Mittwoch, 20.11.2019

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Als der Redaktionsschluss auf Messers Schneide stand

Internet-Abstimmung über „Forchheims Sportler des Jahres“ - 31.12.2012

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Forchheim: Wählen Sie ihren Sportler des Jahres 2012

Sie machten gute Laune, sie waren schnell, sie hielten zusammen und boten Nervenkitzel. Nun können Sie entscheiden. Wer war Ihr ganz persönlicher "Sportler des Jahres" aus Forchheim und dem Landkreis? Stimmen Sie bis zum 18. Januar über Ihren Favoriten ab. Vergeben Sie dabei Noten von 1 bis 6 wie in der Schule.


Acht Monate dauerte mein Sportjahr 2012 in der Forchheimer Redaktion, denn erst im April nahm ich hier meine Tätigkeit auf. Der erste Höhepunkt war das Stadtderby in der Fußball-Landesliga zwischen dem Jahn und Buckenhofen — nichts ahnend, dass der Sommer für beide noch viel schönere Erlebnisse (Aufstieg in die Bayernliga für die SpVgg und zumindest Aufstiegsrelegation für den SVB) bereithalten würde. Buckenhofens Trainer Rainer Gerlitz war es, der so passend sagte: „Für genau solche Spiele, vor mehreren hundert Zuschauern und für Jahre ein Gesprächsthema im Vereinsheim, machen wir doch unseren Sport.“

Ein Satz, der die kommenden Wochen prägte, in denen insgesamt 25 Relegationsspiele im Fußballkreis Erlangen-Pegnitzgrund über die Bühne gingen. Viele davon unter der Woche am Abend. Womit wir bei meinem ganz persönlichen Gänsehaut-Moment des Jahres 2012 angekommen wären. Von Montag bis Donnerstag — freitags beginnt der Wochenendsport mit den Vorschauen — geht es in der Sportredaktion in der Regal ruhiger zu. Am Mittwoch, 20. Juni, war aber alles anders. Im Kampf gegen die Uhr (der Redaktionsschluss nahte) zählte wie auf der Tartanbahn plötzlich auch für mich jede Sekunde. Die DJK Eggolsheim spielte in Ermreuth gegen die SpVgg Hüttenbach um den Kreisklassen-Aufstieg. Ein Kollege war vor Ort, ich hielt in der Redaktion die Stellung und wurde per Telefon informiert. Wegen einer Verletzungsunterbrechung dauerte die erste Hälfte 42 Minuten (!) länger als geplant. Aber 21.45 Uhr war noch weit entfernt. Doch als Eggolsheim in der 93. Minute in Unterzahl zum 1:1 traf, blickte ich zusehends nervöser auf die Uhr. Verlängerung.

NERVENKITZEL in der Relegation. Die Aufstiegsspiele zur Landesliga gegen den TV Erlangen-Bruck (Bild links; blaue Trikots) wurden zwar verloren, waren jedoch vor toller Kulisse ein würdiger Abschluss der Handball-Ära beim VfB (in weiß). Die Mannschaft spielt seit Sommer als HC Forchheim und gehört erneut zu den Spitzenteams der Bezirksoberliga. © Böhner


Draußen wurde es dunkel, Hüttenbach ging in Führung. Dann Ausgleich und bis zur 120. Minute kein Tor mehr. Elfmeterschießen. Eilig tippte ich den Spielverlauf bis dahin ab. Noch 15 Minuten Zeit. Per Live-Schalte am Telefon konnte ich nun alles mithören. 2:3, 3:3, 3:4, 4:4. Gänsehaut. Es zog sich wie Kaugummi und meine Zeit lief ab.

Obwohl nicht von Erfolg gekrönt, gehörten auch die Entscheidungsspiele der Buckenhofener Landesliga-Fußballer zu den Saisonhöhepunkten. Einen ganz besonderen Charakter hatte natürlich auch das vorläufig letzte Stadtderby im Mai gegen den Jahn, der sich in der neuen Bayernliga mit unterhaltsamem und erfolgreichem Offensivfußball als Spitzenmannschaft etabliert hat. © Rödel


„Verletzungspech folgte Elfmeterdrama“. Die Überschrift stand schon, nur der Schluss war nicht geschrieben. „Bei Redaktionsschluss noch nicht beendet“ hätte im Notfall der letzte Satz geheißen. Es kam zum Glück anders. Um Punkt 21.43 Uhr versenkt ein Hüttenbacher den zwölften Elfer, Eggolsheim hatte zuvor verschossen. Vier Tage später macht die DJK den Aufstieg

im zweiten Versuch perfekt. Während Trainer Rödl die obligatorische Bierdusche bekommt, ist der Redaktionsschluss freilich nicht gefährdet.


Das Jahr 2012 hatte ohne Zweifel noch viel mehr zu bieten als Fußball. Zu nennen sind erfolgreiche Turnerinnen (DJK Eggolsheim/DJK Kersbach), Kunstradfahrer (Lukas Kohl; Concordia Kirchehrenbach), Triathleten (Frank Müller; SSV Forchheim), Kegler (Lukas Biemüller; TSV Ebermannstadt), Tischtennisspieler (Marius Zaus; SpVgg Effeltrich), Bogenschützen (Martin Endrizzi; Frankonia Neuses) und gleich mehrere Kraftsportler (AC Bavaria).

Dazu feierten neben den Jahn-Fußballern auch die Eggolsheimer Kegelfrauen (3. Bundesliga-Süd) und die Mannschaft des Schachclubs Forchheim den Aufstieg (1. Bundesliga). Nicht minder beeindruckend der Aufstieg der Herren30-Tennismannschaft der Spielgemeinschaft TC/Jahn in die Landesliga. Und das beste ist: Viele der Sportler sind jung, werden Zuschauern und Vereinskollegen in den nächsten Jahren noch viel Freude bereiten. Wer war Ihr ganz persönlicher „Sportler des Jahres“? Stimmen Sie im Internet unter nn-forchheim.de bis zum 15. Januar über ihren Favoriten ab.

gu

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