Aufnahmestopp für Kinder bei SSV und LG

14.11.2016, 10:32 Uhr
Im Becken geht es manchmal noch enger zu als beim Schüler-Wettkampf der Martins-Schule. Der SSV Forchheim kann deshalb gerade keine Kinder mehr aufnehmen.

Im Becken geht es manchmal noch enger zu als beim Schüler-Wettkampf der Martins-Schule. Der SSV Forchheim kann deshalb gerade keine Kinder mehr aufnehmen. © Foto: Ralf Rödel

Während im Bereich der klassischen Mannschaftssportarten wie Fußball, aber auch beim Handball oder Tischtennis ein kontinuierlicher Schrumpfungsprozess beklagt wird, erfahren trendige Individualsportarten wie Triathlon oder der Laufsport großen Zuspruch. Das zeigen gut besuchte Veranstaltungen. „In einem Mannschaftssport brauchst du eben konstant eine bestimmte Anzahl an Köpfen.

Diese Mindestzahl ist durch den Geburtenrückgang immer schwerer zu erreichen“, schildert Rüdiger Hecht seine Sicht auf das Problem beziehungsweise Phänomen. Als Vorsitzender der Leichtathletikgemeinschaft LG Forchheim muss er sich im Moment mit gegenteiligen Tatsachen beschäftigen. Hecht bestätigt, dass die Leichtathleten mit rund 140 Mitgliedern gerade keine Neuzugänge mehr aufnehmen. „Das gilt allerdings nur für den Bambini-Altersbereich zwischen drei und sechs Jahren.“

Begrenzte Kapazitäten

Auf einem niedrigeren Niveau freilich als vor 15 oder 20 Jahren, sagt Hecht, sorgt der Nachwuchs für einen regelrechten Boom. Der Verein stößt im Winterhalbjahr an seine räumlichen Kapazitätsgrenzen. „Auf unseren Hallenabschnitten können wir maximal mit 20 bis 25 Kindern arbeiten.“ Im Sommer auf der Sportinsel wäre mehr Platz, jedoch müsse dafür das bislang sechsköpfige Trainer- und Betreuerteam aufgestockt werden.

Mit dem Übungsleitermangel haben sie auch beim SSV Forchheim zu kämpfen, trotz der Versuche, möglichst früh Nachschub aus den eigenen aktiven Reihen zu rekrutieren. Doch die Nachfrage, angefangen von Schwimmkursen für Einsteiger, steigt stärker, wie Vorsitzender Thomas Bätzel feststellt. Die Mitgliederzahl bewegt sich konstant zwischen 480 und 520. „Eigentlich müssten wir uns über jeden Neuling freuen, können aber den Bedarf nicht sättigen.“ Bei der Kooperation mit dem Königsbad sei ein noch größeres Entgegenkommen kaum denkbar. „Wir belegen wochentags ab 17 Uhr mindestens zwei Bahnen und genauso samstags von 7.30 Uhr frühs bis zum Mittag. Da reizen wir die Optionen ziemlich aus“, sagt Bätzel. Gerade Jugendliche zwischen acht und zwölf Jahren können nicht mehr untergebracht werden, sonst wäre ein reibungsloser und auf Verbesserung ausgerichteter Ablauf nicht mehr gewährleistet. Weil Wasserwacht und DLRG oft genauso ausgebucht sind, sieht Bätzel einen größeren Zusammenhang: „Das liegt auch am Lehrplan in den Schulen, in dem Schwimmen eine unbedeutendere Rolle einnimmt. Auf der anderen Seite ist unsere Erfahrung die, dass Schwimmen stärker als Form der Gesundheitsprävention wahrgenommen wird.“ Immerhin bei Erwachsenen hat der SSV Lösungen aufgetan, in dem ein Austausch der breitensportorientierten Kandidaten mit den Trainingsgruppen der Triathleten (knapp 100 Mitglieder) erfolgt.

 

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