Architekt verkauft die Burg Hiltpoltstein wieder

26.3.2016, 09:00 Uhr
Im August letzten Jahres war Burgherr Uwe Andersen noch zuversichtlich, dass er seine Burg immer wieder gut vermieten kann. Doch inzwischen will er das mittelalterliche Anwesen wieder verkaufen.

© Archivfoto: Roland Huber Im August letzten Jahres war Burgherr Uwe Andersen noch zuversichtlich, dass er seine Burg immer wieder gut vermieten kann. Doch inzwischen will er das mittelalterliche Anwesen wieder verkaufen.

In der Sommer-Auktion des Berliner Auktionators Karhausen soll die im 11./12 Jahrhundert erbaute Adelsburg mit einem Mindestgebot von 1,2 Millionen Euro versteigert werden. Auf der Internet-Plattform „Immoscout 24“ wird auch ein Verkauf zu diesem Preis als Option genannt.

Der derzeitige Burgherr Uwe Andersen hat die Burg vor mehr als zwei Jahren nach langem Leerstand für 440 000 Euro ersteigert und 2013 bis 2015 umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt (wie berichtet). Es wurde eine neue Heizung eingebaut, die Sanitär- und Elektroanlagen erneuert. Auch neue Fußböden wurden teilweise verlegt, Wände und Türen neu gestrichen.

Die Burg ist teilweise modern, zum Teil antik möbliert. Entstanden sind bei der Sanierung zwei Wohneinheiten mit zusammen elf Zimmern auf einer Fläche von 366 Quadratmetern. Das Grundstück, auf dem die Burg mitten im Ort thront, ist 1470 Quadratmeter groß. Nicht enthalten im Verkauf ist die separat stehende Wohnanlage, „das Schloss“ wie die Hiltpoltsteiner sie nennen. Sie kann extra zum Preis von 150 000 Euro erworben werden, ist jedoch nicht renoviert.

Große Hindernisse

Architekt Andersen nennt auf Nachfrage der Nordbayerischen Nachrichten die Gründe für den Verkauf: So sei es schwieriger als gedacht, die Räume zu vermieten. Die ursprüngliche Idee, ein Eventhotel aus der Burg zu machen, habe er fallen lassen müssen, weil ihm seitens der Genehmigungsbehörden extrem große Hindernisse in den Weg gelegt worden seien, so Andersen. Auch die Schaffung von Stellflächen oder einer Tiefgarage hätte sich als undurchführbar gezeigt. Schließlich haben sich die finanziellen Investitionen als nicht realisierbar erwiesen.

Der vor dem Verkauf der Anlage tätige Burg-Förderverein hat sich zwischenzeitlich aufgelöst, sein Initiator und Motor ist verstorben. Nun wird der „Burgfrieden“ auf eine Art einkehren, die sich Hiltpoltsteinern so nicht gewünscht hatten.

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