Bach begeistert in der Forchheimer Klosterkirche

9.1.2014, 09:00 Uhr

© Udo Güldner

„Lass unser Lied erschallen, das wird dem Kinde gefallen“, singt der Klosterchor mit seinen rund 30 Stimmen. Vor dem Altar liegt tatsächlich das Jesuskind in der Krippe, und freut sich über himmlische Jodler, russische Vesperchöre und katalonischen Marienpreis. Und über das „Ich steh an Deiner Krippen hier“ aus der Feder Paul Gerhardts, das der Klosterchor herrlich zurückhaltend und mit stiller Freude singt.

Bachs Klänge aus dem „Weihnachtsoratorium“ werden das gesamte Konzert wie ein roter Faden durchziehen. Das Klosterorchester jubelt und feiert die Geburt Jesu hingegen mit einem Concerto grosso des Italieners Arcangelo Corelli. Mit den barocken Klängen hat das Ensemble aus zwölf Streichern eine kammermusikalische Klammer, die das Konzert aus lauter Einzelteilen zu einem Ganzen werden lässt.

Zarter Bass

Mit seinem beweglichen und zugleich ungeheuer zarten Bass begeistert einmal mehr Thomas Höhn (Forchheim). Gemeinsam mit Trompeter Guido Grimm gelingt eine majestätische, freudig erregte Bass-Arie aus dem „Weihnachtsoratorium“, in der ein „Großer Herr, o starker König“ angerufen wird.

Wenig später gesellt sich Sopranistin Traudi Harrer (Forchheim) hinzu, um das Hirten-Duett „Herr, Dein Mitleid, Dein Erbarmen“ zu intonieren. Aus dem Hintergrund wehen die Klänge der beiden Violinistinnen Ulrike Schreyer und ihrer Tochter Johanna herüber.

Mit der Orgel dirigiert

Mit ihrem warmen, melodischen Alt besingt Johanna Schatz (Egloffstein) „Die Könige“ des Romantikers Peter Cornelius, eines Meisters der Liedkomposition. Bis Sopran Doris Otzelberger (Oesdorf) ein weniger hymnisches, als vielmehr himmlisches „O Jesulein süß, o Jesulein mild“ aus Bachs Schemellischem Gesangbuch ungemein lyrisch über die Köpfe der Zuhörer schweben lässt.

Franz-Josef Saam dirigiert dabei mit den Tasten der Orgel. Schließlich lässt der Viergesang aus Traudi Harrer, der Altistin Susanne Herden (Forchheim), Johanna Schatz und Bariton Saam (Heroldsbach) die Heiligen Drei Könige hochleben — bescheiden à capella. Dabei kommen dem Quartett seine ausgewogene Besetzung, seine interpretatorische Präzision und seine stimmliche Behutsamkeit zupass. Ganz zu schweigen vom zauberhaften Ausdruck, der die Zuhörer, die sich zum Teil stehend in der Kirche drängen, zum Mitsingen animiert.

Angesichts der vokalen Leistungen wünscht man sich, Bariton Roland Beetz wäre nicht erkältet gewesen und hätte sein holländisches Hirtenlied vortragen können. Wenn man sich so anhört, auf welch hohem musikalischen Niveau, ausnahmslos von Amateuren im besten Sinne des Wortes, gewirkt wird, muss man sich um die Kirchenmusik in St. Anton keine Sorgen. Auf weitere Konzerte dürfen wir gespannt sein.

Das nächste Konzert in der Forchheimer Klosterkirche St. Anton findet am Sonntag, 16. März statt. Zu Gehör gegeben wird ab 17 Uhr Giovanni Pergolesis „Stabat Mater“.

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