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Asbest-Problem: Schulsanierung wird erheblich teurer

Bauarbeiten verzögern sich - Firma will Mitarbeiter nicht gefährden - 06.07.2019 08:00 Uhr

Das Schulgebäude in Hallerndorf vor der Sanierung. © Martin Regner


Die Sanierung der Grund- und Mittelschule in Hallerndorf geht nicht so zügig voran, wie es eigentlich geplant war. Grund hierfür sind die dort aufgefundenen Schadstoffe und deren Entsorgung, da die beauftragte Baufirma ihre Mitarbeiter nicht gefährden möchte.

Die Kontamination der Böden muss soweit beseitigt sein, dass keiner Schaden nimmt. Dafür muss beispielsweise schädlicher Staub soweit abgetragen sein, bis die Arbeitsplätze sicher sind, erklärte Andreas Konopatzki vom zuständigen Architekturbüro Konopatzki und Edelhäuser.

Als man im Juni feststellte, dass sich in den Fensterfugen asbesthaltiges Material befindet, wurden die Arbeiten zunächst gestoppt und Angebote zur Asbestsanierung eingeholt, erläuterte Konopatzki.

Für die Abdichtung der Aluminiumrahmen rund um die Glasbausteine wurde asbesthaltiger Fugenkitt verwendet: "Dieser muss komplett entfernt werden", so der Architekt. Weil Gewerbeaufsichtsamt und Berufsgenossenschaft auf die Sicherheit am Arbeitsplatz achten, geht das ausschließlich unter Arbeitsschutzmaßnahmen.

Gutachten ist nicht vollständig

"Wir sind bestrebt, den bestmöglichen Weg zu finden", versicherte der Architekt den Gemeinderäten. Das Gremium befand, dass der Architekt bereits 2017 über die Schadstoffe im Gebäude hätte Bescheid wissen können. "Wir konnten nicht erkennen, dass im erstellten Gutachten Dinge fehlen", verteidigte sich Konopatzki. Die Schadstoffe waren schließlich nicht offenkundig verbaut, sondern gut versteckt. Auch die durchgeführte Raumluftmessung habe die Asbestverseuchung nicht erkennen lassen.

Durch den Baustopp verlängert sich nicht nur die Bauzeit, sondern es werde bestimmt um einen sechsstelligen Betrag teurer, vermutete Matthias Erlwein (JAB), während Gerhard Bauer (WG Hallerndorf) wissen wollte, mit wie viel Risikofaktoren die Gemeinde noch zu rechnen habe.

Architekt warnt: Es muss legal bleiben 

Es werde immer wieder Punkte zu klären geben, wiegelte Architekt Konopatzki ab. In der Abbruchphase müsse man häufig mit unbekannten Dinge aus den Tiefen des Gebäudes und aus den Tiefen der Zeit rechnen. So könnte der Gemeinderat nicht sicher sein, dass seinerzeit in jedem Raum immer das gleiche Material verwendet worden sei, jetzt müsse man alles einzeln überprüfen.

Ein schnelleres Bautempo wäre selbstverständlich allen lieber, dies wäre allerdings nicht legal, warnte Architekt Konopatzki im Hinblick auf die Sicherheit der Beschäftigten.

Schließlich kamen die Gemeinderäte einstimmig dazu, das Ingenieurbüro "anbus analytik" aus Fürth mit der Sachverständigenbaubegleitung und mit der Schadstoffsanierung der Grund- und Mittelschule Hallerndorf zu beauftragen. Das Angebot der Fürther Firma liegt bei 36 256 Euro.

Abbruch der Fassade um 35.000 Euro teurer

Da im Bestandsbauwerk Schadstoffe gefunden wurden, kam es zu Nachträgen bei der mit den Arbeiten beauftragten Firma Laise und Ruhm. Der Abbruch der Fassade war um 35 303 Euro teurer, weil Fugen der Fassadenverkleidung mit asbesthaltigen Materialien verfüllt waren.

Aufgrund der Asbestbelastung muss für 8 449 Euro ein Umkleide- und Duschcontainer aufgestellt werden, erklärte Konopatzki. Auch dies wurde ohne Gegenstimme bewilligt, ebenso wie die Nachtragsvereinbarung zur Errichtung einer Rampe für schwere Baumaschinen, die nachträglich notwendig geworden ist. 

Sylvia Hubele

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