Sonntag, 11.04.2021

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Bammersdorf: Bäume auf Privatgrundstück gerodet

Nach Fällaktion: Nachbarn sind enttäuscht - Bürgermeister: "Hatten keine rechtliche Handhabe" - 24.03.2021 15:56 Uhr

Die meisten Bäume auf dem Gelände sind weg: Eine Fachfirma hat im Auftrag der Grundstücksbesitzerin die stattlichen Laubbäume gefällt.

24.03.2021 © Foto: Wolfram Weltzer


"Wir hatten keine rechtliche Handhabe", erläutert Bürgermeister Claus Schwarzmann die Situation. Die Gemeinde Eggolsheim, zu der Bammersdorf gehört, habe die Untere Naturschutzbehörde und auch die Forstbehörde eingeschalten, als man erfahren habe, dass die Besitzerin die Bäume fällen lassen will. Als Grund, so war zu hören, habe die Eigentümerin angegeben, dass von dem Wäldchen Gefahr ausgehe und man nicht für die Verkehrssicherheit garantieren könne. Letztlich konnte keines der eingeschalteten Ämter verhindern, dass in den letzten Tagen eine Fachfirma die Bäume absägte. Die Firma habe versichert, dass vor der Fällaktion die Bäume auf Brutstellen und Nestern abgesucht werden, so Schwarzmann. Doch die Kettensäge hat das nicht aufgehalten.

Kleiner Restbestand

Die Besitzverhältnisse auf dem Gelände sind etwas schwierig. Laut Bürgermeister gehören 1279 Quadratmeter Fläche, auf der nun abgeholzt wurde, einer Frau aus Hirschaid. Weitere 1082 Quadratmeter seien in Besitz eines anderen privaten Eigentümers, ein schmaler Streifen von 102 Quadratmetern gehört der Marktgemeinde. Auf diesen beiden Flächen wurden nicht gefällt, so dass jetzt vereinzelt noch hohe Laubbäume stehen.

Weil das gesamte Gelände, für das es keinen Bebauungsplan gibt, im Innenbereich liegt und voll erschlossen ist, "müssten wir eine Bebauung zulassen, wenn ein Bauantrag vorgelegt würde", erläutert Schwarzmann weiter. Aktuell gebe es aber keinen Bauantrag. "Wir haben viele Gespräche geführt, die Nachbarn haben sich engagiert, aber wir haben es nicht geschafft, die Aktion zu verhindern", sagt Schwarzmann. "Natürlich möchte man immer gewachsene Strukturen erhalten, aber es war leider nichts zu machen."

Die Familie Weltzer, die am Nachbargrundstück wohnt, ist jedenfalls entsetzt über diese Aktion. "Das waren alte und junge Laubbäume und die waren alle gesund", sagt der Nachbar. Der Baumbestand sei weitgehend naturbelassen gewesen und im Frühjahr und Sommer habe es dort viele Vögel und auch Fledermäuse gegeben.

MARIA DÄUMLER

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