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Bedrohte Fasane: So soll der Bestand um Gräfenberg erhöht werden

Die Tiere kommen nur noch selten im Forchheimer Oberland vor - 02.06.2020 07:55 Uhr

Dieser Schnappschuss gelang NN-Mitarbeiterin Petra Malbrich. Zu sehen sind ein Hase und ein Fasanen-Männchen. Wegen seines bunten Aussehens wird der Fasanen-Gockel auch als Jagdpapagei bezeichnet. © Foto: Petra Malbrich


Im Forchheimer Oberland sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Manchmal aber auch der Fasan. Oder das Rebhuhn. Ein Leserfoto brachte uns auf die Idee, die beiden Vögel näher unter die Lupe zu nehmen. Beide sind im Gräfenberger Raum Raritäten. "Die Faustregel heißt, Rebhuhn und Fasan brauchen die drei Ws. Das sind Wasser, Weizen und Wald. Diese drei Umwelteinflüsse spielen ineinander und eine große Rolle für das Leben der beiden Hühervögel", sagt Hans Derbfuß, Revierleiter von Lilling und Weißenohe.

Auf der roten Liste stehen die Fasane nicht, wenn sie auch in manchen Gebieten aufgrund des seltenen Vorkommens doch bedroht waren und sind. Im benachbarten Igensdorf ist der Fasan inzwischen wieder ab und zu sichtbar, in Forchheim am Kanal ist der bunte Vogel häufig anzutreffen und im Nürnberger Knoblauchsland stolziert der Fasan so oft umher, dass im Herbst sogar Treibjagden auf ihn gehalten werden.

Eier zum Brüten unterschmuggeln

Im Gräfenberger Raum und Umland zielen die Jäger kein Gewehr auf den schillernden Vogel, sondern holen Fasaneneier aus Großzuchtanlagen, um diese den eigenen Haushühnern zum Brüten unterzuschmuggeln. Sind die Fasane groß genug, werden sie ausgewildert.

"Seit einigen Jahren haben die Jäger hier die Fasane ausgewildert", erklärt Derbfuß. Die Hoffnung, damit den Bestand wieder zu erhöhen scheint sich ganz langsam zu erfüllen. Zwischendurch lässt sich hier eben doch ein Exemplar erblicken.

Durch die Mahd gefährdet?

"Wir hoffen, dass sich der Fasan erholt. Es gibt nahezu kein schöneres Tier als den Fasan. Er ist fast schon majestätisch", erklärt Hans Derbfuß, der den Fasan derzeit auch schreien hört. Wohl, weil die Männchen gerade ihr Revier markieren. Nur die Hähne besitzen ein prächtiges Farbenkleid.

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Auch Stefan Ludwig, Revierleiter des Forstreviers Egloffstein, schwärmt von den Farben des Fasanengockels, der nicht zuletzt wegen des bunten Aussehens als Jagdpapagei bezeichnet wird: der grünliche Kopf, die roten Rosen um die Augen, den weißen Ring und ein wunderschönes kupferfarbenes Gefieder. Bezeichnend für den Fasan sind auch die gut 30 Zentimeter langen Schwanzfedern.

"Der Fasan hat ungefähr Hühnergröße. Die Henne wirkt kleiner und ist schlichter gezeichnet. Nicht bunt, sondern braun mit einer Mischung aus Strichen und Punkten im Gefieder", beschreibt Förster Ludwig. Immerhin: "Wo ein Hahn unterwegs ist, ist auch eine Henne", meint Derbfuß. "Möglicherweise sind die Vögel, Bodenbrüter, auch durch die Mahd gefährdet", weiß Förster Stefan Ludwig. Als er noch bei den Landwirten die Wiesen nach Kitzen absuchte, wurden oft zwei oder drei Fasanengelege gefunden.

Aus dem asiatischen Raum

Und auch die Wärmebildkameras, die heute oft eingesetzt werden, zeigen das eine oder andere Gelege. Nur ist die Mahd nicht der einzige Feind der Fasane. "Marder, Fuchs und Dachs räumen die Gelege aus und auch Greifvögel holen sich die Küken", erklärt Derbfuß.

Rebhühner wie dieses hier sind deutlich kleiner als Fasane. © Foto: Z. Tunka/LBV


Noch seltener als der Fasan anzutreffen, eine wahre Rarität im Forchheimer Oberland, sind die Rebhühner. "Diese sind deutlich kleiner als ein Fasan", erklärt Ludwig. Das Rebhuhn, ebenfalls ein Bodenbrüter, hat ganz andere Farben als der Fasan. Die Brust ist grau und der Rebhuhnhahn hat ein hufeisenförmiges rostbraunes Schild.

Während das Rebhuhn eine einheimische Art ist, wurde der Fasan vor langer Zeit aus dem asiatischen Raum eingeführt. Beide sind im Forchheimer Oberland zur Seltenheit geworden – zumindest beim Fasan besteht Hoffnung, dass die Auswilderung Früchte trägt oder besser die Küken überleben und zum majestätischen Vogel heranreifen.

PETRA MALBRICH

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