kerwaburschen, elf junge Männer, die seit vielen Jahren die Kirchweih ausrichten und damit recht erfolgreich sind. Da es sich bei den Aktivitäten des Heimatvereins vor allem um Veranstaltungen handelt, lag die Versuchung nahe, mit den Kerwaburschen zwecks Vorstandsnachfolge zu reden. Die hörten auch gespannt zu und nickten zu allen Vorschlägen, bevor sie ihre Bedingung vorbrachten.

Burschen haben zu tun

Sie seien eben auch in die Feuerwehr eingebunden, außerdem sind einige dabei, Familien zu gründen und sich ein Haus zu bauen. Da bleibt wenig Zeit für das Ehrenamt. Man diskutierte hartnäckig die verschiedensten Modelle, darunter auch die letztlich realisierte, das jeweilige Amt auf mehreren Schultern zu verteilen.

Aber hierzu fehlten zunächst ebenfalls Leute. Nach knapp drei Stunden kam es zu einem "Deal": Die Kerwaburschen waren bereit, zwei Posten probeweise für eine Wahlperiode (drei Jahre) zu übernehmen, wenn die "Alten" die anderen beiden Posten übernehmen. Alles unter dem Vorbehalt, dass die Sache nicht in Arbeit ausartet und dass man auch eigene Ideen umsetzen könne.

Schließlich gab es das Happy End mit der Neuwahl der Vorstandschaft. Gewählt wurden als Vorsitzender Heinz Bernhardt, Zweiter Vorsitzender Sebastian Porisch, Kassier Niki Thäter, Schriftführer Thomas Deinhardt.

Mitgliedschaft nach Spielplatzbau

Diskutiert wurde über den Neubau eines Kinderspielplatzes, zu dem der Heimatverein die Zusage gegeben hat, zu den Baukosten 5000 Euro zuzuschießen. Einige der 25 damals federführenden Eltern hatten im Gegenzug zugesichert, Vereinsmitglied zu werden. Doch bis heute ist das in keinem Fall geschehen, weshalb die Forderung laut wurde, den Beschluss für die Spende rückgängig zu machen. Zur Begründung hieß es: "Die wollen doch nur unser Geld". Kassier Nikolaus Thäter sagte dazu, dass die Summe deshalb noch nicht ausbezahlt sei, weil die Baugenehmigung noch aussteht. Erst nach der Genehmigung des Spielplatzes kann das Geld überwiesen werden.

An diesem Ort im Brunnleiten soll der Spielplatz nach dem Vorschlag einer Elterninitiative entstehen. © Reinhardt Löwisch


Wie war es zu der Situation gekommen? Bedingt durch die hohe Kinderzahl der 25 jungen Familien im Dorf wuchs vergangenes Jahr der Wunsch, einen zeitgemäßen Spielplatz im Dorf zu bauen. Ein Platz im Brunnleiten war von der Elterninitiative schnell gefunden, die Gemeinde gab ihre Zustimmung. Auf der Suche nach öffentlichen Spendengeldern landete man beim Leader-Manager Toni Eckert im Landratsamt Forchheim. Der meinte, dass eine Förderung für einen Mehrgenerationen-Spielplatz im Rahmen des Kulturerlebnisses Fränkische Schweiz möglich sei.

Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) stellte dem Gemeinderat als Eigentümer des Platzes ein neues Finanzierungsmodell vor. Von der Gesamtsumme, rund 40 000 Euro, könnte die Hälfte, rund 20 000 Euro, als Fördermittel in Anspruch genommen werden. 15 000 Euro wirft die Elterninitiative in den Topf. So blieben eben die 5000 Euro übrig. Auch die Affalterthaler Jagdgenossen würden davon 2000 übernehmen. Den Rest, so die stille Hoffnung, könnte doch die Zukunftsstiftung der Sparkasse Forchheim tragen.

  

REINHARD LÖWISCH

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