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Sonntag, 21.07.2019

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Aufklärung: "Keine Alternative zum Safer Sex"

Programm zu Sexualprävention machte im Beruflichen Schulzentrum Halt - 14.07.2019 08:00 Uhr

Bunte Kondome: Damit junge Menschen den Weg in ein sexuell verantwortliches Leben finden, gibt es seit Juni ein Programm des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. © Foto: Oliver Berg/dpa


Die Gesundheitsregionplus und das Gesundheitsamt im Landratsamt Forchheim haben das Thema für eine zweitägige Präventionsveranstaltung jetzt ins Berufliche Schulzentrum geholt.

"Für mich ist das wirklich ein Herzensthema", sagt Dr. Cornelie Fröhlich, Amtsärztin im Landratsamt, die die Veranstaltung durchgeführt hat. Fröhlich ist bei der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung aktiv und engagiert sich zum Thema Sexualprävention. Sie wolle junge Menschen begleiten, die ihren Weg in ein sexuell verantwortliches Leben finden.

Blick in den Impfpass

Dazu gehöre zum einen der Blick in den Impfpass – eine HPV-Impfung sei dringend empfohlen, um das Auftreten von HPV-assoziierten Tumoren wieder zu senken. Auch für Männer sei die Imfpung wichtig. Daneben sei Hepatitis B durch Impfungen zu verhindern. Außerdem bräuchten junge Frauen im Alter der Programm-Zielgruppe einen Rötelnschutz.

Für Fröhlich gibt es keine Alternative zum Safer Sex mit Kondom. "Ein Kondom dabei zu haben, ist kein Zeichen für eine zu lockere Haltung zur Sexualität, sondern für die Eigenverantwortlichkeit eines Erwachsenen für sich selbst und den Partner", sagt Fröhlich.

Fragen zu Anatomie und Verhütung

Im Beruflichen Schulzentrum hat die Ärztin etwa 100 Jugendliche erreicht, vor allem junge Frauen. "Ich hatte wirklich das Gefühl, dass sie dabei waren", erklärt Fröhlich. Die Schüler hätten sich stark für die Thematik interessiert und auch Fragen zu Anatomie und Verhütung gestellt. Daneben hat Fröhlich auch über das Thema Schwangerschaft gesprochen. "Folsäure, ein Vitamin B, ist für junge Frauen mit Kinderwunsch enorm wichtig, um Fehlbildungen beim Kind zu vermeiden", erläutert sie.

"Ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr junge Männer dabei gewesen wären", sagt Schulleiterin Elisabeth Bräunig. Dass vor allem junge Frauen anwesend waren, lag daran, dass sich die Veranstaltung an die Ausbildungsbereiche Kinderpflege und Lebensmittelverarbeitung richtete. "Generell richtet sich die Kampagne aber sowohl an Frauen als auch an Männer", fügt Ärztin Fröhlich an.

Persönlicher Bezug wichtig

Sie merke immer wieder, dass ein großes Interesse von Seiten der Jugendlichen vorhanden ist. Wichtig sei für die jungen Menschen, viele Kanäle zur Information zu nutzen. Die Kampagne des Staatsministeriums nutzt soziale Medien und Influencer, um die Zielgruppe zu erreichen. "Ideal ist es, wenn diese Infos auch im persönlichen Gespräch verarbeitet werden können.

Offene Gespräche mit Eltern

Wir wünschen uns offene Gespräche im Elternhaus und an Schulen und freuen uns, wenn die Jugendlichen die Thematik lebhaft diskutieren", sagt Fröhlich. Die Expertin weiß aus Erfahrung, dass auf Jugendlichen oft ein großer sozialer Druck lasten kann, Sex zu haben. Ihre Empfehlung: "Redet darüber, informiert euch und hört in euch rein, ob ihr das wirklich so wollt." Gegenläufig zu diesem Phänomen gehe der Trend bei den Jugendlichen aber auch wieder dahin, später sexuell aktiv zu werden. "Werte wie eine feste und gesunde Einzelbeziehung werden wieder wichtiger, eine gesund gelebte Sexualität trägt ganz wesentlich zu deren Stärkung bei", erklärt die Ärztin. 

JULIAN HÖRNDLEIN

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