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Ärger um Mülltonnen in Hiltpoltstein: Jetzt kommt die Leerung

Nun soll doch noch geleert werden - Die verantwortliche Firma entschuldigt sich - 03.02.2021 17:40 Uhr

Am Donnerstag, 4. Februar, sollen die Tonnen geleert werden.

03.02.2021 © Petra Malbrich


Als "bearbeitet" wurden die Straßen in Hiltpoltstein und den Außenorten in Sachen Müllabfuhr gemeldet. Das stimmte aber nicht, wie eine Überprüfung ergab. Die Tonnen werden zeitnah geleert, verspricht das Entsorgerunternehmen Veolia.

Noch immer stehen die Papiertonnen in etlichen Straßenzügen in Hiltpoltstein und Almos ungeleert und einsam am Straßenrand. Zunächst waren die Fahrer der Firma Veolia gezwungen, aufgrund des heftigen Schneefalls die Tour abzubrechen. Auch der zweite Anlauf ein paar Tage später scheiterte deshalb, so die Firma.

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Die Bürger wollten wissen, wann die Tonnen denn nun geleert werden und Veolia versprach, das noch in der vergangenen Woche nachzuholen. Bis zu drei Versuche müsse Veolia unternehmen, teilte das Landratsamt mit. Das sei vertraglich mit Veolia geregelt. Tatsächlich gibt Veolia auch am Landratsamt Bescheid, welche Straßen aus welchen Gründen nicht geleert werden konnten, wie beim Schneegestöber geschehen.

Was ist mit der versprochenen dritten Tour?

Doch was ist mit der versprochenen dritten Tour gewesen? "Veolia hat es seit dem gescheiterten Versuch überhaupt kein weiteres Mal versucht. Keiner, den ich fragte, hat sie nochmal fahren sehen", sagt die Anwohnerin Petra Maderer, obwohl die Straßen inzwischen geräumt gewesen wären. An hinter Schneebergen versteckten Tonnen konnte das nicht liegen. Die Bürger fühlen sich verschaukelt.

Überrascht von dieser Meldung war Sven Vorlaufer, Betriebsleiter von Veolia am Standort Pettstadt: "Bisher sind wir davon ausgegangen, dass es sich bei den nicht geleerten Tonnen um Einzelfälle handelte." Tatsächlich wurden bei der Firma Einzelfälle gemeldet, doch der Betriebsleiter ging davon aus, dass diese Tonnen zum Zeitpunkt nicht am Straßenrand standen.

Quiz: Welcher Müll gehört in welche Tonne?

Frage 1/10:

In welchen Müll gehört ein gebrauchter Pizzakarton?

Die Erklärung: Benutzten Pizzakartons haften in der Regel noch Essensreste und damit auch Fett an. Damit kann der Karton nicht mehr über das Altpapier recycelt werden und muss in den Restmüll.

Frage 2/10:

In welchen Müll gehören Spraydosen mit dem grünen Punkt?

Der Grüne Punkt ist ein geschütztes Zeichen, das für die Teilnahme des Verpackungsherstellers an dualen Sammel- und Verwertungssystemen steht. Hat eine Spraydose das Symbol nicht, dann wäre sie ein Fall für den Sondermüll.

© Manuela Meyer

© Manuela Meyer

Frage 3/10:

In welchen Müll gehört ein benutztes Papiertaschentuch?

Benutzte Papiertaschentücher können nicht mehr recycelt werden, darum scheidet das Altpapier aus. Im Biomüll sollten sie nicht landen, da Krankheitserreger daran haften könnten. Damit bleibt noch der Restmüll.

Frage 4/10:

In welchen Container gehört blaues Glas?

Blaue und übrigens auch rote Flaschen gehören in den Container mit Grünglas, denn Grünglas kann den größten Anteil an Fremdfarben aufnehmen. Generell ist die Farbtrennung beim Glas sehr wichtig, denn nur so lässt sich Glas einer bestimmten Farbe wiederherstellen.

Frage 5/10:

In welchen Müll gehört Tierkot?

Asche, Tierkot, Staubsaugerbeutel oder behandelte Hölzer gehören grundsätzlich in den Restmüll.

Frage 6/10:

Wohin mit CDs?

CDs bestehen wie DVDs zu großen Teilen aus Polycarbonat, das gut recycelbar ist. Einige Wertstoffhöfe, aber auch Elektromärkte sammeln alte CDs und DVDs. Zur Not kann die CD auch über den Restmüll entsorgt werden.

Frage 7/10:

Wohin mit Konservendosen?

Metallverpackungen wie auch Alufolie gehören in den gelben Sack oder in die gelbe Tonne.

Frage 8/10:

In welchen Müll gehört Backpapier?

Es heißt zwar Papier, muss aber in den Restmüll. Denn es ist mit einem Material beschichtet, das wasserabweisend ist - und somit nicht recyclebar.

© S. Schmid

© S. Schmid

Frage 9/10:

Wo sollte ein Kassenbon landen?

Kassenbons bestehen aus sogenanntem Thermopapier, das mit der Chemikalie Bisphenol A beschichtet ist. Sie sollten nie ins Altpapier gelangen, sondern über den Restmüll entsorgt werden.

Frage 10/10:

Wo gehören Kaffeefilter hin?

Kaffeefilter gehören in den Biomüll. Sie sind klassischer Bioabfall.

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Trotzdem: In Görbitz und Göring stehen die Tonnen noch am Straßenrand. In fünf Straßenzügen in Hiltpoltstein sind noch bis zu 14 Tonnen unberührt und in Almos ist die Siedlung nicht geleert worden. Von Einzelfällen könne also nicht mehr gesprochen werden: "Das sind ganze Straßen, die nicht befahren wurden", findet Maderer.

"Mussten leider feststellen, dass nicht geleert wurde"

"Nach erneuter Prüfung mussten wir leider feststellen, dass die genannten Straßenzüge in Hiltpoltstein und Almos sowie in Görbitz und Göring entgegen erster Aussagen bisher nicht geleert wurden", so Vorlaufer. "Hierfür möchten wir uns bei den Bürgerinnen und Bürgern für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen."

"Wenn wichtige Gründe für die Nichtabholung vorliegen, wie Krankenstand beim Personal beispielsweise, sind die Bürger die letzten, die kein Verständnis haben und mal ein Auge zudrücken", meint Maderer. So aber fühle man sich eben verschaukelt. Fairerweise hätten an die Haushalte Zettel verteilt werden können, in denen bei den Bürgern um Nachsicht gebeten wird, dass die Leerung ausfallen müsse. Ebenso ein Hinweis, dass zusätzlich anfallendes Papier ersatzhalber beim Wertstoffhof direkt abzugeben sei. "Wir bedauern den Vorfall und sichern eine Leerung der Papiertonnen bis einschließlich Donnerstag, 4. Februar zu", heißt es von Veolia.

PETRA MALBRICH

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