Aufgepasst, bitte!

25.11.2014, 14:00 Uhr

© Ralf Rödel

„Es sind mehrere Komponenten, die verantwortlich sind. Wichtig ist zum Beispiel die Übung und die Erfahrung. Mit den Jahren gewöhnt man sich daran, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren. Ich bin allein schon durch meine berufliche Tätigkeit, ich schreibe an meiner Doktorarbeit in Physik, daran gewöhnt, über Stunden fokussiert an einer Sache zu arbeiten. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die körperliche Fitness. Ich betreibe seit 13 Jahren Kampfsport. Angefangen habe ich unter anderem auch aus dem Selbstverteidigungsgedanken heraus. Inzwischen betreibe ich Süd-Shaolin-Kung Fu und brasilianisches Jiu-Jitsu, weil es mir hilft, Körper und auch Psyche gesund zu halten. Zwei Mal die Woche trainiere ich im Schnitt und powere mich dabei richtig aus. Danach ist man zwar körperlich erschöpft, aber geistig wieder frei für neue Aufgaben. Zusätzlich meditiere ich.

Schach trainiere ich ähnlich oft, dazu kommen noch die zeitintensiven Wettkämpfe. Um Schach konzentriert zu spielen, ist die Einstellung wichtig. Dazu gehört eine gute Vorbereitung — ich muss mich über den Gegner, sein Eröffnungsrepertoire und seinen Spielstil informieren. Dazu gehört aber auch, dass ich ausgeschlafen, geistig frisch, nicht mit anderen Dingen beschäftigt bin und während der Partie mich nicht in etwas verbeiße, etwa eine kombinatorische Idee, die ich unbedingt ausführen will. Man muss jeder Zeit loslassen und die Partie objektiv betrachten können. Es kommt ja nicht auf die Schönheit des Schachzugs an, sondern darauf, wer am wenigsten Fehler macht.“

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