Ausflug in die Fränkische Schweiz: Was trotz Corona erlaubt ist

7.1.2021, 11:31 Uhr
Der vergangene Winter lockte Schlittenfans und Schneebegeisterte hoch auf das Walberla. Was ist in diesem Lockdown-Winter erlaubt? Die Polizei hat die Lage dort dieses Jahr verstärkt im Blick.

Der vergangene Winter lockte Schlittenfans und Schneebegeisterte hoch auf das Walberla. Was ist in diesem Lockdown-Winter erlaubt? Die Polizei hat die Lage dort dieses Jahr verstärkt im Blick. © Patrick Schroll

Schon im Frühjahr waren Wanderparkplätze trotz Ausgangsbeschränkungen überfüllt. "Aktuell gibt es keine großen Brennpunkte oder gar Hotspots", berichtet Holger Strehl, Pressesprecher des Landratsamts Forchheim. "Wir haben bis jetzt nicht vor, Maßnahmen zu ergreifen." Es sei auch generell schwer, präventiv vorzugehen. Überhaupt: An der frischen Luft unterwegs zu sein, ist unter Einhaltung der Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen erlaubt. Und es sei ja auch gesund, sich in der Erkältungssaison an der frischen Luft aufzuhalten, betont Strehl.


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"Wir haben so viele schöne Orte in unserer Fränkischen Schweiz, dass sich die Wanderer und Ausflügler zum Glück eigentlich ganz gut verteilen", sagt der Pressesprecher. Da gebe es nicht so sehr den einen beliebten Hotspot wie es zuletzt in den deutschen Bergregionen der Fall gewesen sei, sagt Strehl.

Der rund 200 Meter lange Skilift der Muggendorfer Skilift-Gesellschaft, den es seit 1970 gibt, hat schon in den vergangenen drei Saisons trotz Engagements der Vereinsmitglieder geschlossen bleiben müssen – schlicht, weil nicht genügend Schnee fiel. Insofern können Skisport-Enthusiasten auch in diesem Jahr kaum mit Liftbetrieb rechnen, den die Corona-Lage zusätzlich erschweren würde.

"Solche Bilder wie aus den Berggebieten in den letzten Tagen, wo der Schnee so viele angelockt hat, gibt es bei uns nicht", sagt auch Andreas Müller, Polizeihauptkommissar bei der Polizei Ebermannstadt. "In der Fränkischen gibt es keinen Brennpunkt. Und im Moment ist die Lage relativ entspannt", so Müller. Das über 500 Meter hohe Walberla und die Wanderwege ringsherum besuchten natürlich schon einige. Dort hat die Polizei die Lage verstärkt im Blick. Doch bis zuletzt sei das notwendige Abstandhalten unter Wanderern nach wie vor gut möglich gewesen, sagt der Polizeihauptkommissar.

Ohne Maske: Anrufe bei Polizei

Die Lifte im Fichtelgebirge blieben auch am Wochenende geschlossen. So hatten Rodler die Skipiste – hier an der Bleaml Alm – für sich allein. Trotz Corona und Kontaktbeschränkungen war Hochbetrieb in Neubau und an den Hängen in Mehlmeisel, Oberwarmensteinach und Bischofsgrün. Kinder und Erwachsene nutzten die dünne Schneeauflage für Winterwanderungen und rasante Talfahrten. Masken trugen die wenigsten Menschen.


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Mehrere Anrufer beschwerten sich nach Angaben der Polizei Bayreuth-Land wegen angeblicher Verstöße gegen die Abstandsregeln. Bei Kontrollen durch Streifenbeamte an allen diesen Orten hätten sich diese Vorwürfe aber nicht bestätigt. Allerdings gab es einige Strafzettel für Falschparker. Die Parkplätze im Fichtelgebirge waren zeitweise überfüllt.

"Überhaupt keine Gefahr" sieht der Pegnitzer Bürgermeister Wolfgang Nierhoff auf den Wanderwegen rund um Pegnitz. An Silvester habe es nur "Kleinigkeiten" gegeben. Die Wanderwege rund um Pegnitz hätten Wanderer in aller Regel für sich alleine und seien so gar keinem Infektionsrisiko ausgesetzt. "Jetzt wird ja auch das Stärke-Antrinken zum Dreikönigstag online durchgeführt", zeigte sich Nierhoff zuversichtlich. Da sei das Einkaufen in Pegnitz oder in Bayreuth viel riskanter.

Leere Wanderwege rund um Pegnitz (Bild) und in weiten Teilen der nahen Fränkischen Schweiz: Das Infektionsrisiko ist hier für Wanderer gleich Null.

Leere Wanderwege rund um Pegnitz (Bild) und in weiten Teilen der nahen Fränkischen Schweiz: Das Infektionsrisiko ist hier für Wanderer gleich Null. © Foto: Frank Heidler

Eher gelassen reagierte auch die neue Pegnitzer Polizeichefin Verena Wörlein auf mögliche touristische Hotspots am Feiertag. Sie und ihre Dienstgruppenleiter auf dem Revier hätten bereits in den vergangenen Tagen "keinerlei Hotspots" im Inspektionsbereich festgestellt.


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Bei Stichproben-Kontrollen in den vergangenen Tagen habe sich herausgestellt, dass die Masse der Bürger sehr wohl die Bestimmungen zum Infektionsschutz beachten würde. "Die Leute kennen sich inzwischen aus", erklärte sie wörtlich und stellte der einheimischen, eher ländlichen Bevölkerung eine gutes Zeugnis aus. Gleichzeitig kündigte Wörlein an, dass die Polizisten das Infektionsgeschehen auch am Feiertag "im Auge" behalten wollen.

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt wurde in Pottenstein als einem der Hauptorte der Fränkischen Schweiz das "Fest der ewigen Anbetung" gefeiert, verriet der Tourismusleiter Thomas Bernard. Zwar wurde das Lichterfest mit tausenden Besuchern und einem Umzug abgesagt. Die örtlichen Gläubigen feierten aber von Sonntag bis Montag bei Gottesdiensten in der Kunigundenkirche. Hotspots konnte er weder auf dem Wanderweg mit dem Aussichtsturm "Himmelsleiter", noch im Oberen Püttlachtal erkennen. Zwar wurde die Teufelshöhle wegen Corona geschlossen. Der kommunale Minigolf-Platz sei aber – so wie immer – im Winter zu.



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