Montag, 18.11.2019

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Bahnunterführung in Forchheim: Sauber ist anders

OB Kirschstein streitet mit der Deutschen Bahn um Reinigungspflicht - 17.10.2019 06:00 Uhr

Der Boden in der Unterführung am Bahnhof sieht immer dreckig aus, auch wenn er gerade erst frisch geputzt wurde. © Foto: Michael Endres


Rupert Meyer wohnt auf dem Areal des früheren Klosters St. Anton und kann nicht verstehen, so sagte er, warum die Stadt nicht stärker dafür sorgt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf ihren Straßen auch wirklich eingehalten werden: in der Klosterstraße zum Beispiel, am Paradeplatz, in der Äußeren Nürnberger Straße. Teilweise, so Meyer, trage die Stadt selbst Schuld, weil die Beschilderung der verschiedenen Zonen so uneinheitlich, veraltet oder gar nicht vorhanden ist. Er forderte den Oberbürgermeister auf, neben dem ruhenden (Parkplätze) auch den rollenden Verkehr zu überwachen.

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Bei OB Uwe Kirschstein (SPD) rannte Meyer damit offene Türen ein. Erst seit diesem Jahr, sagte er, sei es Kommunen erlaubt, auch Geschwindigkeitskontrollen auf ihren Straßen durchzuführen. Bisher habe dies nur die Polizei gedurft. Derzeit würden städtische Mitarbeiter ausgerüstet und ausgebildet, um künftig (frühestens im nächsten Jahr) auch Temposünder feststellen zu können.

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Dabei gehe es der Stadt nicht darum, Kasse zu machen, sondern für die Einhaltung der Regeln zu sorgen. Auch Kirschstein räumte ein, dass die Beschilderung verbesserungswürdig sei. Gerade am Paradeplatz werde sich durch dessen Umbau in den Jahren 2021 bis 2023 etwas ändern: "Mein Wunsch ist es", so Kirschstein, "dass wir dort den Individualverkehr komplett herausnehmen" und nur noch Busse fahren lassen, neben Fußgängern und Radlern. Aber darüber sei noch nicht endgültig entschieden.

"Ein langer Weg"

Kirschstein prophezeite: "Es wird ein langer Weg sein, bis die Menschen verstehen, dass sie nicht rasen sollen." Ihm wäre es daher lieber, den Verkehrsraum "so zu gestalten, dass man nicht mehr rasen kann", wie eben am Paradeplatz, wenn dort kein Auto mehr fahren darf. Erkenntnisse für ein neues, passenderes Verkehrskonzept erwartet sich die Stadt daher auch von der Untersuchung, die gerade angelaufen ist. 10 000 Bürger werden angeschrieben (die ersten Fragebögen trafen am Dienstag ein) und gebeten, ihr Mobilitätsverhalten an einem bestimmten Tag zu protokollieren. So (und mit den Befragungen und Messstellen auf den Straßen) sollen die tatsächlichen Verkehrsströme und -bedürfnisse ermittelt werden.

Dreckige Unterführung

Das Thema Sauberkeit spielte im Zusammenhang mit der neuen Bahn-Unterführung eine große Rolle. Es ist laut OB "ungeklärt", wer für die Reinigung des Durchgangs verantwortlich ist: die Bahn oder die Stadt.

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Die Stadt führe die Reinigung durch, ohne sich zuständig zu fühlen, einfach damit sauber gemacht wird. Aber: "Der Belag in der Unterführung ist derart, dass er immer dreckig aussieht, selbst wenn er gerade frisch gereinigt wurde."

Sollte im laufenden Rechtsstreit die Stadt verpflichtet werden, die Unterführung in ihren Besitz zu übernehmen, sagte Kirschstein, "dann werden wir sie in diesem baulichen Zustand nicht abnehmen".

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