Wiederöffnung nächste Woche geplant

Alle Mitarbeiter krank: Kindergarten in Burk muss schließen

14.10.2021, 16:53 Uhr
Krankheitsbedingt geschlossen: Das komplette Stammpersonal des Kindergartens in Burk ist derzeit nicht arbeitsfähig. 

Krankheitsbedingt geschlossen: Das komplette Stammpersonal des Kindergartens in Burk ist derzeit nicht arbeitsfähig.  © Berny Meyer

"Eine bessere Lösung als mein Kind heute mit zur Arbeit zu nehmen, gab es nicht", erzählt eine betroffene Burkerin, deren vierjähriger Sohn in den Kindergarten Heilig Dreikönig geht. "Das lief noch ganz gut, auch, weil ich früher Schluss machen konnte. Trotzdem suboptimal." Am Freitag geht es für den Sohnemann dann zu Opa und Oma. Schon seit Längerem sei im Burker Kindergarten keine Betreuung in Vollbesetzung möglich gewesen und jetzt eben die Komplettschließung. "Die Eltern müssen es wieder managen", ärgert sich die Mutter.

Der schwierigen Lage ist sich auch Jens Kuppert, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft (Arge) "Katholische Kitas am Tor zur Fränkischen Schweiz", bewusst. Die Arge betreibt den Kindergarten in Burk, in dem knapp 50 Kinder betreut werden. "Das ist eine große Belastung, wir muten den Eltern damit gerade viel zu und das tut mir wirklich leid." Allerdings habe man seitens der Arge keine vertretbare Alternative zur Schließung gesehen.

Auch nicht, wenn man Springer-Personal eingesetzt hätte? "Es macht pädagogisch keinen Sinn, total fremdes Personal aus anderen Kitas zu schicken, also Leute, die die Kinder nicht kennen, wenn überhaupt kein Stammpersonal da ist", erklärt Kuppert. Die Fachaufsicht am Landratsamt hätte das genauso gesehen.

"Man kann das nicht mit der Schule und Aushilfslehrern vergleichen, wir haben es hier mit teilweise ganz jungen Kindern zu tun, manche erst zweieinhalb, drei oder vier Jahre alt. Und das ist schon nochmal ein großer Unterschied", so Kuppert. Man könne diesen Kindern nicht einfach ihnen unbekannte Betreuer vor die Nase setzen. Das hätte man nur in Betracht gezogen, wenn wenigstens noch ein Mitarbeiter des vertrauten Stammpersonals verfügbar gewesen wäre.

Vorwürfe, die Arge hätte sich trotz absehbarer Entwicklungen nicht rechtzeitig um Ersatzpersonal gekümmert, kann Kuppert so nicht stehen lassen: "Dass am Ende alle fünf Kräfte nicht mehr voll arbeitsfähig sind, hat sich nicht abgezeichnet, es wurden ja nicht alle auf einmal krank." Erst konnte man die Ausfälle noch "wuppen", am Mittwochmittag fielen dann aber zwei weitere Mitarbeiter aus. "Am Nachmittag haben wir entschieden, dass wir den Kindergarten am Donnerstag und Freitag schließen müssen". Kuppert betont: "Es handelt sich nicht um Corona – so etwas hätten wir klar und schnell kommuniziert, alles andere wäre unverantwortlich." Man gehe fest davon aus, den Kindergarten am Montag wieder öffnen zu können.

Der Arge-Geschäftsführer spricht mit Blick auf Springer-Personal ein weiteres, generelles Problem an, das "nicht nur uns betrifft, sondern fast alle Kitas, ob privat, kirchlich oder gemeindlich": zu wenig Fachkräfte, also Betreuer. Kuppert: "Ungeachtet von Corona, steht jetzt die Winterzeit an und mit ihr die gewohnten saisonalen Erkrankungen, von Erkältungen bis zu Magen-Darm. Und das bei einer allgemein dünnen Personaldecke. Erzieherinnen und Erzieher, Kinderpflegerinnen und -pfleger sind einfach Mangelware."

Keine Kommentare